Marketing Glossar

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Prospecting

Definition: Prospecting bezeichnet im Display und Programmatic Advertising die gezielte Ansprache neuer, potenzieller Kunden, die noch keinen Kontakt mit einer Marke oder Website gehabt haben – im Gegensatz zum Retargeting, das bereits bekannte Nutzer erneut anspricht. Prospecting ist die Upper-Funnel-Funktion programmatischer Kampagnen: Es füllt den Marketing-Funnel mit frischen Nutzern, die als relevant für das beworbene Angebot eingestuft werden, aber bislang weder die Website besucht noch eine Interaktion mit der Marke gezeigt haben. Die Ansprache im Prospecting erfolgt auf Basis von Targeting-Signalen, die keine direkte Markeninteraktion erfordern: demografische Merkmale (Alter, Geschlecht, Haushaltseinkommen), geografische Parameter, Interessen und Verhaltensweisen (Third-Party-Audience-Segmente), kontextuelle Signale (Thema der Seite auf der die Anzeige erscheint), Lookalike Audiences (algorithmisch erzeugte Zwillings-Zielgruppen auf Basis von Bestandskunden) sowie In-Market-Segmente (Nutzer, die aktuell aktiv Kaufabsicht in einer Produktkategorie zeigen). Im programmatischen Ökosystem wird Prospecting über DSPs wie DV360, The Trade Desk oder Amazon DSP durchgeführt, die Zugang zu hunderten von Publisher-Websites und Milliarden von Impressionen pro Tag bieten. Da Prospecting-Nutzer keine Vorkenntnis der Marke haben, sind Conversion Rates grundsätzlich niedriger als im Retargeting – der Erfolg wird daher nicht primär an direkten Conversions gemessen, sondern an Reichweite, Markenbekanntheit, Erstbesuchen auf der Website und langfristiger Funnel-Befüllung.

Erläuterung

Prospecting ist die notwendige Voraussetzung für nachhaltiges Wachstum im Performance-Marketing: Ohne konstante Neuzuführung von Nutzern in den oberen Funnel erschöpft sich jede Retargeting-Kampagne mit der Zeit, da die verfügbare Retargeting-Audience schrumpft. Das optimale Verhältnis zwischen Prospecting- und Retargeting-Budget hängt von der Funnel-Größe, dem Wachstumsziel und der Konversionsrate ab – typischerweise werden 60–80 % des Programmatic-Budgets für Prospecting und 20–40 % für Retargeting eingesetzt, wobei der Retargeting-Anteil bei etablierten Unternehmen mit großer Website-Audience höher sein kann.

Targeting-Methoden im Prospecting

Messung und KPIs für Prospecting-Kampagnen

Prospecting in der Cookieless-Ära

Praxistipp: Bauen Sie Ihre Prospecting-Zielgruppen hierarchisch auf: Beginnen Sie mit Lookalike Audiences auf Basis Ihrer besten Konverter (höchste Qualität, geringste Skalierung), erweitern Sie schrittweise auf Lookalikes von Website-Besuchern und dann auf In-Market-Segmente (mehr Reichweite, geringere Konversionswahrscheinlichkeit). Messen Sie den Erfolg Ihrer Prospecting-Kampagnen nicht primär an direkten Post-Click-Conversions, sondern an der Qualität des Website-Traffics (Time on Site, Bounce Rate, Seiten pro Session) und – bei ausreichendem Budget – über Holdout-Tests zum Nachweis inkrementeller Website-Visits und Conversions. Ein gut kalibriertes Prospecting senkt langfristig die Kundenakquisitionskosten durch Füllung des Retargeting-Pools mit qualitativ hochwertigen Nutzern.