Marketing Glossar

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DSGVO (Influencer)

Definition: Die Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) der Europäischen Union gilt seit Mai 2018 und regelt die Erhebung, Verarbeitung und Weitergabe personenbezogener Daten – auch im Influencer Marketing. Relevant wird die DSGVO immer dann, wenn im Rahmen von Influencer-Kampagnen Nutzerdaten erfasst werden: beim Einsatz von Tracking-Links mit Cookies, bei der Erhebung von E-Mail-Adressen über Gewinnspiele, bei der Nutzung von Influencer-Analyse-Tools, die Follower-Daten verarbeiten, oder bei der Weitergabe personenbezogener Daten an Influencer (z. B. Adressdaten für Produktlieferungen). Verstöße gegen die DSGVO können mit Bußgeldern von bis zu 4 % des weltweiten Jahresumsatzes oder 20 Millionen Euro bestraft werden.

Erläuterung

Im Influencer Marketing berührt die DSGVO mehrere Bereiche gleichzeitig: Marken, Agenturen und Influencer agieren häufig gemeinsam als Datenverarbeiter, ohne sich dieser Verantwortung bewusst zu sein. Wenn eine Marke einem Influencer Zugang zu Zielgruppendaten oder Tracking-Systemen gibt, liegt eine Auftragsverarbeitung vor, für die ein Auftragsverarbeitungsvertrag (AV-Vertrag nach Art. 28 DSGVO) abgeschlossen werden muss. Influencer, die auf ihrer eigenen Website oder ihrem Blog Cookies einsetzen oder Newsletter-Adressen sammeln, sind selbst als Verantwortliche im Sinne der DSGVO anzusehen und benötigen eine eigene Datenschutzerklärung. Besonders kritisch sind internationale Kampagnen: Werden Follower-Daten durch US-amerikanische Analyse-Tools verarbeitet (z. B. HypeAuditor mit Serverstandort in den USA), muss dies im Einklang mit den Datentransfer-Regelungen (Adequacy Decision oder SCCs) stehen. Auch einfache UTM-Links sind DSGVO-relevant, wenn über das Tracking personenbezogene Daten wie IP-Adressen gespeichert werden.

DSGVO-relevante Szenarien im Influencer Marketing

DSGVO-Compliance-Checkliste für Influencer-Kampagnen

Praxistipp: Integrieren Sie DSGVO-Compliance als festen Punkt in Ihre Influencer-Kampagnen-Checkliste, bevor die Kampagne live geht. Besonders bei Gewinnspielen lohnt sich eine kurze rechtliche Prüfung – ein fehlendes Opt-in oder eine fehlende Datenschutzinformation kann zu Abmahnungen führen, die teurer sind als die gesamte Kampagne.