Marketing Glossar

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Native Integration

Definition: Eine Native Integration (auch: First-Party-Integration) ist eine vorgefertigte, offizielle Verbindung zwischen zwei Softwareplattformen, die direkt vom Anbieter einer oder beider Plattformen entwickelt, gepflegt und bereitgestellt wird. Sie kann ohne individuelle Programmierarbeit oder externe Middleware in der Benutzeroberfläche der beteiligten Systeme aktiviert werden. Native Integrationen entstehen häufig aus strategischen Partnerschaften zwischen Softwareherstellern oder als Reaktion auf hohe Kundennachfrage. Ein klassisches Beispiel ist die native HubSpot-Salesforce-Integration, die bidirektionale Synchronisation von Kontakten, Unternehmen, Deals und Aktivitäten ermöglicht und von HubSpot aktiv gepflegt wird. Im Gegensatz zu individuellen API-Integrationen, die von Entwicklern der jeweiligen Unternehmen gebaut werden, oder zu Middleware-Plattformen wie Zapier (gegründet 2011 von Wade Foster, Bryan Helmig und Mike Knoop) oder Make (ehemals Integromat, gegründet 2012 in Prag), übernimmt bei einer Native Integration der Anbieter die Verantwortung für Verfügbarkeit, Updates und Fehlerbehebung. Laut einer Studie von MuleSoft (Connectivity Benchmark Report 2023) haben Unternehmen im Durchschnitt 976 Anwendungen in Betrieb, von denen jedoch nur 28 % integriert sind – was die Relevanz effizienter Integrationslösungen verdeutlicht.

Erläuterung

Die Geschichte nativer Integrationen ist eng mit der Entstehung des SaaS-Ökosystems ab Mitte der 2000er-Jahre verknüpft. Als Salesforce 2005 die AppExchange-Plattform einführte – damals revolutionär als erster Enterprise-Software-Marktplatz –, schufen sie ein Framework, in dem Drittanbieter native Verbindungen zu Salesforce anbieten konnten. Dieses Modell wurde von HubSpot (gegründet 2006 von Brian Halligan und Dharmesh Shah) mit dem HubSpot App Marketplace ab 2015 weiterentwickelt. HubSpot verzeichnete bis 2024 über 1.500 native Integrationen in seinem Marktplatz. Technisch basieren native Integrationen auf den offiziellen APIs (Application Programming Interfaces) der beteiligten Plattformen. Im Unterschied zu generischen Webhook-basierten Verbindungen nutzen native Integrationen plattformspezifische Authentifizierungsmechanismen (OAuth 2.0), strukturierte Datenmapping-Konfigurationen und oft Echtzeit-Synchronisationsmechanismen (sogenannte Event-driven Architecture). Die Abgrenzung zu Middleware-Lösungen wie MuleSoft (gegründet 2006, von Salesforce 2018 für 6,5 Milliarden US-Dollar übernommen) oder Boomi (gegründet 2000, von Dell 2010 für 125 Millionen US-Dollar übernommen, später an Francisco Partners verkauft) ist fließend: Middleware ermöglicht komplexere Transformationslogiken, während native Integrationen schneller einzurichten sind, aber weniger Flexibilität bieten. Der Trend zur Low-Code/No-Code-Integration, popularisiert durch Plattformen wie Zapier und Make seit ca. 2012, hat die Erwartungen der Nutzer verändert: Heute erwarten B2B-Software-Käufer bei der Kaufentscheidung oft explizit native Integrationen mit ihren bestehenden Core-Systemen wie Salesforce, HubSpot oder Pipedrive.

Vorteile nativer Integrationen

Grenzen nativer Integrationen

Praxistipp: Prüfen Sie vor dem Kauf einer neuen Softwarelösung systematisch den Marktplatz Ihres bestehenden CRM auf native Integrationen. Erstellen Sie eine Checkliste der Datenpunkte, die synchronisiert werden müssen (z. B. Kontaktdaten, Deal-Stages, Aktivitäten, Custom Fields) und verifizieren Sie anhand der Integrations-Dokumentation, ob alle davon abgedeckt werden. Planen Sie eine Testphase ein, in der Sie Datenkonsistenz zwischen den Systemen aktiv prüfen, bevor Sie die Integration produktiv schalten.