Marketing Glossar

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Personalisierung (Automation)

Definition: Personalisierung in der Marketing-Automation bezeichnet die automatische Anpassung von Inhalten, Zeitpunkten, Kanälen und Angeboten an die individuellen Merkmale, Verhaltensweisen und Lifecycle-Phasen einzelner Kontakte. Sie geht weit über die einfache Namensanrede (sogenannte „Dear First Name"-Personalisierung) hinaus und umfasst inhaltliche, strukturelle, kanalspezifische und zeitliche Anpassungen auf Basis von CRM- und Verhaltenssdaten. Laut einer Studie von McKinsey & Company (2021, „The value of getting personalization right – or wrong – is multiplying") generieren Unternehmen, die Personalisierung durchgängig einsetzen, 40 % mehr Umsatz als Durchschnittspeer-Gruppen. Salesforce-Forschung (State of the Connected Customer, 2023) zeigt, dass 73 % der Kunden von Unternehmen erwarten, ihre individuellen Bedürfnisse zu kennen – während nur 31 % der Unternehmen glauben, dies tatsächlich zu leisten. Das konzeptionelle Fundament der Personalisierung im Marketing wurde bereits 1993 von Don Peppers und Martha Rogers in „The One to One Future: Building Relationships One Customer at a Time" (Currency Doubleday) gelegt, das als Grundlagenwerk des Relationship Marketing gilt. Technologisch wurde Personalisierung in der Automation durch Plattformen wie Eloqua (gegründet 1999), Responsys (gegründet 1998, von Oracle 2013 für 1,5 Milliarden US-Dollar übernommen) und später HubSpot, Marketo und ActiveCampaign umsetzbar.

Erläuterung

Die Evolution der Personalisierung in der Marketing-Automation lässt sich in drei Generationen gliedern. Die erste Generation (1990er bis frühe 2000er) beschränkte sich auf demographische Segmentierung: E-Mails wurden an Gruppen mit ähnlichen Merkmalen gesendet, die Inhalte waren für alle Mitglieder eines Segments identisch. Die zweite Generation (2005–2015) brachte verhaltensbasierte Personalisierung: E-Mail-Marketing-Plattformen wie ExactTarget (gegründet 2000, von Salesforce 2013 übernommen) und Responsys ermöglichten die Nutzung von Öffnungs- und Klickverhalten für dynamische Segmentierung. Die dritte Generation (ab 2015) kombiniert Echtzeit-Verhaltsdaten, KI-basierte Empfehlungssysteme und Cross-Channel-Personalisierung: Amazon (dessen Empfehlungssystem laut Greg Linden, Erfinder des Amazon-Recommendation-Systems, für 35 % des Umsatzes verantwortlich ist) und Netflix (dessen Personalisierungsalgorithmus jährlich ca. 1 Milliarde US-Dollar einspart, laut einer Studie von Xavier Amatriain, Netflix Research, 2012) wurden zu Benchmarks für datengetriebene Personalisierung. Im B2B-Marketing-Automation-Kontext unterscheidet man nach Reifegraden: Basis-Personalisierung (Vorname, Unternehmen, Jobtitel in E-Mails), Segment-Personalisierung (unterschiedliche Inhaltsblöcke für verschiedene Branchen oder Personas) und individuelle Echtzeit-Personalisierung (Website-Content, der sich basierend auf dem CRM-Profil des identifizierten Besuchers anpasst, wie HubSpot Smart Content). Privatsphäre und DSGVO spielen eine wachsende Rolle: Die EU-Datenschutz-Grundverordnung (2018) begrenzt die zulässige Datennutzung für Personalisierungszwecke und erfordert Transparenz und Einwilligung.

Stufen der Personalisierungstiefe

Datengrundlagen für effektive Personalisierung

Praxistipp: Starten Sie mit Stufe-2-Personalisierung, indem Sie für Ihre zwei bis drei wichtigsten Buyer-Personas unterschiedliche E-Mail-Inhaltsblöcke erstellen, die auf deren spezifische Pain Points eingehen. Testen Sie personalisierte gegen generische Varianten im A/B-Test und messen Sie Klickraten sowie nachgelagerte Conversion-Raten. Erst wenn Ihre Datenbasis sauber ist (vollständige Jobtitel-Daten für mindestens 70 % Ihrer Kontakte), lohnt sich die Investition in tiefere Personalisierungsebenen – schlechte Daten führen zu fehlgeleiteter Personalisierung, die Vertrauen kostet.