Marketing Glossar

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Werbekennzeichnung (Influencer)

Definition: Die Werbekennzeichnung bezeichnet die gesetzlich vorgeschriebene und von Plattformrichtlinien verlangte Markierung von bezahlten oder kommerziell motivierten Beiträgen eines Influencers als Werbung. Sie soll sicherstellen, dass Verbraucher eindeutig erkennen können, wenn Inhalte einen kommerziellen Charakter haben. In Deutschland ist die Kennzeichnungspflicht primär durch § 5a UWG (Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb), § 22 Medienstaatsvertrag (MStV) sowie die Richtlinien der sozialen Plattformen geregelt. Korrekte Kennzeichnung lautet in Deutschland „Werbung" oder „Anzeige" – englische Begriffe wie „#ad" oder „#sponsored" gelten für deutschsprachige Inhalte rechtlich als nicht ausreichend eindeutig, werden aber zunehmend akzeptiert, wenn sie klar sichtbar sind.

Erläuterung

Die Werbekennzeichnung im Influencer Marketing hat sich in Deutschland zu einem rechtlich komplexen und dynamischen Bereich entwickelt, in dem jahrelang Unsicherheit über die genauen Anforderungen herrschte. Zahlreiche Abmahnungen und Gerichtsurteile haben die Praxis schrittweise präzisiert. Grundsätzlich gilt: Wer für einen Beitrag eine Gegenleistung erhält – ob Geld, Produkte, Einladungen oder andere Vorteile – und dafür eine werbliche Botschaft transportiert, muss dies kenntlich machen. Besonders umstritten war lange Zeit, ob auch unbezahlte „Tap Tags" (Markierungen anderer Accounts ohne konkrete Vereinbarung) kennzeichnungspflichtig sind. Das BGH-Urteil vom September 2021 (I ZR 90/20) schaffte hier weitgehend Klarheit: Wenn eine Gegenleistung fließt oder ein kommerzielles Eigeninteresse besteht, ist zu kennzeichnen. Die Kennzeichnung muss unmittelbar sichtbar, klar verständlich und am Anfang des Beitrags (vor dem „Mehr"-Klick bei längeren Texten) platziert sein. Versteckte Kennzeichnungen im Hashtag-Block am Ende oder unauffällige Einblendungen gelten als unzureichend. Für Influencer und Marken besteht bei Verstößen das Risiko von Abmahnungen durch Mitbewerber, Verbraucherschutzverbände (z. B. Verbraucherzentrale Bundesverband) und Bußgeldern durch Medienanstalten.

Wann besteht Kennzeichnungspflicht?

Korrekte Kennzeichnungsformen und OLG-Urteile

Konsequenzen bei Verstößen und Compliance-Maßnahmen

Praxistipp: Regeln Sie die Werbekennzeichnung verbindlich im Influencer-Vertrag: Legen Sie die exakte Formulierung fest (z. B. „Werbung" als ersten Hashtag oder im ersten Satz des Captions), definieren Sie die genaue Platzierung und weisen Sie explizit darauf hin, dass Plattform-Branded-Content-Tools zusätzlich genutzt werden müssen. Prüfen Sie veröffentlichte Beiträge aktiv nach der Veröffentlichung – denn im Falle einer Abmahnung haftet in bestimmten Konstellationen auch die Marke als Auftraggeberin. Bei Unsicherheit über den Kennzeichnungsstatus empfiehlt sich die einfache Faustregel: Im Zweifel kennzeichnen.