EPC (Earnings per Click)
Definition: EPC (Earnings per Click) ist die wichtigste Vergleichskennzahl für Publisher im Affiliate Marketing: der durchschnittliche Verdienst pro gesendeten Klick an ein Merchant-Programm. Berechnung: EPC = Gesamtprovision (in einem Zeitraum) ÷ Gesamtklicks (im gleichen Zeitraum). Beispiel: 200 Klicks generieren 4 Sales zu durchschnittlich €8 Provision → EPC = €32 ÷ 200 = €0,16 (d.h. pro 100 Klicks verdient der Publisher €16). EPC-Determinanten: EPC = (Provisions-%) × (Ø-Bestellwert) × (Conversion Rate); eine hohe Provision bei schlechter CVR kann niedrigeren EPC haben als niedrige Provision bei hoher CVR. Netzwerk-EPC: von Netzwerken im Programm-Listing ausgewiesener EPC auf Basis aller Publisher-Daten → Orientierungswert, nicht persönliche Performance-Garantie. Eigener EPC hängt von Traffic-Qualität ab und kann erheblich vom Netzwerk-EPC abweichen.
Erläuterung
EPC ist die Kennzahl die alle anderen zusammenfasst: er zeigt nicht nur wie hoch die Provision ist, sondern wie gut das Programm im tatsächlichen Einsatz konvertiert. Ein Programm mit €0,50 EPC ist bei gleicher Traffic-Qualität immer attraktiver als eines mit €0,10 EPC – unabhängig ob das durch 5 % Provision bei 1 % CVR oder durch 10 % Provision bei 0,5 % CVR erreicht wird.
EPC berechnen und interpretieren
- Eigenen EPC berechnen: Netzwerk-Dashboard: Berichtszeitraum definieren (z.B. letzter Monat) → Gesamtprovision ÷ Klicks; Beispiel: €240 Provision bei 1.200 Klicks = EPC €0,20; Saisonale Schwankungen berücksichtigen: EPC im Q4 (Black Friday, Weihnachten) oft 2–3× höher als im Januar; deshalb: rollender 3-Monats-EPC für Vergleiche stabiler als Einzel-Monat
- Netzwerk-EPC vs. eigener EPC: Netzwerk-EPC = Durchschnitt über alle Publisher im Programm; kann von eigenem EPC erheblich abweichen wenn eigener Traffic qualitativ über oder unter Durchschnitt liegt; Content-Affiliate mit kaufkräftigem Organik-Traffic: oft über Netzwerk-EPC; Coupon-Affiliate: oft nahe Netzwerk-EPC; wenn eigener EPC dauerhaft weit unter Netzwerk-EPC: Traffic-Qualität, Werbemittel-Platzierung oder Deeplinks prüfen
- EPC-Komponenten-Analyse: EPC = Provision × CVR × Ø-Warenkorb; Provision-Problem: Provision zu niedrig (→ Verhandlung); CVR-Problem: schlechte Merchant-Landingpage, fehlende Deeplinks (→ Deeplinks optimieren); Ø-Warenkorb-Problem: falsches Produktsegment beworben (→ höherpreisige Produkte linken)
EPC nach Platzierung (Sub-ID-EPC)
- Sub-ID-Tracking für EPC-Analyse: Jede Platzierung mit eigener Sub-ID versehen: Artikel-Name, Position im Artikel («oben», «mitte», «tabelle»); im Netzwerk-Transaktionslog: welche Sub-IDs generieren welchen EPC?; Ergebnis: Platzierungs-EPC-Ranking; Optimierung: Platzierungen mit niedrigem EPC verbessern (besser positionieren, Deeplink prüfen); Platzierungen mit hohem EPC ausbauen (mehr Links in ähnlichem Kontext)
- EPC-Benchmarks nach Branche: Allgemein: €0,05–€0,50 (sehr abhängig von Nische und Traffic-Qualität); Finanzprodukte/Versicherungen: €0,50–€3,00 (hohe Provision pro Lead); Software/SaaS: €0,30–€2,00; Mode/Fashion: €0,05–€0,25; Elektronik: €0,05–€0,15 (niedrige Margen); Reise: €0,10–€0,50 je Saison
- EPC als Programm-Auswahlkriterium: EPC primäre Entscheidungsgröße bei Programm-Auswahl in gleicher Produktkategorie; Netzwerk-EPC als Ersteinschätzung; eigener EPC nach 60–90 Tagen als validere Grundlage; Programme mit EPC unter €0,05: in den meisten Nischen nicht wirtschaftlich zu integrieren
EPC aus Merchant-Perspektive
- EPC als Programm-Attraktivitätsmerkmal: Merchant der EPC prominently kommuniziert: erhält mehr und bessere Publisher-Anfragen; Publisher entscheiden nach EPC ob Integration sich lohnt; Merchant-Optimierung: alles was CVR erhöht erhöht Publisher-EPC → mehr Publisher-Investment → mehr Traffic → virtuous cycle
- EPC-Steigerungsmaßnahmen (Merchant): Ladezeit-Optimierung (+CVR → +EPC); Checkout-UX verbessern; Provisions-Erhöhung (direkt +EPC); Saison-Provisions-Boost für Q4 (temporärer EPC-Anstieg motiviert Publisher); bessere Werbemittel mit höherer CTR → mehr Klicks die konvertieren