Affiliate-Link
Definition: Ein Affiliate-Link ist ein speziell parametrierter Hyperlink der eine eindeutige Publisher-ID enthält und Nutzer-Klicks dem jeweiligen Affiliate zuordnet – als Grundlage für die Provisionsverfolgung und -auszahlung. Beim Klick auf den Affiliate-Link wird der Nutzer auf die Website des Merchants weitergeleitet und gleichzeitig ein Tracking-Cookie im Browser gesetzt, der bei einer späteren Conversion (Kauf, Lead) die Provision auslöst. URL-Aufbau: Basis-URL des Merchants + Affiliate-Parameter (Publisher-ID, Programm-ID, optionale Sub-IDs) + optionaler Deep-Link-Pfad zur spezifischen Produktseite; Beispiel AWIN-Link: https://www.awin1.com/cread.php?awinmid=XXXX&awinaffid=YYYYY&clickref=SUBID&p=https://merchant.com/produkt. Rechtliche Pflicht: Affiliate-Links die zu einer Vergütung führen müssen als Werbung gekennzeichnet sein (UWG §5a Abs. 6); gängige Praxis: Sternchen (*) mit Erklärung oder expliziter «Anzeige»/«Werbung»-Hinweis.
Erläuterung
Der Affiliate-Link ist das technische Herzstück des Affiliate-Marketings: ohne korrekt parametrierten Link keine Conversion-Zuordnung, keine Provision. Gleichzeitig ist er das am häufigsten falsch eingesetzte Element: Links ohne Sub-IDs (kein Placement-Tracking), Links auf die Merchant-Startseite statt Produktseiten, Links ohne Kennzeichnung (rechtliches Risiko). Zwei Minuten Sorgfalt beim Link-Setup können Tracking-Verluste und Abmahnungen vermeiden.
Technischer Aufbau
- URL-Parameter: Publisher-ID: eindeutige Kennung des Affiliates im Netzwerk; Programm-ID (Merchant-ID): identifiziert das Merchant-Programm; Sub-ID / Clickref: optionaler Zusatzparameter für granulares Tracking (Platzierung, Artikel, Kampagne); Deep-Link-URL: encodierte Ziel-URL beim Merchant; AWIN-Format: awinmid (Merchant), awinaffid (Affiliate), clickref (Sub-ID), p= (encoded destination URL); Impact-Format: sharedid (Affiliate), subId1 (Sub-ID), ir_by (Typ); CJ-Format: cjpid (Publisher), aid (Advertiser), tid (Transaction-ID)
- Cookie-Tracking-Mechanismus: Klick → Redirect über Netzwerk-Server → Tracking-Cookie gesetzt (Publisher-ID, Timestamp, Affiliate-Programm) → Weiterleitung zu Merchant; Cookie-Laufzeit: typisch 30–90 Tage (je nach Programm); Last-Click-Attribution: der letzte Affiliate-Cookie vor Conversion erhält Provision (Standard); First-Click: erster Cookie gewinnt (seltener); Multi-Touch: Provision aufgeteilt (zukunftsorientiert); Cookie-Blocking: wachsendes Problem (Safari ITP, Firefox ETP); Alternativen: Server-to-Server-Tracking, Fingerprinting
- Deeplinks vs. Startseiten-Links: Deeplink: Affiliate-Link direkt auf Produktseite, Kategorie oder Aktionsseite; korrekte Verwendung: Affiliate bewirbt Laufschuhe → Link auf Laufschuh-Kategorie; Conversion-Vorteil: 30–60 % höher als Startseiten-Link; Deeplink-Generator: im Netzwerk-Dashboard URL eingeben → parametrierter Deeplink-Affiliate-Link; Merchant-Pflicht: alle relevanten URLs als Deeplink-Ziel freigeben
Kennzeichnung und rechtliche Aspekte
- UWG-Kennzeichnungspflicht: §5a Abs. 6 UWG: versteckte Werbung ist verboten; Affiliate-Links die zu einer Vergütung führen müssen als solche kenntlich gemacht werden; gängige Methoden: Sternchen (*) mit Erklärung am Artikelende («*Affiliate-Link – wir erhalten eine Provision»); expliziter Hinweis «Werbung» oder «Anzeige» vor dem Link; Fußnoten-Erklärung am Ende des Artikels; Konsequenz bei Verstoß: Abmahnung durch Wettbewerber oder Verbraucherschutzorganisationen, Unterlassungskosten
- rel="sponsored" HTML-Attribut: Google-Empfehlung: Affiliate-Links mit rel="sponsored" kennzeichnen; verhindert dass Google Affiliate-Links als manipulative externe Verlinkung wertet; SEO-best Practice: <a href="affiliate-link" rel="sponsored"> (alternativ rel="nofollow"); manche SEOs nutzen rel="nofollow sponsored" für maximale Klarheit; wichtig: rel-Attribut ersetzt nicht die UWG-Kennzeichnungspflicht gegenüber Nutzern
- URL-Shortener und Link-Cloaking: Affiliate-Links sind oft lang und unansehnlich; URL-Shortener (bit.ly, TinyURL): verkürzen Links; Risiko: manche Netzwerke verbieten Shortener (Tracking-Verlust möglich); Link-Cloaking (WordPress-Plugins wie Pretty Links, ThirstyAffiliates): eigene kurze URL leitet zu Affiliate-URL weiter; Vorteile: sauberere URLs, eigenes Link-Management-Dashboard, einfacher zu ersetzen wenn Programm endet; SEO-Hinweis: cloaked Links müssen rel="nofollow" oder rel="sponsored" tragen
Best Practices für Affiliates
- Sub-ID-Tracking systematisch nutzen: Jede Platzierung erhält eigene Sub-ID: Artikel-Name + Position (z.B. «laufschuhe-test_banner-mitte»); im Transaktionslog: welche Sub-ID hat welche Conversions generiert; monatliche Analyse: welche Platzierungen liefern beste EPC → dort mehr Affiliate-Links integrieren; Namenskonvention: Artikel-ID oder Slug + Position + Format
- Link-Gesundheit überwachen: Abgelaufene Affiliate-Links (Merchant hat Programm beendet): leiten auf 404-Seiten oder Startseite ohne Tracking; Plugin-Tools (ThirstyAffiliates, Pretty Links): zentrale Link-Verwaltung erleichtert Massenupdate; regelmäßiger Link-Check: monatlich; Broken-Link-Checker: automatische Überwachung