Marketing Glossar

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Social Shares

Definition: Social Shares bezeichnen die Anzahl wie oft ein Inhalt auf sozialen Netzwerken (LinkedIn, Facebook, Twitter/X, WhatsApp, Pinterest etc.) geteilt, weitergeleitet, repostet oder per Direktnachricht verbreitet wird. Als Distributions-Metrik messen Social Shares die organische Weiterverbreitung durch Nutzer und sind ein wichtiger Qualitäts-Indikator: ein Inhalt wird nur dann geteilt wenn er beim Leser eine ausreichend starke Reaktion (Lachen, Staunen, Empörung, Inspiration, Nützlichkeit-Erkenntnis) auslöst um das soziale Risiko des Teilens zu rechtfertigen. Strategische Bedeutung: Social Shares multiplizieren die Reichweite organisch ohne zusätzliche Werbekosten; Inhalte mit hoher Social-Share-Rate erhalten mehr Backlinks (BuzzSumo-Studie 2019: Korrelation zwischen Social Shares und eingehenden Backlinks) was wiederum SEO-Rankings verbessert; Social Shares auf LinkedIn und Twitter/X haben besondere Relevanz für B2B-Thought-Leadership-Positionierung.

Erläuterung

Die Forschung zu Social Sharing und viralem Content hat sich zu einem eigenständigen akademischen Feld entwickelt. Jonah Berger (Professor für Marketing an der Wharton School, University of Pennsylvania) publizierte in «Contagious: Why Things Catch On» (2013, Simon & Schuster) das STEPPS-Framework das sechs Faktoren beschreibt die Inhalte teilenswert machen: Social Currency (macht das Teilen den Teiler gut aussehen?), Triggers (wird der Inhalt durch alltägliche Ereignisse ausgelöst?), Emotion (löst er starke emotionale Reaktionen aus?), Public (ist er öffentlich sichtbar?), Practical Value (bietet er praktischen Nutzen?), Stories (ist er in eine Geschichte eingebettet?). Berger's Forschung basiert auf Jahrzehnten von Studien und belegt empirisch welche Inhalts-Eigenschaften Sharing fördern. BuzzSumo (gegründet 2013 in London von James Blackwell und Henley Wing) führte mit 100 Millionen Artikeln (veröffentlicht 2019) die bislang größte Untersuchung zu Content-Performance durch: Ergebnisse zeigten dass 50% aller Artikel keinerlei Social Shares erhalten; nur ~10% aller Artikel erhalten 90% aller Shares; Listen-Formate und Artikel mit langen Headlines (über 14 Wörter) erhalten deutlich mehr Shares als kurze Headlines; Emotionale Trigger (Awe, Laughter, Amusement) sind die stärksten Share-Katalysatoren. Die RadiumOne-Studie «The Dark Side of Mobile Viral Content» (Gian Fulgoni, CEO comScore, 2012) entdeckte das Phänomen des «Dark Social»: ~70% aller Social Shares finden nicht über öffentlich messbare Social-Buttons statt sondern über private Kanäle wie Copy-Paste von URLs, E-Mail-Weiterleitungen, WhatsApp und direkte Messaging-Apps – was bedeutet dass traditionelle Share-Metriken nur einen Teil der tatsächlichen Verbreitung abbilden.

Faktoren die Social Shares steigern

Dark Social und vollständiges Share-Tracking

Praxistipp: Optimieren Sie für jeden veröffentlichten Artikel die Open-Graph-Tags (og:title, og:description, og:image) bevor Sie den Artikel teilen – das Bild und die Beschreibung die beim Teilen erscheinen entscheiden maßgeblich über die Share-Rate in Social Networks. Prüfen Sie mit socialsharepreview.com wie Ihr Artikel auf LinkedIn, Twitter und Facebook aussieht wenn geteilt. Für maximale Share-Motivation: binden Sie am Artikelende einen konkreten Aufruf zum Teilen ein («Wenn dieser Artikel hilfreich war – teilen Sie ihn mit jemandem der das gerade braucht») und geben Sie an was die Person in ihrem Netzwerk damit gibt. Tracking: installieren Sie für Ihre wichtigsten Blog-Artikel trackbare UTM-Links via Bitly und überwachen Sie in Google Analytics 4 den Direktzugriff-Traffic als Proxy für Dark-Social-Verbreitung.