Marketing Glossar

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Engagement-Score (E-Mail)

Definition: Der Engagement-Score im E-Mail-Marketing ist eine aggregierte Kennzahl, die das Interaktionsniveau eines einzelnen Abonnenten mit den empfangenen E-Mails über einen definierten Zeitraum zusammenfasst und auf einer numerischen Skala abbildet. Während einzelne Metriken wie Öffnungsrate oder Klickrate die Performance einer spezifischen Kampagne messen, liefert der Engagement-Score eine longitudinale, kontaktindividuelle Bewertung des Engagements über alle Kampagnen hinweg. Der Score berücksichtigt typischerweise Faktoren wie die Häufigkeit von E-Mail-Öffnungen, die Anzahl angeklickter Links, die Tiefe der Interaktion (welche Links wurden geklickt?), die Aktualität der letzten Interaktion sowie negative Signale wie Spam-Beschwerden oder wiederholtes Nicht-Öffnen. Engagement-Scores sind ein zentrales Instrument für Listenmanagement, Segmentierung, Zustellbarkeitsoptimierung und personalisierte Kommunikation. Sie unterscheiden sich vom E-Mail-Scoring (Lead-Scoring), das auf Kaufbereitschaft fokussiert, durch ihren Fokus auf reine Interaktionsqualität.

Erläuterung

Engagement-Scores entstehen aus der Notwendigkeit, eine große Kontaktliste nach Interaktionsqualität zu priorisieren. In einer Kontaktliste gibt es typischerweise drei Kategorien: hochaktive Abonnenten, die regelmäßig öffnen und klicken; moderat aktive Abonnenten, die gelegentlich interagieren; und inaktive Abonnenten, die seit Wochen oder Monaten keine Reaktion gezeigt haben. Diese drei Gruppen erfordern grundlegend verschiedene Kommunikationsstrategien.

Hochaktive Abonnenten können häufiger kontaktiert werden und sind empfänglich für Angebote und neue Inhalte. Moderat aktive Abonnenten sollten mit besonders relevanten Inhalten angesprochen werden, um ihr Engagement zu steigern. Inaktive Abonnenten werden entweder gezielt reaktiviert oder aus der aktiven Liste entfernt, um die Zustellbarkeit der gesamten Kampagnen nicht zu gefährden – denn ISPs bewerten die Zustellbarkeit einer Absenderdomain auch daran, wie viele Empfänger regelmäßig mit deren E-Mails interagieren.

Der Engagement-Score wird in den meisten Plattformen automatisch berechnet und kann als Segmentierungskriterium oder als Trigger für Automatisierungen genutzt werden. Fällt ein Abonnent unter einen definierten Schwellenwert, kann automatisch eine Re-Engagement-Kampagne gestartet werden. Steigt der Score eines inaktiven Kontakts wieder an, wird er wieder in die regulären Kampagnen aufgenommen.

Ein wichtiger Aspekt ist die zeitliche Gewichtung: Neuere Interaktionen sollten stärker gewichtet werden als ältere. Jemand, der vor zwei Jahren regelmäßig geöffnet hat, in den letzten sechs Monaten aber gar nicht, ist weniger engagiert als jemand, der seit einem Monat aktiv ist. Moderne Engagement-Score-Modelle integrieren daher eine Recency-Komponente, die ältere Aktivitäten graduell abwertet.

Faktoren, die den Engagement-Score beeinflussen

Nutzung von Engagement-Scores in der Praxis

Praxistipp: Beachten Sie, dass durch Apple Mail Privacy Protection (MPP) seit 2021 Öffnungsraten als Engagement-Signal weniger verlässlich sind, da E-Mails automatisch als „geöffnet" markiert werden können. Verlagern Sie daher den Fokus Ihres Engagement-Score-Modells stärker auf Klick-basierte Signale. Überprüfen Sie Ihre Score-Definition regelmäßig und passen Sie die Gewichtungen an aktuelle Datenschutzentwicklungen und das tatsächliche Klickverhalten Ihrer Zielgruppe an.