App Commerce
Definition: App Commerce bezeichnet den E-Commerce, der über native Smartphone- oder Tablet-Applikationen (Apps) abgewickelt wird, anstatt über einen mobilen Browser. Dedizierte Shopping-Apps bieten schnellere Performance, Push-Benachrichtigungen, Offline-Funktionalität und höhere Conversion Rates als mobile Webseiten. App Commerce ist Teil des übergeordneten Mobile Commerce (m-Commerce) und für grosse Händler oft der umsatzstärkste mobile Kanal.
Erläuterung
Grosse Händler wie Zalando, OTTO oder Amazon erzielen den Grossteil ihrer mobilen Umsätze über eigene Apps – nicht über mobile Browser. Der Grund: App-Nutzer sind loyaler, kaufen häufiger und haben einen höheren durchschnittlichen Bestellwert als Web-Besucher. Push-Benachrichtigungen ermöglichen direkten Kommunikationskanal ohne E-Mail-Öffnungsraten-Verlust. Für kleinere Shops ist die Entwicklung und Pflege einer nativen App jedoch kostspielig; Progressive Web Apps (PWAs) bieten eine kostengünstigere Alternative mit ähnlichen Grundfunktionen.
Native App vs. Progressive Web App (PWA)
- Native App: Für iOS (Swift/Objective-C) und Android (Kotlin/Java) separat entwickelt; beste Performance; voller Zugriff auf Gerätefunktionen; hohe Entwicklungs- und Wartungskosten; App-Store-Präsenz
- Progressive Web App (PWA): Webseite mit App-ähnlichem Verhalten; installierbar auf Homescreen; Push-Benachrichtigungen; Offline-Modus; einmalige Web-Entwicklung; kein App-Store nötig; geringere Performance als native App
- Hybrid-App: Web-Technologien in nativer App-Hülle (React Native, Flutter); Kompromiss aus Entwicklungseffizienz und nativer Erfahrung
- Empfehlung: KMU → PWA als ersten Schritt; grosse Händler mit hohem mobilem Traffic → native App
Vorteile von Shopping-Apps gegenüber mobilem Web
- Performance: Native Apps starten schneller; keine Browser-Overhead-Ladezeiten; flüssigere Animationen
- Push-Benachrichtigungen: Direkter Kanal zu Nutzern für Angebote, Bestellstatus, Warenkorb-Erinnerungen – ohne E-Mail
- Personalisierung: Applikationsstatus bleibt erhalten; Empfehlungen basieren auf detaillierter Nutzungshistorie
- Bezahlkomfort: Gespeicherte Zahlungsmethoden, Face ID/Touch ID für schnellen Checkout; deutlich höhere Checkout-Completion-Rate
- Kamerazugriff: Visual Search, AR-Try-on, Barcode-Scanner direkt aus der App
App-Metriken und KPIs
- App-Downloads und aktive Nutzer: MAU (Monthly Active Users) und DAU (Daily Active Users) als Engagement-Indikatoren
- Retention Rate: Anteil der Nutzer, die nach 1/7/30 Tagen noch aktiv sind; kritisch für App-Wirtschaftlichkeit
- In-App Conversion Rate: Typisch 3–5× höher als mobile Web-CVR bei gleichem Traffic
- App-AOV: Durchschnittlicher Bestellwert über App; oft 20–30 % höher als über Web
- Push-Opt-in-Rate: Anteil der Nutzer, die Push-Benachrichtigungen erlauben; Qualitätsmerkmal der App-Erfahrung
App-Marketing und User Acquisition
- App Store Optimization (ASO): Keywords, Screenshots, Bewertungen im App Store optimieren für organische App-Downloads
- App-Install-Kampagnen: Google UAC, Meta App-Kampagnen, Apple Search Ads für bezahlte App-Downloads
- Exklusive App-Angebote: App-only-Rabatte oder Early-Access erhöhen Download-Motivation für bestehende Web-Kunden