Marketing Glossar

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Werbekennzeichnungspflicht (Affiliate)

Definition: Die Werbekennzeichnungspflicht im Affiliate-Marketing verpflichtet Publisher (Affiliates) dazu, kommerziell motivierte Inhalte – insbesondere Artikel, Posts und Videos die Affiliate-Links enthalten oder durch die ein Publisher eine Vergütung erhält – eindeutig und unmissverständlich als Werbung zu kennzeichnen, damit Nutzer den kommerziellen Charakter des Inhalts sofort erkennen können (Trennungsgebot von redaktionellem Inhalt und Werbung). Rechtsgrundlagen in Deutschland: §5a Abs. 4 UWG (Gesetz gegen unlauteren Wettbewerb, «Verschleiern von Werbung ist unlautere Handlung»); §§ 7, 74 Medienstaatsvertrag (MStV) für Rundfunk und Telemedien; für Social-Media-Influencer zusätzlich Medienrecht-Leitfaden der Medienanstalten; EU-Richtlinie 2005/29/EG (Richtlinie über unlautere Geschäftspraktiken); EU-Omnibus-Richtlinie (Richtlinie 2019/2161, in Deutschland 2022 umgesetzt): erweiterte Transparenzpflichten auch für Vergleichsportale. Wichtig: Die Kennzeichnungspflicht gilt auch wenn der Publisher keine feste Vergütung (Fixhonorar) sondern ausschließlich erfolgsabhängige Provision (Affiliate) erhält – die kommerzielle Motivation durch Affiliate-Provision reicht aus um Kennzeichnungspflicht auszulösen.

Erläuterung

Die Werbekennzeichnungspflicht ist eines der wichtigsten Compliance-Themen für Affiliate-Publisher: Abmahnungen durch Mitbewerber oder Verbraucherschutzverbände können mehrere tausend Euro kosten; wiederholte Verstöße können Unterlassungsklagen nach sich ziehen. Gleichzeitig schützt korrekte Kennzeichnung das Vertrauen der eigenen Zielgruppe langfristig.

Kanalspezifische Kennzeichnungsanforderungen

Zulässige Formulierungen und Grenzfälle

Abmahnrisiko und Compliance-Maßnahmen

Praxistipp: Führen Sie eine einmalige Audit-Session durch alle Ihre Inhalte mit Affiliate-Links durch und prüfen Sie ob der Kennzeichnungshinweis (1) am Anfang des Inhalts steht, (2) klar als «Werbung» oder «Anzeige» formuliert ist und (3) auf jedem Kanal den Plattform-Anforderungen entspricht. Erstellen Sie sich eine einfache Checkliste die Sie vor jeder Veröffentlichung abhaken. Die häufigsten Fehler: Hinweis nur im Footer, #werbung am Ende eines langen Hashtag-Blocks, kein verbaler Hinweis im YouTube-Video. Diese drei Fehler machen den Großteil aller Abmahnungen im Affiliate-Bereich aus.