Marketing Glossar

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Skyscraper Ad Format

Definition: Das Skyscraper Ad Format ist ein hochformatiges Display-Bannerformat, das vertikal in der Randspalte von Webseiten positioniert wird. Der IAB (Interactive Advertising Bureau) definiert als Standard-Skyscraper das Format 120×600 Pixel und als Wide Skyscraper das in der Praxis deutlich weiter verbreitete Format mit 160×600 Pixeln. Der Name leitet sich von der Ähnlichkeit mit einem Wolkenkratzer ab: schmal, aber sehr hoch. Das Format zählt zu den klassischen IAB-Standard-Bannergrößen und wird seit den frühen 2000er Jahren im Online-Advertising eingesetzt. Es bietet aufgrund seiner vertikalen Ausdehnung besondere Möglichkeiten für narrative oder mehrstufige Werbebotschaften und bleibt im Sichtfeld des Nutzers, während dieser eine Seite nach unten scrollt, sofern es als Sticky Ad implementiert ist. In der Desktopwerbung ist der Wide Skyscraper (160×600 px) ein fester Bestandteil des Inventarangebots vieler Publisher, insbesondere auf redaktionellen Nachrichtenportalen, Fachmedien und Content-Plattformen. Auf Mobilgeräten wird das Format aufgrund der geringen Bildschirmbreite kaum eingesetzt; hier dominieren horizontale Formate oder Fullscreen-Interstitials. Der Skyscraper konkurriert in der Seitenleiste häufig mit dem Half Page Ad (300×600 px), das mehr kreative Fläche bietet, jedoch auch mehr Platz auf der Publisher-Seite beansprucht. Die Abrechnungsgrundlage ist standardmäßig CPM (Cost per Mille), also pro tausend ausgelieferten Impressionen; im programmatischen Handel wird der Preis in Echtzeit via RTB bestimmt. Werbetreibende können Skyscraper-Inventar sowohl im Open Exchange einkaufen als auch über Private Marketplace Deals oder Programmatic-Guaranteed-Vereinbarungen mit ausgewählten Publishern sichern.

Erläuterung

Der Skyscraper hat eine lange Geschichte im digitalen Advertising und gilt als eines der etabliertesten Display-Formate überhaupt. Trotz des Aufstiegs größerer und interaktiver Formate bleibt er ein unverzichtbarer Bestandteil des Inventarmixes vieler Publisher, weil er eine schlanke Seitenleistenfläche monetarisiert, ohne den Hauptinhalt zu überlagern. Für Werbetreibende bietet das Format ausreichend vertikalen Raum, um mehrteilige Botschaften, Produktabbildungen mit Begleittext oder animierte Sequenzen zu gestalten.

Im programmatischen Kontext wird das Skyscraper-Inventar wie alle anderen Standardformate über DSP-SSP-Verbindungen gehandelt. Aufgrund seiner langen Verfügbarkeit ist es in allen gängigen Ad-Server-Systemen hinterlegt und technisch vollständig standardisiert. Kampagnenmanager können gezielt Skyscraper-Platzierungen im Rahmen ihrer Display-Mediaplanung buchen und dabei sowohl Open-Exchange-Auktionen nutzen als auch exklusivere Deal-Typen abschließen.

Ein wesentliches Qualitätsmerkmal des Skyscrapers ist seine Viewability: Da das Format typischerweise oberhalb der Falz (above the fold) in der Seitenleiste platziert ist, erreicht es oft überdurchschnittliche Viewability-Werte im Vergleich zu Formaten, die weiter unten auf der Seite erscheinen. Bei Sticky-Implementierungen – wenn das Banner beim Scrollen im Viewport mitwandert – kann die Viewability nahezu 100 Prozent erreichen, was es zu einem attraktiven Format für Brand-Awareness-Kampagnen macht.

Die Herausforderung beim Skyscraper liegt in der kreativen Gestaltung: Das schmale, hohe Format erfordert ein gezielt vertikales Kreativkonzept. Standardlayouts aus anderen Formaten lassen sich nicht einfach übertragen. Textelemente müssen an die geringe Breite angepasst werden, und Call-to-Action-Buttons müssen trotz der schmalen Fläche gut klickbar und auf Touchscreens bedienbar sein. Rich-Media-Implementierungen, bei denen das Banner auf Interaktion mit einem Panel ausfahren kann (Expandable Ad), sind eine Möglichkeit, die effektive Werbefläche zu vergrößern, ohne dauerhaft mehr Publisher-Platz zu belegen.

Im Vergleich zu neueren Großformaten wie dem Portrait (300×1050 px) oder dem Billboard (970×250 px) wirkt der Skyscraper bescheidener, bietet jedoch ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis, da er auf deutlich mehr Publisher-Seiten verfügbar ist und entsprechend breitere Reichweite ermöglicht. Für Kampagnen mit hohem Reichweitenziel auf Desktop-Geräten ist der Wide Skyscraper daher nach wie vor eine solide Basiswahl im Formatmix.

Technische Spezifikationen

Vergleich mit verwandten Formaten

Praxistipp: Nutzen Sie den vertikalen Raum des Skyscrapers für ein klares visuelles Narrativ: Platzieren Sie oben die aufmerksamkeitserzeugende Headline oder das Produktbild, in der Mitte den Kernnutzen als kompakten Text und unten einen deutlichen Call-to-Action-Button. Vermeiden Sie es, das Banner mit zu vielen Textelementen zu überfrachten – weniger ist bei diesem schmalen Format mehr. Fragen Sie beim Publisher nach Sticky-Implementierungen, um die Viewability zu maximieren, und prüfen Sie im Campaign-Report, ob Ihr Skyscraper-Inventar tatsächlich überwiegend above-the-fold ausgeliefert wird. Planen Sie den Skyscraper stets gemeinsam mit dem Medium Rectangle (300×250 px) ein, um eine vollständige Seitenleisten-Coverage auf Desktop zu erreichen.