Marketing Glossar

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Out-Stream Ad

Definition: Ein Out-Stream Ad ist ein Videowerbeformat, das vollständig unabhängig von eigenem Video-Content auf einer Website oder in einer App erscheint. Im Gegensatz zu In-Stream Ads (Pre-Roll, Mid-Roll, Post-Roll), die vor, während oder nach einem redaktionellen Video abgespielt werden, tritt ein Out-Stream Ad im Textumfeld, im Content-Feed oder in einem Standard-Bannerbereiche auf. Das Kernprinzip: Das Video startet automatisch – in der Regel stumm – sobald es in den sichtbaren Bildschirmbereich des Nutzers scrollt, und pausiert oder blendet sich aus, sobald es den sichtbaren Bereich verlässt. Dies gewährleistet, dass Werbeausgaben nur für tatsächlich wahrgenommene Sichtkontakte anfallen. Out-Stream Ads haben den digitalen Video-Werbemarkt fundamental verändert: Vor ihrer Einführung war Video-Inventar ausschließlich auf Plattformen mit eigenem Videoangebot verfügbar (YouTube, Mediatheken). Out-Stream ermöglicht es jedem textbasierten Publisher – Nachrichtenportalen, Blogs, Fachmagazinen – Videoinventar anzubieten und damit an den deutlich höheren Video-CPMs zu partizipieren. Für Werbetreibende bedeutet dies ein massiv größeres Pool an verfügbarem Video-Inventar jenseits von YouTube und sozialen Netzwerken. Gängige Out-Stream-Varianten sind In-Read (im Textfluss zwischen Absätzen), In-Feed (in sozialen Netzwerk-Feeds oder Content-Listen) und In-Banner (Videocontent in einem klassischen Display-Banner-Platzierung).

Erläuterung

Out-Stream Ads lösen ein grundlegendes Problem des Video-Advertisings: die Knappheit von In-Stream-Inventar. In-Stream-Placements sind auf Plattformen mit eigenem Video-Content beschränkt – YouTube, Streaming-Dienste, Mediatheken – und damit für viele Publisher schlicht nicht verfügbar. Nachrichtenportale, Ratgeber-Websites und Fachmagazine haben zwar millionenfache Reichweiten, aber wenig oder kein eigenes Videomaterial. Out-Stream schließt diese Lücke: Der Videoplayer wird im redaktionellen Textumfeld dynamisch eingeblendet, wenn ein Nutzer dorthin scrollt. Das bedeutet für Publisher neue Einnahmequellen und für Advertisern zugang zu Video-Inventar auf Domains, die sie nur über Display-Banner oder sponsorierte Artikel hätten erreichen können. Aus Advertiser-Sicht ist Out-Stream deshalb interessant, weil die Markenwirkung von Videowerbung höher ist als die von Bannerwerbung, die Completion Rates zwar geringer als bei skippable Pre-Rolls auf YouTube, aber die TKPs oft günstiger sind und die Inventarverfügbarkeit deutlich größer. Allerdings muss man die besondere Aufmerksamkeitsdynamik von Out-Stream berücksichtigen: Ein Nutzer der einen Text liest und plötzlich mit einem autoplaying Video konfrontiert wird, zeigt eine andere Aufmerksamkeitsqualität als jemand, der aktiv einen Film schauen möchte und zuerst eine Werbung sieht. Creative-Anpassungen – insbesondere der Verzicht auf Ton und die Nutzung von Untertiteln – sind deshalb für Out-Stream zwingend erforderlich.

Varianten und Platzierungsformate

Technische Umsetzung und Standards

Out-Stream vs. In-Stream: Vergleich und Einsatzgebiete

Praxistipp: Produzieren Sie für Out-Stream-Kampagnen immer eine „Sound-Off"-Version Ihrer Videocreatives: Untertitel für alle gesprochenen Inhalte, visuelle Markendarstellung in den ersten 3 Sekunden und ein klarer CTA-Text im Frame. Über 80 % der Out-Stream-Impressionen werden stumm konsumiert. Messen Sie nicht nur die Completion Rate, sondern auch die Viewable Time – ein Video das zwar zu 80 % abgespielt wird, aber nur 4 Sekunden tatsächlich sichtbar war, hat wenig Werbewirkung erzielt. Setzen Sie Out-Stream als ergänzenden Kanal neben In-Stream ein: Out-Stream skaliert die Reichweite, In-Stream liefert die Tiefe der Markenbotschaft.