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Pipedrive

Definition: Pipedrive ist ein sales-fokussiertes Customer-Relationship-Management-System (CRM) mit einer intuitiven, Kanban-artigen Pipeline-Ansicht, das Vertriebsteams dabei hilft, Deals strukturiert zu verfolgen, Follow-ups zu priorisieren und den Verkaufsprozess zu beschleunigen. Pipedrive wurde 2010 von Timo Rein, Urmas Purde, Ragnar Sass, Martin Henk und Martin Tajur in Tallinn, Estland, gegründet. Das Unternehmen positionierte sich von Beginn an mit dem Claim, von Vertriebsmitarbeitern für Vertriebsmitarbeiter entwickelt worden zu sein – als Reaktion auf die wahrgenommene Komplexität und den Management-Fokus damaliger CRM-Lösungen wie Salesforce. Pipedrive wuchs schnell: 2020 erwarb die Vue Capital Private Equity für eine Mehrheitsbeteiligung, die das Unternehmen mit rund 1,5 Milliarden US-Dollar bewertete. Laut eigenen Angaben nutzen über 100.000 Unternehmen in mehr als 175 Ländern Pipedrive, hauptsächlich kleine und mittlere Unternehmen (KMU) und Startups mit Vertriebsteams von 2 bis 50 Personen.

Erläuterung

Die Gründungsgeschichte von Pipedrive illustriert eine breitere Marktbewegung in der CRM-Industrie: Während Salesforce (gegründet 1999) und Microsoft Dynamics (erstmals 2003 veröffentlicht) primär auf die Anforderungen von Enterprise-IT-Abteilungen und Management ausgerichtet waren, entstanden ab ca. 2010 eine Reihe vertriebszentrierter CRM-Alternativen, die den Alltag von Außendienstmitarbeitern und Vertriebsteams in den Mittelpunkt stellten. Neben Pipedrive zählten dazu Close (gegründet 2013 von Steli Efti) und Base CRM (gegründet 2009, von Zendesk 2018 für 350 Millionen US-Dollar übernommen). Pipedrive wurde von einer Gruppe estnischer Gründer entwickelt, deren Heimatland bekannt für seine starke Startup-Szene ist – Estland brachte auch Skype (2003) und TransferWise/Wise (2011) hervor. Die visuelle Pipeline-Ansicht von Pipedrive orientierte sich am Kanban-Prinzip, das aus der japanischen Lean-Manufacturing-Methodik (Toyota Production System, entwickelt von Taiichi Ohno in den 1950er-Jahren) stammt und durch Agile-Software-Entwicklungsteams popularisiert wurde. Im Marketing-Automation-Kontext bietet Pipedrive eine native Integration mit Zapier sowie direkten Partnerschaften mit E-Mail-Marketing-Tools wie Mailchimp und ActiveCampaign. Der 2019 eingeführte LeadBooster (Chatbot + Prospector-Datenbank) und das Campaigns-Modul für E-Mail-Marketing erweiterten Pipedrive in Richtung All-in-One-CRM. Laut G2-Bewertungen (2024) erzielt Pipedrive unter Sales-CRM-Lösungen regelmäßig die höchsten Usability-Scores im Segment SMB.

Kernfunktionen von Pipedrive

Stärken und Grenzen von Pipedrive

Praxistipp: Definieren Sie Ihre Vertriebspipeline in Pipedrive mit maximal 5–7 Stages und legen Sie für jede Stage klare Eintrittskriterien fest (was muss wahr sein, damit ein Deal in diese Stage kommt). Aktivieren Sie die Pflichtfeldoption für Deals beim Stage-Wechsel, z. B. muss bei der Phase „Angebot versendet" das Angebotsvolumen eingetragen sein. Nutzen Sie die Aktivitäts-Statistiken in den Reports, um zu verstehen, welche Aktivitätstypen (Anrufe, Demos, E-Mails) am stärksten mit erfolgreichen Abschlüssen korrelieren.