Marketing Glossar

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Brand Safety

Definition: Brand Safety bezeichnet die Gesamtheit der Maßnahmen, Technologien und Standards, die sicherstellen, dass Werbeanzeigen nicht in einem inhaltlichen Umfeld ausgeliefert werden, das der werbenden Marke schaden könnte. Zu solchen schädlichen Umfeldern zählen Inhalte, die Gewalt, Hassrede, Extremismus, Pornografie, Terrorismus, Drogenkonsum oder andere gesellschaftlich oder rechtlich problematische Themen beinhalten. Brand Safety ist eines der zentralen Qualitätsprobleme des programmatischen Advertisings: Da in Real-Time Bidding Anzeigenplatzierungen automatisiert und in Millisekunden entschieden werden, besteht das strukturelle Risiko, dass Werbung auf Tausenden von Websites und in Millionen von Content-Umgebungen erscheint, die kein Mensch vorab geprüft hat. Wird eine Markenwerbung neben extremistischen Inhalten oder in einer kontextuell unpassenden Umgebung gesichtet, kann dies zu erheblichen Reputationsschäden, Boykotten, medialer Aufmerksamkeit und letztlich zu Umsatzeinbußen führen. Brand Safety ist daher nicht nur ein technisches, sondern ein strategisches und reputationskritisches Thema für Advertiser. Wichtige Standards kommen von der Global Alliance for Responsible Media (GARM) und dem Interactive Advertising Bureau (IAB); spezialisierte Technologieanbieter wie Integral Ad Science (IAS) und DoubleVerify bieten Verifikations- und Blockierungslösungen an.

Erläuterung

Das Brand-Safety-Problem hat sich mit dem Aufstieg des programmatischen Advertisings dramatisch verschärft. In der Ära des Direct IO (direkter Mediaeinkauf beim Publisher) war Brand Safety durch die manuelle Auswahl von Premiumpublishern weitgehend kontrollierbar. Mit dem Open Auction im programmatischen Ökosystem buchten Advertiser jedoch automatisiert Inventar auf Hunderttausenden von Websites – viele davon ohne direkte Überprüfung durch den Advertiser.

Aufsehen erregten insbesondere Fälle wie der YouTube-Brand-Safety-Skandal von 2017, bei dem Markenanzeigen neben extremistischen Videos erschienen und zahlreiche große Advertiser ihre YouTube-Ausgaben vorübergehend stoppten. Solche Vorfälle haben die Branche dazu bewegt, einheitliche Standards zu entwickeln und Technologien zur automatisierten Inhaltskategorisierung und -blockierung zu etablieren.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen Pre-Bid-Brand-Safety (Verhinderung der Auslieferung durch Blacklists und Kategorienfilter vor der Auktion) und Post-Bid-Verifikation (Messung und Reporting nach der Auslieferung, ob die Anzeige tatsächlich in einem sicheren Umfeld erschienen ist). Nur die Kombination beider Ansätze bietet umfassenden Schutz.

GARM-Kategorien unsicherer Inhalte

Technologien und Schutzmaßnahmen

Brand Safety im Verhältnis zu Brand Suitability

Praxistipp: Setzen Sie Brand-Safety-Filter nicht pauschal auf Maximum, sondern definieren Sie markenindividuelle Kategorien gemeinsam mit dem Mediaagency und dem Brand-Team. Ein undifferenzierter Ausschluss aller Nachrichteninhalte kostet wertvolle Reichweite auf seriösen Premiumpublishern. Nutzen Sie einen zertifizierten Verifikationspartner wie IAS oder DoubleVerify für Pre-Bid-Filtering und Post-Bid-Reporting, und überprüfen Sie die Auslieferungsberichte regelmäßig. Bei kritischen Kampagnen oder sensiblen Markensituationen ist ein striktes Publisher-Whitelist-Modell über Private Marketplaces die sicherste, wenn auch kostenintensivste Option.