Marketing Glossar

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Positionierungsmatrix

Definition: Eine Positionierungsmatrix (auch Perceptual Map oder Wahrnehmungskarte) ist ein zweidimensionales Koordinatensystem das Marken oder Produkte nach ihrer Konsumentenwahrnehmung entlang zwei kaufrelevanter Dimensionen darstellt. Sie visualisiert die relative Stellung einer Marke im Wettbewerbsumfeld – nicht basierend auf objektiven Produkteigenschaften, sondern auf der subjektiven Wahrnehmung der Zielgruppe. Kernprinzip: Positionierung existiert im Kopf des Kunden (Ries/Trout) – die Matrix macht diese mentalen Landkarten sichtbar. Zwei Verwendungszwecke: Ist-Analyse (wo stehen wir heute im Vergleich zu Wettbewerbern?) und Soll-Analyse (wo wollen wir positioniert sein, und welche White Spaces gibt es?). Erstellungsmethoden: explorativ (aus Zielgruppenbefragungen abgeleitet – Conjoint-Analyse, Laddering, MDS: Multidimensional Scaling) oder normativ (Achsen von Strategen gesetzt). Varianten: zweidimensionale Standard-Map; Bubble Chart (Blasengröße = Marktanteil); dreidimensionale Map; dynamische Map (Positionsveränderung über Zeit).

Erläuterung

Die Stärke der Positionierungsmatrix liegt in ihrer Klarheit: Eine gute Perceptual Map zeigt auf einen Blick wo der Markt besetzt ist, wo Lücken bestehen und ob die eigene Positionierungsstrategie zielführend ist. Ihre Schwäche: zwei Dimensionen können nie die volle Komplexität eines Kaufentscheidungsprozesses abbilden. Deshalb ist die Achsenwahl die wichtigste methodische Entscheidung – falsche Achsen produzieren irreführende Landkarten.

Erstellung in 5 Schritten

Praxisbeispiel: Automobilmarkt-Positionierungsmatrix

Digitale Anwendung: Content-Positionierungsmatrix

Praxistipp: Wählen Sie die Achsen Ihrer Positionierungsmatrix immer auf Basis echter Kundenbefragungen – nicht auf Basis interner Annahmen. Fragen Sie 20–30 Kunden: «Welche zwei Eigenschaften sind für Sie am wichtigsten wenn Sie [Kategorie] kaufen?» und wählen Sie die häufigsten Nennungen als Achsen. Erstellen Sie die Matrix dann mit Wettbewerbern die Ihre Kunden tatsächlich als Alternativen nennen – nicht alle Marktteilnehmer, nur die relevante Competitive Set. Wiederholen Sie die Analyse jährlich um Positionsveränderungen zu verfolgen.