Marketing Glossar

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Floor Price

Definition: Der Floor Price (deutsch: Mindestpreis oder Preisboden) ist der von einem Publisher oder einer Supply-Side-Plattform (SSP) festgelegte Mindest-CPM-Preis, den ein Werbetreibender in einer programmatischen Auktion bieten muss, damit sein Gebot berücksichtigt wird. Gebote, die diesen Preis unterschreiten, werden abgelehnt – die entsprechende Impression bleibt entweder unverkauft (unfilled) oder wird an eine niedrigere Demand-Quelle weitergeleitet. Der Floor Price ist damit das zentrale Preissteuerungsinstrument auf der Angebotsseite des programmatischen Ökosystems. Er schützt Publisher davor, ihr Inventar unter Wert zu verkaufen, und signalisiert Advertisern den Mindestwert, den der Publisher seiner Werbefläche beimisst. In der Praxis existieren verschiedene Typen von Floor Prices – Hard Floors und Soft Floors – die in Second-Price-Auktionen unterschiedliche Wirkungen entfalten. Die Optimierung von Floor Prices ist eine der wichtigsten und technisch komplexesten Disziplinen im Publisher-Yield-Management.

Erläuterung

Im Kontext der programmatischen Auktion funktioniert der Floor Price als absolute Untergrenze: Liegt das höchste eingehende Gebot unterhalb des definierten Floor Prices, wird die Impression nicht verkauft. Das Ad bleibt leer oder wird über einen Passback-Tag an eine alternative Demand-Quelle weitergegeben. Liegt das höchste Gebot über dem Floor Price, wird die Impression versteigert – in einer Second-Price-Auktion zu dem Preis, den der zweithöchste Bieter geboten hat (sofern dieser über dem Floor liegt), oder zum Floor Price selbst, wenn kein zweiter Bieter über dem Floor liegt.

Historisch war die Unterscheidung zwischen Hard Floor und Soft Floor von großer Bedeutung. Ein Hard Floor ist ein absolutes Minimum: Kein Gebot darunter wird akzeptiert. Ein Soft Floor hingegen verändert den Auktionsmechanismus: Er definiert einen Schwellenwert, ab dem der Auktionssieger seinen eigenen Gebotspreis zahlt (First-Price-Behaviour) statt nur knapp über dem zweithöchsten Gebot zu liegen. Soft Floors wurden besonders im Kontext von Second-Price-Auktionen eingesetzt, um die Publisher-Erlöse zu erhöhen.

Mit dem weitgehenden Übergang der Branche zu First-Price-Auktionen (ab 2019/2020 bei den meisten großen Exchanges) hat sich die Bedeutung von Hard und Soft Floors verändert. In einer First-Price-Auktion zahlt der Gewinner seinen eigenen Gebotspreis – der Floor Price bleibt relevant als Mindestpreis, aber die strategische Komplexität rund um Soft Floors ist gesunken. Stattdessen gewinnt dynamisches Floor-Price-Management an Bedeutung.

Dynamisches Floor-Price-Management bedeutet, dass Floor Prices nicht mehr statisch festgelegt werden, sondern sich automatisch auf Basis historischer Gebotsdaten, Nachfragesignale, Tageszeit, Gerät, Geografie und Nutzerkontext anpassen. SSPs wie OpenX, PubMatic, Magnite oder Google Ad Manager bieten algorithmusbasierte Floor-Optimization-Tools an, die den optimalen Floor Price für jede einzelne Impression in Echtzeit berechnen. Ziel ist es, den Gleichgewichtspunkt zu finden, bei dem noch genug Gebote über dem Floor liegen, um eine hohe Fill Rate zu sichern, gleichzeitig aber kein Umsatz durch zu niedrige Preise verschenkt wird.

Hard Floor vs. Soft Floor vs. dynamischer Floor

Floor Price aus Publisher- und Advertiser-Perspektive

Praxistipp: Als Publisher sollten Sie Floor Prices nicht pauschal setzen, sondern nach Inventarqualität, Placement, Gerät, Geografie und Tageszeit differenzieren. Analysieren Sie regelmäßig die Gebotslandschaft Ihres Inventars: Welche Segmente erzielen welche Durchschnittsgebote? Setzen Sie Floor Prices so, dass sie leicht unter dem 25. Perzentil der eingehenden Gebote liegen – so sichern Sie hohe Fill Rate und schöpfen dennoch Erlöspotenzial. Als Werbetreibender nutzen Sie Floor-Price-Informationen aus Ihrem DSP-Reporting, um Ihre Bidding-Strategie zu optimieren und in hart umkämpften Inventarsegmenten präzise zu bieten.