Amazon PPC
Definition: Amazon PPC (Pay-per-Click) ist das Werbeanzeigensystem von Amazon, das Händlern und Marken erlaubt, Produkte in den Suchergebnissen und auf Produktdetailseiten von Amazon zu bewerben. Abgerechnet wird pro Klick auf die Anzeige. Die drei Hauptformate sind Sponsored Products (Produktlistings), Sponsored Brands (Markenbanner) und Sponsored Display (Produktseiten und Off-Amazon). Amazon PPC ist ein essenzieller Kanal für Verkaufserfolg und Ranking auf Amazon.
Erläuterung
Amazon PPC funktioniert nach dem Auktionsprinzip: Händler bieten auf Keywords oder Produkt-Targets; das höchste Gebot im Verhältnis zur Relevanz bestimmt die Anzeigenposition. Anders als Google Ads zahlt man bei Amazon PPC nicht nur für Sichtbarkeit, sondern investiert direkt in Verkaufsgeschwindigkeit – und diese ist ein indirekter Ranking-Faktor im organischen Amazon-Algorithmus. Gut optimierte PPC-Kampagnen finanzieren sich durch gesteigertes organisches Ranking langfristig selbst.
Die drei Anzeigenformate
- Sponsored Products: Einzelne Produktlistings in Suchergebnissen und auf Produktseiten; höchste Verbreitung; direkt kauforientiert; Keyword- und ASIN-Targeting
- Sponsored Brands: Markenbanner mit Logo, Headline und bis zu 3 Produkten am oberen Suchergebnisrand; nur für Brand-Registry-Mitglieder; Markenaufbau + Conversion
- Sponsored Display: Display-Anzeigen auf Produktseiten (Retargeting von Produktbesuchern) und ausserhalb von Amazon; breiter Funnel; Überschneidung mit Amazon DSP
Auto- vs. Manual-Kampagnen
- Automatische Kampagnen: Amazon wählt Keywords und Targets selbständig; ideal zur Keyword-Recherche und Datengewinnung; weniger Kontrolle über Ausgaben
- Manuelle Keyword-Kampagnen: Händler definiert Keywords und Gebote; drei Match-Types: Broad (weit), Phrase (exakt inkl. Kontext), Exact (nur exakter Begriff)
- Manuelle Produkt-Targeting-Kampagnen: Anzeigen auf spezifischen Konkurrenz-ASINs oder Kategorien; effektiv für Wettbewerber-Targeting
- Empfohlener Workflow: Auto-Kampagne startet, erfolgreiche Keywords → Manual-Kampagne mit kontrollierten Geboten überführen
Wichtige Kennzahlen
- ACoS (Advertising Cost of Sales): Werbeausgaben ÷ Werbe-Umsatz × 100; Break-Even-ACoS = Bruttomarge; darunter = profitabel
- TACoS (Total ACoS): Werbeausgaben ÷ Gesamtumsatz (inkl. organisch); zeigt Abhängigkeit vom PPC-Kanal
- ROAS: Werbe-Umsatz ÷ Werbeausgaben; Kehrwert von ACoS; höher = effizienter
- CTR (Click-Through-Rate): Klicks ÷ Impressionen; niedriger CTR signalisiert schwaches Hauptbild oder irrelevantes Keyword
- CVR (Conversion Rate): Käufe ÷ Klicks; niedriger CVR deutet auf Listing-Schwäche hin (Bilder, Preis, Bewertungen)
Häufige Optimierungsfehler
- Negativ-Keywords nicht pflegen: Streuverluste durch irrelevante Suchanfragen fressen Budget
- ACoS-Ziel ohne Margen-Kalkulation setzen: ACoS unter 20 % klingt gut – ist bei 15 % Marge aber defizitär
- Kampagnen zu früh stoppen: Neue Produkte brauchen PPC-Unterstützung, bis organisches Ranking aufgebaut ist
- Gebote nie anpassen: Dynamische Gebotsstrategien (nach oben und unten) lassen Budget effizienter einsetzen
- Listing-Qualität ignorieren: Schwaches Listing mit viel PPC-Budget ist ineffizienter als optimiertes Listing mit geringem Budget