Marketing Glossar

2.413 Fachbegriffe aus 22 Bereichen des Online Marketings

Purpose-driven Branding

Definition: Purpose-driven Branding bezeichnet eine Markenstrategie bei der ein übergeordneter gesellschaftlicher Sinn und Zweck (Brand Purpose) im Mittelpunkt der Markenidentität, Kommunikation und aller Unternehmensentscheidungen steht. Die Marke definiert welchen positiven Beitrag sie für Gesellschaft, Umwelt oder Menschheit leisten will und kommuniziert dies konsequent. Theoretische Grundlage: Simon Sineks Golden-Circle-Modell («Start With Why», 2009): die inspirierendsten Unternehmen kommunizieren zuerst ihr Warum (Purpose), dann das Wie (Prozesse), dann das Was (Produkte). Abgrenzung zu verwandten Begriffen: Mission = was wir täglich tun; Vision = wo wir hinwollen; Purpose = warum wir existieren (jenseits Gewinnmaximierung). Weitere Dimensionen: Purpose muss intern gelebt werden (Hiring, Entscheidungen, Kulturwerte) nicht nur extern kommuniziert; Purpose schließt bestimmte Geschäftsentscheidungen aus (Wertekonsistenz-Test); Purpose als Differenzierungsmerkmal: immer weniger Marken haben einen glaubwürdigen Purpose → Wettbewerbsvorteil für authentisch purposeful Brands.

Erläuterung

Das Konzept des Brand Purpose hat akademische Wurzeln in der Unternehmensverantwortungs-Diskussion (Corporate Social Responsibility, Carroll 1979) und der Stakeholder-Theorie (Freeman 1984). Laut dem Havas «Meaningful Brands» Index 2023 – einer Studie mit 395.000 Befragten in 44 Ländern – würden 75% der Menschen nicht bemerken wenn 74% aller Marken verschwänden. Gleichzeitig: meaningfulle Marken übertreffen den Aktienmarkt um 134%. Der Widerspruch: die meisten Marken kommunizieren Purpose, aber nur wenige leben ihn. Simon Sinek formulierte 2009 in seinem TED-Talk «How Great Leaders Inspire Action» (der meistgesehene TED-Talk aller Zeiten mit 60M+ Views) das Golden-Circle-Prinzip – eine seither meistzitierte Grundlage des Purpose-driven Branding.

Golden Circle und Purpose-Frameworks

Ikonische Purpose-Brands und ihre Strategien

Purpose-Washing: Risiken und Erkennungsmerkmale

Praxistipp: Entwickeln Sie Ihren Brand Purpose nicht im Marketingmeeting – er muss aus der DNA des Unternehmens kommen: Welches Problem wollten die Gründer wirklich lösen? Welche Entscheidungen wurden in der Vergangenheit getroffen die einen Purpose implizieren? Testen Sie jeden formulierten Purpose mit der Frage: «Welche Geschäftsentscheidung hätten wir ohne diesen Purpose anders getroffen?» – wenn die Antwort leer bleibt, ist es kein echter Purpose. Messen Sie Purpose-Kommunikation mit dem Havas Meaningful Brands Index oder eigenen «Purpose-Resonanz»-Befragungen der Zielgruppe.