Marketing Glossar

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Content Curation

Definition: Content Curation ist das systematische Sammeln, Auswählen, Kommentieren und Teilen von themenrelevanten Inhalten Dritter – mit dem Ziel der eigenen Zielgruppe einen kuratierten, redaktionell eingeordneten Überblick über ein Themengebiet zu bieten. Kernprinzip: Der Curator fügt durch seine Auswahl, Priorisierung und Einordnung eigenen Mehrwert hinzu – Content Curation ist keine bloße Aggregation oder Weiterleitungsfunktion, sondern ein redaktioneller Akt. Curation-Formate: kuratierter Newsletter-Roundup (wöchentliche Auswahl der wichtigsten Artikel zu einem Thema); Social-Media-Curation (Sharing von relevantem Content mit persönlicher Einordnung); kuratierte Artikel-Sammlung auf der eigenen Website («Best of»-Seite); Podcast-Episoden über curated Reading («Diese Woche gelesen:»); kuratierte Event-Playlists oder Ressourcen-Listen.

Erläuterung

Rohit Bhargava formulierte 2011 in seinem einflussreichen Blogpost «Manifesto for the Content Curator» das theoretische Fundament: er beschrieb den Content Curator als neue Rolle im digitalen Ökosystem – ähnlich einem Museumskurator der nicht alle Kunstwerke schafft, sondern auswählt, ordnet und kontextualisiert was die Besucher sehen. Bhargava identifizierte fünf Curation-Typen: Aggregation (das Sammeln aller relevanten Informationen), Distillation (Reduzierung auf das Wesentlichste), Elevation (Erkennen von größeren Trends in kleinen Signalen), Mashup (Kombination von Quellen zu neuer Perspektive), Chronologie (zeitliche Einordnung von Entwicklungen). Morning Brew (gegründet 2015 von Alex Lieberman und Austin Rief) ist das bekannteste Beispiel für Content-Curation als Geschäftsmodell: der tägliche Newsletter kuratiert Wirtschaftsnachrichten mit leichtem Ton und erreichte 2020 über 2,5 Millionen Abonnenten – Business Insider erwarb 2020 eine Mehrheitsbeteiligung für einen Wert von ~75 Mio. USD. The Hustle (Sam Parr, gegründet 2016, von HubSpot 2021 für ~27 Mio. USD erworben) folgte demselben Curation-Newsletter-Modell. Beide Erfolge belegen dass expertengeleitet kuratierter Content eine eigenständige Medien-Gattung darstellt die Werbeeinnahmen und M&A-Bewertungen generiert.

Content-Curation-Frameworks und Mehrwert-Strategien

Tools und Workflows für systematische Curation

Rechtliche Aspekte der Content Curation

Praxistipp: Richten Sie sich einen Feedly-Account mit 20–30 RSS-Feeds Ihrer wichtigsten Branchen-Quellen ein und reservieren Sie täglich 15 Minuten für das Screening – so bauen Sie innerhalb einer Woche einen Pool von curierten Inhalten auf den Sie für Newsletter und Social Media nutzen können. Der entscheidende Unterschied zwischen gutem und schlechtem Curation-Content liegt im Kommentar: teilen Sie nie ohne 2–4 eigene Sätze die den Artikel einordnen, eine Schlussfolgerung ziehen oder Ihre persönliche Meinung kommunizieren – nur dann schaffen Sie für Ihre Leser echten Mehrwert gegenüber dem Original-Artikel.