Reichweite (Influencer)
Definition: Die Reichweite (englisch: Reach) im Influencer Marketing bezeichnet die Anzahl eindeutiger Nutzerkonten, die einen bestimmten Beitrag mindestens einmal gesehen haben. Sie unterscheidet sich von Impressionen, da jede Person nur einmal gezählt wird – unabhängig davon, wie oft sie den Inhalt gesehen hat. Die tatsächliche Reichweite liegt bei organischen Instagram-Feed-Posts typischerweise bei 20–35 % der Followerzahl, bei Reels oft deutlich höher. Die Reach Rate – also das Verhältnis von Reichweite zu Followeranzahl – ist ein zentraler Qualitätsindikator für die organische Sichtbarkeit eines Kanals.
Erläuterung
Reichweite ist eine der zentralen quantitativen Kennzahlen im Influencer Marketing und bildet die Grundlage für die Bewertung des Kontaktpotenzials einer Kampagne. Sie wird oft mit der Followerzahl verwechselt, misst jedoch tatsächlich erzielte Sichtbarkeit und nicht das theoretische Potenzial. Plattformspezifische Algorithmen bestimmen maßgeblich, welcher Anteil der Follower einen Beitrag organisch zu sehen bekommt – dieser Anteil variiert je nach Kanal, Content-Format, Posting-Zeit und historischer Engagement-Performance erheblich. Ergänzt wird die organische Reichweite durch bezahlte Reichweite (Paid Reach), also Kontakte, die durch geboostete Beiträge oder Influencer-Ads außerhalb der eigenen Followerschaft erreicht werden. Für die Kampagnenplanung ist es entscheidend, zwischen potenzieller Reichweite (Followeranzahl), tatsächlicher organischer Reichweite und Gesamtreichweite (organisch + bezahlt) zu unterscheiden, da nur letztere das vollständige Bild der Kampagnenwirkung zeigt.
Reichweite vs. Impressionen: Unterschiede verstehen
- Reichweite (Reach): Zählt jeden Nutzer genau einmal, unabhängig von der Anzahl der Aufrufe – aussagekräftig für die Frage „Wie viele Menschen wurden erreicht?"
- Impressionen: Zählen jeden Aufruf einzeln, auch Mehrfachaufrufe desselben Nutzers – zeigen an, wie oft ein Inhalt insgesamt gesehen wurde; Impressionen ≥ Reichweite
- Frequenz: Das Verhältnis Impressionen ÷ Reichweite gibt die durchschnittliche Anzahl der Sichtkontakte pro Person an; Frequenz > 1,5 kann auf höhere Markenerinnerung hindeuten
- Praktische Konsequenz: Für Awareness-Kampagnen ist maximale Reichweite entscheidend; für Retargeting-Kampagnen ist höhere Frequenz bei bekannten Nutzern gezielt gewünscht
Organische vs. bezahlte Reichweite und Reach Rate
- Organische Reichweite: Entsteht ohne Werbebudget durch algorithmische Verteilung; liegt auf Instagram bei Feed-Posts ca. 20–35 %, bei Reels durch Explore-Page-Ausspielung oft 50–200 % der Followerzahl; auf TikTok können auch kleine Accounts durch den FYP (For You Page) massive organische Reichweite erzielen
- Bezahlte Reichweite: Durch Ads oder Boosting erzielte Kontakte außerhalb der eigenen Followerschaft; ermöglicht präzises Targeting nach Demografie, Interesse und Lookalike-Audiences
- Reach Rate: Formel: Reichweite ÷ Followeranzahl × 100; Benchmark auf Instagram: 20–40 % gilt als gut, unter 10 % deutet auf schwache organische Sichtbarkeit hin; auf TikTok sind 100–500 % durch FYP-Ausspielung an Nicht-Follower möglich
- Plattformvergleich: YouTube-Videos erzielen langfristige kumulierte Reichweite über Monate und Jahre durch Suchfunktion; LinkedIn-Beiträge erreichen typischerweise 3–15 % der Connections; Pinterest hat lange Lebensdauer von Pins mit suchgetriebener Reichweite
Reichweite als Planungsgrundlage für Kampagnenbudgets
- CPM-Basis: Reichweite wird für die Berechnung des effektiven CPM (Cost per Mille) herangezogen; CPM = Honorar ÷ Reichweite × 1.000; typische Benchmarks: 5–25 € CPM je nach Plattform und Influencer-Tier
- Netto-Reichweite in Mediaplänen: Brutto-Reichweite (Summe aller Einzel-Reichweiten) minus Überschneidungen mehrerer Influencer ergibt die Netto-Reichweite als unduplizierte Kontaktpotenzial einer Gesamtkampagne
- Verifikation: Nach der Kampagne müssen Influencer Screenshots der nativen Plattform-Insights (Instagram Insights, TikTok Analytics) vorlegen; externe Tools wie HypeAuditor oder Upfluence können zusätzliche Plausibilitätsprüfungen liefern