Marketing Glossar

2.413 Fachbegriffe aus 22 Bereichen des Online Marketings

CRM-Felder

Definition: CRM-Felder sind die atomaren Datenpunkte innerhalb eines CRM-Systems, in denen spezifische Informationen zu CRM-Objekten (Kontakte, Unternehmen, Deals/Opportunities, Aktivitäten, Tickets) gespeichert werden. Jedes Feld hat einen eindeutigen Namen, einen definierten Datentyp (Text, Zahl, Datum, Dropdown, Checkbox, etc.) und speichert genau einen Informationswert pro Datensatz. CRM-Systeme unterscheiden zwischen Standard-Feldern (von der Plattform vordefiniert, z. B. Vorname, E-Mail, Unternehmen, Jobbezeichnung, Telefon) und Custom Fields (vom Nutzer hinzugefügt, unternehmensspezifisch, z. B. „Verwendete ERP-Software", „Vertragsvolumen", „Entscheidungsebene"). CRM-Felder sind die fundamentalen Bausteine aller CRM-Prozesse: Sie bilden die Grundlage für Kontaktsegmentierungen (Filtern nach Feldinhalten), Marketing-Automation-Trigger (wenn Feld X gleich Wert Y), Lead-Scoring-Kriterien, CRM-Reports und personalisierte Kommunikation über Merge Tags. Die strukturierte Verwaltung von CRM-Feldern ist eine strategisch kritische Aufgabe: Das Relationale Datenbankmodell, das allen modernen CRM-Systemen zugrunde liegt, wurde 1970 von Edgar F. Codd in dem Papier „A Relational Model of Data for Large Shared Data Banks" (Communications of the ACM, Vol. 13, Nr. 6) beschrieben und setzt die sorgfältige Definition von Feldern und ihren Datentypen als Grundvoraussetzung für effizientes Datenmanagement voraus. Salesforce nennt seine Custom Fields seit der Einführung der Force.com-Plattform 2007 „Custom Fields" und ermöglicht die Erstellung von bis zu 500 Custom Fields pro Objekt in der Enterprise Edition. HubSpot bezeichnet seine nutzerdefinierten Felder als „Custom Properties" und bietet über alle Objekte hinweg nahezu unbegrenzte Custom-Property-Anzahl in bezahlten Tarifen an.

Erläuterung

Die Gestaltung der CRM-Feld-Architektur (auch: Data Model Design) ist eine der wichtigsten, aber am häufigsten unterschätzten Aufgaben bei der CRM-Implementierung. Eine durchdachte Feldarchitektur entscheidet darüber, ob das CRM die Geschäftsprozesse effektiv unterstützt oder durch Inkonsistenzen, fehlende Felder und unklare Feldnamensgebung behindert. Die häufigsten Fehler bei der Feldarchitektur sind: zu viele Freitextfelder für standardisierbare Informationen, fehlende Feldvalidierung (keine Pflichtfelder, kein Datentyp-Enforcement), inkonsistente Namenskonventionen (z. B. „Firma", „Unternehmen" und „Company" als verschiedene Felder für dasselbe Konzept), mangelnde Dokumentation und Verwendungszweck-Definition für Custom Fields sowie übermäßige Proliferation von Custom Fields ohne klare Governance. In der Praxis des CRM-Feld-Managements hat sich das Konzept der „Field Taxonomy" etabliert: Eine systematische Klassifizierung aller Felder nach Herkunft (Standard vs. Custom), Objektzugehörigkeit (Kontakt, Unternehmen, Deal), Verwendungszweck (Segmentierung, Scoring, Reporting, Automation-Trigger) und Befüllungsverantwortung (automatisch durch Integration, manuell durch Vertrieb, automatisch durch Formulare). HubSpot empfiehlt in seinen CRM-Implementierungsleitlinien (HubSpot Academy, 2022) eine maximale Custom-Property-Anzahl von 50–100 Feldern je Objekt für mittelgroße Organisationen, um die Benutzerfreundlichkeit und Datenqualität zu gewährleisten. Dynamische Berechnungsfelder (Calculated Fields), die in Salesforce als „Formula Fields" und in HubSpot als „Calculated Properties" bezeichnet werden, ermöglichen die automatische Berechnung von Werten aus anderen Feldern (z. B. Profit-Margin aus Umsatz minus Kosten, oder Jahre als Kunde aus Abschlussdatum bis heute) – ohne manuelle Eingabe und immer aktuell. Ein besonderes Thema ist die Feldkonsistenz bei CRM-Integrationen: Wenn Daten aus mehreren Quellen (Website-Formulare, Marketing-Automation, ERP, Chatbot) ins CRM fließen, muss jedes Quellsystem seine Daten in das korrekte Zielfeld schreiben. Feldmapping-Fehler – bei denen z. B. eine E-Mail-Adresse in ein Telefonnummernfeld geschrieben wird – sind eine häufige Ursache für CRM-Datenqualitätsprobleme und erfordern sorgfältige Integrationsdokumentation und -tests.

CRM-Feldtypen und ihre Verwendung

Best Practices für CRM-Feldarchitektur

Praxistipp: Erstellen Sie vor der Erstellung neuer Custom Fields stets eine Felddokumentation, die mindestens drei Fragen beantwortet: Wer befüllt dieses Feld (Vertrieb manuell, Formular, Integration, Automation)? In welcher Segmentierung oder Automation wird dieses Feld genutzt? Welche Ausprägungen sind für Dropdown-Felder erlaubt? Ohne diese drei Antworten sollte kein neues Feld erstellt werden. Überprüfen Sie quartalsweise alle Custom Fields auf Befüllungsquoten unter 20 Prozent – diese Felder sind entweder schlecht kommuniziert, schwer zugänglich oder schlicht überflüssig und sollten bereinigt werden.