Marketing Glossar

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Customer Journey Automation

Definition: Customer Journey Automation bezeichnet die systematische, technologiegestützte Orchestrierung aller Kommunikations-, Marketing- und Vertriebsmaßnahmen entlang der gesamten Kundenreise – von der ersten Awareness-Interaktion über Conversion und Onboarding bis hin zur langfristigen Kundenbindung und Reaktivierung. Sie verbindet CRM-Daten mit Marketing-Automation, um jedem Kontakt zum richtigen Zeitpunkt, über den richtigen Kanal und mit dem relevantesten Inhalt anzusprechen, ohne dass menschliche Intervention für jeden einzelnen Schritt erforderlich ist. Plattformen wie Salesforce Marketing Cloud Journey Builder (seit 2014 im Einsatz), HubSpot Workflow-Engine, Adobe Journey Optimizer (vormals Adobe Campaign) und Braze ermöglichen heute die visuelle Gestaltung komplexer, mehrstufiger Customer Journeys mit dynamischen Verzweigungspunkten. Laut dem McKinsey-Report „The value of getting personalization right – or wrong – is multiplying" (2021) erwarten 71 % der Verbraucher personalisierte Interaktionen und 76 % sind frustriert, wenn diese fehlen. Customer Journey Automation ist die technologische Voraussetzung für diese Personalisierung im Maßstab. Salesforce-Gründer Marc Benioff formulierte das Kernversprechen treffend: „The customer journey has to be seamless, personalized, and connected across every touchpoint."

Erläuterung

Das Konzept der Customer Journey entstand in der Marketingforschung der 1990er-Jahre. David Court und Kollegen von McKinsey & Company publizierten 2009 im McKinsey Quarterly den Artikel „The consumer decision journey", der das klassische AIDA-Modell (Attention, Interest, Desire, Action) durch ein dynamischeres, zyklisches Modell ersetzte. Dieses Modell berücksichtigte erstmals den „loyalty loop" – die Phase nach dem Kauf, in der Kundenbindung und Weiterempfehlung entstehen. Die technologische Umsetzung der Journey-Automatisierung begann mit frühen E-Mail-Drip-Sequenzen in den 2000er-Jahren, setzte sich fort mit dem Aufkommen von Marketing-Automation-Plattformen wie Eloqua (gegründet 1999, 2012 von Oracle für 871 Millionen USD übernommen) und Marketo (gegründet 2006, 2018 von Adobe für 4,75 Milliarden USD übernommen). Salesforce Marketing Cloud, ursprünglich ExactTarget (gegründet 2000, von Salesforce 2013 für 2,5 Milliarden USD übernommen), brachte 2014 den Journey Builder auf den Markt – die erste visuell-intuitive Lösung zur grafischen Gestaltung vollständiger Customer Journeys über alle Kanäle hinweg. Die Evolution der Customer Journey Automation läuft in drei Generationen ab: Erstens zeitbasierte Sequenzen (E-Mails X Tage nach Ereignis Y), zweitens verhaltensbasierte Trigger-Logiken (Aktionen basierend auf Klicks, Besuchen, Käufen), drittens KI-gestützte Next-Best-Action-Systeme, die dynamisch entscheiden, welche Maßnahme für einen bestimmten Kontakt im aktuellen Moment den größten Nutzen verspricht. Letztere sind heute in Plattformen wie Salesforce Einstein (seit 2016), Adobe Sensei und HubSpot AI (seit 2023) integriert. Eine wesentliche Herausforderung bei der Journey-Automation ist das Erkennen und Beheben von „Journey-Brüchen": Übergabepunkte zwischen Marketing, Vertrieb und Service, an denen Informationen verloren gehen oder Kunden widersprüchliche Botschaften erhalten. Eine Studie von Salesforce State of the Connected Customer (5. Ausgabe, 2022) zeigte, dass 54 % der Kunden das Gefühl haben, dass Marketing, Vertrieb und Service nicht miteinander kommunizieren – ein Problem, das Journey Automation durch abteilungsübergreifende Prozessdefinition und gemeinsame Datenbasis adressiert.

Phasen der Customer Journey und ihre Automatisierungslogiken

Technologische Voraussetzungen für erfolgreiche Journey Automation

Praxistipp: Starten Sie die Customer Journey Automation nicht mit dem technisch Machbaren, sondern mit dem Kundenrelevanten: Kartieren Sie zunächst in einem Workshop mit Marketing, Vertrieb und Service die drei bis fünf kritischsten Momente der Kundenreise (sogenannte „Moments of Truth"). Automatisieren Sie diese Schlüsselmomente zuerst und messen Sie die Conversion-Rate vor und nach der Automatisierung. Erweitern Sie die Automation schrittweise – ein gut optimierter Automatisierungspfad für einen Schlüsselmoment bringt mehr als zehn halbfertige Journey-Strecken.