Marketing Glossar

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CPV (Display)

Definition: CPV steht für Cost per View (Kosten pro Videoaufruf) und bezeichnet ein Abrechnungsmodell für Videowerbung, bei dem der Werbetreibende nur dann zahlt, wenn ein Nutzer das Video bis zu einem definierten Mindestanteil angesehen hat – typischerweise entweder 30 Sekunden oder bis zum Ende des Videos (bei kürzeren Formaten). Die Berechnungsformel lautet: CPV = Gesamtwerbekosten / Anzahl qualifizierter Views. Das CPV-Modell wurde insbesondere durch YouTube TrueView populär, wo es als Standardabrechnungsmodell für skippable In-Stream-Anzeigen eingesetzt wird: Der Werbetreibende zahlt erst, wenn der Nutzer die Anzeige nicht nach den ersten fünf Sekunden überspringt, sondern mindestens 30 Sekunden lang (oder bis zum Ende bei kürzeren Spots) weitergeschaut hat. Dieser Mechanismus stellt sicher, dass die Zahlung an tatsächlich wahrgenommene Werbung geknüpft ist, und nicht an die bloße Ausspielung einer Impression. Das CPV-Modell ist eng mit dem Konzept der Completed Views (vollständig angesehene Videoanzeigen) verwandt und wird im programmatischen Videowerbemarkt neben CPM und CPC als dritte wichtige Abrechnungswährung eingesetzt.

Erläuterung

Die genaue Definition eines "qualifizierten Views" variiert je nach Plattform und Vereinbarung. Bei YouTube TrueView gilt, wie beschrieben, die 30-Sekunden-Schwelle oder das vollständige Ansehen des Videos. Auf anderen Plattformen können andere Schwellenwerte gelten: Manche Systeme definieren einen View als vollständig abgespielte Anzeige (Completed View), andere als mindestens 50 % der Laufzeit gesehen. Diese Unterschiede erschweren plattformübergreifende Vergleiche und sollten bei der Kampagnenplanung und -analyse explizit berücksichtigt werden.

CPV-Preise variieren erheblich nach Plattform, Zielgruppe und Wettbewerbsintensität. Bei YouTube liegen CPV-Werte typischerweise zwischen 0,01 und 0,10 Euro, wobei stark nachgefragte Zielgruppen und populäre Content-Umfelder höhere Preise erzielen. Auf Premium-Video-Publishern außerhalb von YouTube können CPV-Äquivalente deutlich höher sein. Wichtig: CPV-Preise für nicht-skippable Ads sind rein konzeptionell und entsprechen dem Verhältnis von Gesamtkosten zu Impressionen, da bei non-skippable Formaten ohnehin jede Impression zu einem vollständigen View wird.

Die View Rate (auch: VTR, View-Through-Rate) ist die wichtigste Qualitätskennzahl im CPV-Kontext. Sie gibt an, welcher Prozentsatz der Nutzer, denen die Anzeige ausgespielt wurde, diese tatsächlich vollständig oder bis zur Abrechnungsschwelle angesehen hat. Formel: View Rate = Anzahl Views / Anzahl Impressionen × 100. Eine hohe View Rate signalisiert, dass das Creative relevant und ansprechend ist – Nutzer entscheiden sich aktiv dafür, weiterzuschauen, anstatt zu skippen. Eine niedrige View Rate deutet auf einen schwachen Einstieg, mangelnde Relevanz oder eine unpassende Zielgruppe hin.

Der Zusammenhang zwischen View Rate und CPV ist eng: Bei fixem CPM-Einkauf ergibt sich ein effektiver CPV aus CPM dividiert durch View Rate. Eine höhere View Rate senkt also den effektiven CPV und macht die Kampagne effizienter. Umgekehrt steigt bei direktem CPV-Einkauf der Gesamtimpressionsaufwand, wenn die View Rate sinkt – der Publisher muss mehr Anzeigen ausspielen, um die gebuchte Anzahl Views zu erzielen.

Abgrenzung und verwandte Kennzahlen

Optimierungsansätze für CPV-Kampagnen

Praxistipp: Optimieren Sie CPV-Kampagnen primär nach View Rate und nicht nur nach Gesamtausgaben – eine höhere View Rate bedeutet, dass mehr Nutzer das Video freiwillig ansehen, was auf höhere Relevanz und bessere Werbewirkung hindeutet. Analysieren Sie die Quartile-Daten Ihrer Videospots: Wenn ein Großteil der Nutzer nach 50 % abspringt, ist der zweite Teil des Spots schwach oder zu lang. Kombinieren Sie CPV-Messung mit Brand-Lift-Studien, um den tatsächlichen Markenwirkungsbeitrag über die reine Viewzahl hinaus zu verstehen.