EAN / GTIN
Definition: EAN (European Article Number) und GTIN (Global Trade Item Number) sind internationale Produktidentifikationsnummern, die jeden Artikel weltweit eindeutig identifizieren. GTIN ist der übergeordnete Standard; EAN-13 ist die in Europa gebräuchlichste GTIN-Variante. GTINs werden von der Organisation GS1 vergeben, als Barcode auf Produkten angebracht und sind auf Marktplätzen wie Amazon und in Google-Shopping-Feeds für die korrekte Produktzuordnung und Kataloganreicherung unverzichtbar.
Erläuterung
GTINs sind das Rückgrat globaler Lieferketten und E-Commerce-Marktplätze: Sie ermöglichen es, dass Händler, Marktplätze, Logistiker und Retailer weltweit vom gleichen Produkt sprechen – ohne Namensambiguität. Eine EAN-13 auf der Verpackung wird zum Barcode im Lager, zur Pflichtangabe im Amazon-Listing und zum Qualitätssignal im Google-Shopping-Feed. Wer GTINs ignoriert, handelt sich Listing-Ablehnungen, schlechte Sichtbarkeit und Fulfillment-Probleme ein.
GTIN-Varianten und ihre Verwendung
- EAN-13 (GTIN-13): 13-stellig; Standard für Konsumgüter weltweit; auf fast allen Einzelhandels-Produkten zu finden
- EAN-8 (GTIN-8): 8-stellig; für kleine Produkte mit wenig Verpackungsfläche (z. B. Lippenstifte, Batterien)
- UPC-A (GTIN-12): 12-stellig; US-amerikanischer Standard; auf Amazon.com oft gefordert; in Deutschland und EU nicht direkt ausgestellt, aber kompatibel
- GTIN-14: 14-stellig; für Handelseinheiten (Kartons, Paletten); nicht für Einzelprodukte im Einzelhandel gedacht
- ISBN: Sonderform der GTIN für Bücher; 13-stellig (ISBN-13 = EAN-13 mit Präfix 978/979)
GS1: Vergabe und Kosten
- GS1 Deutschland: Einzige legitime Vergabestelle für GTINs in Deutschland; Mitgliedschaft erforderlich
- Kosten: Einmalige Aufnahmegebühr + jährlicher Mitgliedsbeitrag; abhängig vom Umsatz; ab ca. 150 € / Jahr für kleinste Unternehmen
- Firm Prefix: GS1 vergibt einem Unternehmen einen Firmenpräfix (z. B. 4012345-); daraus werden eigene GTINs abgeleitet; Anzahl möglicher GTINs abhängig von Präfix-Länge
- Drittanbieter-GTINs: Günstige GTIN-Pakete von eBay-Händlern oder Websites sind in aller Regel ungültig oder wiederverwendet; Amazon und andere Marktplätze erkennen und sperren diese
GTINs auf Amazon
- Pflichtangabe: Amazon verlangt für die meisten Kategorien eine gültige GTIN, um ein neues Produkt-Listing zu erstellen; ohne GTIN: Listing-Ablehnung
- Produktkatalog-Matching: Amazon gleicht die GTIN mit dem eigenen Produktkatalog ab; stimmt sie überein, wird das Listing mit bestehenden Daten angereichert; falsche GTIN führt zu Fehlzuordnungen
- GTIN-Exemption: Eigenmarken-Händler ohne Hersteller-GTIN können eine Ausnahme beantragen (über Seller Central → Listings → GTIN-Ausnahme); kategorie- und markenabhängig; erfordert Nachweis der Eigenmarke
- Varianten: Jede Produkt-Variante (Farbe, Grösse) benötigt eine eigene GTIN; eine Sammel-GTIN für alle Varianten ist nicht zulässig
GTINs in Google Shopping
- Qualitätssignal: GTIN im Produktfeed verbessert die Erkennungsrate durch Google; führt zu höherer Sichtbarkeit und besseren Klickraten
- Matching mit Shopping Graph: Google gleicht GTIN-Daten mit seinem Produktgraphen ab; Produkte mit valider GTIN erhalten angereichertes Listing (Preisvergleich, Bewertungen)
- Pflicht bei Marken-Produkten: Für Markenprodukte (MPN + GTIN bekannt) ist die Angabe in Google Merchant Center Pflicht; Fehlen führt zu Ablehnungen