Google Shopping
Definition: Google Shopping ist ein Werbe- und Produktentdeckungsdienst von Google, der Produktanzeigen mit Produktbild, Preis, Händlername und Bewertungen direkt in den Google-Suchergebnissen (als Shopping-Karussell oben) oder auf der Shopping-Registerkarte anzeigt. Die bezahlten Shopping-Anzeigen werden über Google Ads in Verbindung mit dem Google Merchant Center-Feed gesteuert. Zusätzlich gibt es kostenlose organische Produktlistings im Shopping-Tab, die ohne Klickkosten erscheinen.
Erläuterung
Google Shopping unterscheidet sich grundlegend von klassischen Suchanzeigen: Statt Keywords wählt Google selbst, welche Produkte bei welchen Suchanfragen erscheinen – basierend auf dem Produktfeed. Das bedeutet: Die Feedqualität (Titel, Bilder, Preise, GTIN) ist der primäre Hebel für Shopping-Performance, nicht das Keyword-Bidding. Ein schlecht optimierter Feed mit günstigem Gebot schlägt einen teuren Feed mit hohem Gebot oft nicht.
Shopping-Anzeigen-Formate
- Standard Shopping-Kampagnen: Produkt-Feed-basiert; manuelle Gebote (CPC) auf Produktgruppen möglich; gute Kontrolle über Ausgaben und Platzierungen; in Google Ads verwaltet
- Performance Max (PMax): Seit 2022 dominantes Format; vollautomatisiert; Google steuert Budget, Platzierungen und Gebote über alle Google-Kanäle (Shopping, YouTube, Display, Search, Discover); weniger Kontrolle, oft bessere Effizienz bei ausreichenden Conversion-Daten
- Kostenlose Produktlistings: Organic Shopping im Shopping-Tab; ohne Kosten; Sichtbarkeit abhängig von Feedqualität und Produktdaten; wichtiges kostenfreies Reichweitenfeld
- Shopping-Showcase-Anzeigen: Für Kategoriesuchen; zeigt mehrere Produkte eines Händlers gebündelt; eignet sich für Brand-Building
Feed-Optimierung als zentraler Performance-Hebel
- Produkttitel: Wichtigstes Relevanz-Signal; Schema: Marke + Produktname + Farbe/Variante/Spezifikation; bei Kleidung Grösse hinten; bei Elektronik Modellnummer prominent
- Produktbilder: Erster Blick des Nutzers auf die Anzeige; weisser Hintergrund bevorzugt; Lifestyle-Bilder als zusätzliche additional_image_link möglich; Auflösung min. 800×800 px empfohlen
- Produktkategorie (google_product_category): Korrekte Google-Taxonomie-Zuordnung verbessert Matching-Qualität; falsche Kategorie = falsche Suchanfragen
- Custom Labels: Felder für Kampagnensegmentierung (z. B. „Bestseller", „Hohe Marge", „Saisonware"); ermöglichen unterschiedliche Gebotsstrategien je Gruppe
Standard Shopping vs. Performance Max: Wann welche Strategie?
- Performance Max empfohlen wenn: Mindestens 50 Conversions pro Monat (für ROAS-Bidding); ausreichende Conversiondaten vorhanden; maximale Reichweite auf allen Kanälen gewünscht
- Standard Shopping empfohlen wenn: Wenige Conversions (unter 30/Monat); mehr Budgetkontrolle gewünscht; spezifische Produktgruppen separat optimieren; Performance Max nicht ausreichend kontrollierbar
- Hybrid-Strategie: PMax für Hauptsortiment + Standard Shopping für Bestseller mit definiertem ROAS-Ziel
Gebotsstrategien und ROAS-Kalkulation
- Ziel-ROAS (Return on Ad Spend): Häufigste Gebotsstrategie; Google optimiert Gebote für den gewünschten ROAS; Formel: ROAS = Shopping-Umsatz ÷ Shopping-Ausgaben
- Break-Even-ROAS: Abhängig von Marge; bei 30 % Bruttomarge: Break-Even-ROAS = 1 ÷ 0,30 = 3,3; ROAS unter Break-Even = Verlust pro Klick
- Ziel-CPA: Alternative zu ROAS; sinnvoll wenn AOV stark variiert; Google optimiert auf Kosten pro Conversion
- Ausschluss irrelevanter Suchanfragen: In Standard Shopping über negative Keywords möglich; in PMax eingeschränkt; regelmässige Suchbericht-Prüfung