Marketing Glossar

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Post-Roll

Definition: Ein Post-Roll ist ein In-Stream-Videowerbeformat, das nach dem Ende des eigentlichen Videoinhalts automatisch abgespielt wird. Es gehört zur Gruppe der In-Stream-Anzeigen und ist neben dem Pre-Roll (vor dem Video) und dem Mid-Roll (während des Videos) eine der drei klassischen Positionen für Video-Advertising innerhalb eines Video-Players. Der Post-Roll erreicht Nutzer in einem Moment, in dem der angestrebte Content vollständig konsumiert wurde: Der Nutzer hat das Video zu Ende gesehen und befindet sich in einem abgeschlossenen, oft entspannten Konsumzustand. Dieser Kontext hat sowohl Vor- als auch Nachteile: Einerseits fehlt die Motivation, das Video weiterzusehen – die Hauptmotivation, die beim Pre-Roll den Nutzer zwingt, die Werbung (zumindest kurz) zur Kenntnis zu nehmen; andererseits ist der Nutzer nicht abgelenkt und steht vor der Folgefrage "Was schaue ich als nächstes?" – ein Moment, in dem eine relevante Werbebotschaft eine Handlung auslösen kann. Technisch werden Post-Rolls über VAST-Tags (Video Ad Serving Template) in den Video-Player eingebunden. Die Auslieferung erfolgt über denselben Mechanismus wie Pre-Rolls: Der Video-Player fragt beim Ad-Server nach einem Ad-Tag für die Post-Roll-Position, und der Ad-Server liefert das entsprechende Creative. Im programmatischen Umfeld werden Post-Rolls über DSPs eingekauft, die per OpenRTB-Protokoll Bid Requests für die jeweilige Video-Position spezifizieren. Der Post-Roll ist seltener verfügbar als der Pre-Roll – viele Publisher setzen ihn nicht ein, da die Nutzerakzeptanz geringer ist und die Verweildauer nach Videoende schnell abnimmt.

Erläuterung

Post-Rolls werden häufig unterschätzt, weil ihre Completion Rates – der Anteil der Nutzer, die die Werbung vollständig anschauen – im Vergleich zu Pre-Rolls niedriger ausfallen. Dies liegt daran, dass Nutzer nach dem Ende eines Videos häufig sofort zur nächsten Aktion übergehen (nächstes Video, Tab schließen, zurückscrollen). Dennoch bieten Post-Rolls spezifische Vorteile in bestimmten Kampagnenkontexten, insbesondere dann, wenn der Content-Konsum eine thematische Verbindung zur Werbebotschaft herstellt oder wenn der Nutzer bereits durch den Videoinhalt in eine kaufaffine Stimmung versetzt wurde.

Performance-Charakteristik und Vergleich der Roll-Positionen

Technische Einbindung und Plattform-Verfügbarkeit

Strategische Einsatzmöglichkeiten

Praxistipp: Nutzen Sie Post-Rolls gezielt für starke Call-to-Action-Botschaften mit kurzer, prägnanter Aussage (15 Sekunden oder weniger), da die Aufmerksamkeit nach Content-Ende schnell schwindet. Setzen Sie Post-Roll-Inventar in separaten Kampagnen ein und messen Sie Completion Rate, CTR und View-Through-Rate separat von Pre-Roll-Kampagnen – vermischen Sie die Formate nicht, da ihre Performance-Charakteristiken grundlegend verschieden sind und eine kombinierte Auswertung die Optimierung erschwert. Günstigere Post-Roll-CPMs bieten eine kosteneffiziente Ergänzung für Retargeting-Botschaften an einem Moment aktiver Nutzerentscheidung.