Marketing Glossar

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Branded Content

Definition: Branded Content bezeichnet von einer Marke finanzierte, initiierte oder produzierte Inhalte die primär auf Unterhaltung, Information oder emotionale Resonanz abzielen und die Marke dabei subtil oder explizit in den Inhalt einbetten – ohne dass das Produkt oder die Dienstleistung im Vordergrund steht. Kernunterschied zu klassischer Werbung: Branded Content hat einen eigenständigen Mehrwert den Konsumenten auch ohne den Markenkontext nachfragen würden. Abgrenzung ähnlicher Formate: Branded Content: marken-produziert, inhaltlicher Eigenwert, oft auf Drittplattformen oder eigenen Medienkanälen; Native Advertising: bezahlte Werbung die redaktionellen Kontext imitiert, meist kurzfristige Platzierung; Sponsored Content: redaktionell erstellter Inhalt von Dritten (Publisher), von Marke bezahlt; Content Marketing: Oberbegriff für alle markenfinanzierten inhaltlichen Maßnahmen. Formate: Dokumentarfilme, Kurzfilme, Podcasts, Webserien, Magazine, Events, Musik-Content, Sport-Events, Branded Entertainment.

Erläuterung

Branded Content ist kein neues Phänomen: Procter & Gamble erfand 1933 mit der Soap Opera «Ma Perkins» (gesponsert von Oxydol-Waschpulver) das erste Branded-Entertainment-Format im Radio – der Begriff «Soap Opera» verweist bis heute auf die Waschpulver-Sponsoren. Im Fernsehen sponserte Hallmark ab 1951 das «Hallmark Hall of Fame»-Drama. Die digitale Revolution demokratisierte Branded Content: Red Bull Media House (gegründet 2007 als eigene Medienmarke) ist das bekannteste Beispiel – Red Bull produziert Extremsport-Dokumentationen, betreibt TV-Sender (ServusTV), ein Musikmagazin und ein eigenes YouTube-Netzwerk mit Milliarden Views; der Content generiert Reichweite und Engagement die Red Bull hätte nicht anders erreichen können. Laut Nielsen-Studien (2018–2022) wird Branded Content von 59% der Konsumenten positiver bewertet als traditionelle Werbung wenn der Inhalt echten Mehrwert bietet; die Brand-Recall-Rate liegt 59% höher als bei Standard-Display-Werbung. Die Herausforderung: der «Golden-Test» – würde dieser Content auch ohne die Marke existieren können und konsumiert werden?

Ikonische Branded-Content-Beispiele

Branded Content vs. Native Advertising vs. Sponsored Content

Messung und KPIs für Branded Content

Praxistipp: Stellen Sie bei der Konzeption von Branded Content die Frage: «Würde diesen Inhalt jemand auch konsumieren wenn keine Marke dahintersteht?» – nur wenn die Antwort Ja ist hat der Content das Potenzial wirklich zu wirken. Branded Content muss die Werte und DNA der Marke verkörpern ohne zum Werbefilm zu werden: das Produkt darf sichtbar sein, darf aber nie der Hauptfokus sein. Für kleinere Budgets: Branded Podcasts oder Branded Dokumentar-Kurzfilme (3–8 Minuten) bieten starkes Branded-Content-Potenzial zu vergleichsweise niedrigen Produktionskosten.