Marketing Glossar

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Net Revenue

Definition: Net Revenue (Nettoumsatz) ist der tatsächliche Umsatz eines Online-Shops, der nach Abzug aller wertmindernden Positionen – insbesondere Retouren, gewährte Rabatte, Stornierungen und Mehrwertsteuer – vom Bruttoumsatz verbleibt. Er ist die massgebliche Kenngrösse für die Bewertung der finanziellen Performance eines E-Commerce-Unternehmens. Im Gegensatz zum Gross Merchandise Value (GMV), der alle abgewickelten Transaktionen zählt, bildet Net Revenue ab, wie viel Geld tatsächlich im Unternehmen verbleibt. Er ist die Ausgangsbasis für die Berechnung von Bruttomarge, EBITDA und Deckungsbeitrag.

Erläuterung

In einem E-Commerce-Unternehmen mit hoher Retourenquote – typisch bei Mode (30–60 %) – kann die Differenz zwischen GMV und Net Revenue erheblich sein: Ein Händler mit 1 Mio. € GMV und 40 % Retourenquote hat effektiv nur 600.000 € Net Revenue. Wer mit GMV-Zahlen Entscheidungen trifft, überschätzt die echte Performance. Net Revenue ist deshalb der Standard für internes Reporting, Investor-Kommunikation und alle Rentabilitätsberechnungen.

Berechnung und Abzugsposten

Net Revenue vs. verwandte Kennzahlen

Abweichungsanalyse GMV vs. Net Revenue

Net Revenue im Investor- und Reporting-Kontext

Praktische Implikationen für die Shopsteuerung

Praxistipp: Stellen Sie sicher, dass Ihr E-Commerce-Dashboard GMV, Bruttoumsatz und Net Revenue als drei separate Metriken ausweist – nie nur eine davon. Analysieren Sie monatlich die Retourenquote pro Kategorie: Wenn eine Kategorie 35 % Retourenquote hat, ist der echte Deckungsbeitrag oft negativ, selbst wenn der GMV attraktiv wirkt. Die gefährlichste Fehlentscheidung im E-Commerce entsteht, wenn Marketingbudgets auf Basis von GMV optimiert werden, ohne die Retourenquote nach Kampagne zu berücksichtigen – denn was auf Amazon oder in Flash Sales gross aussieht, kann auf Net-Revenue-Basis ein Verlustgeschäft sein.