Marketing Glossar

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Smarketing

Definition: Smarketing ist ein Portmanteau aus den englischen Wörtern „Sales" und „Marketing" und bezeichnet den Ansatz, beide Abteilungen strukturell, prozessual und kulturell so eng zu verzahnen, dass sie als eine gemeinsame umsatzgenerierende Einheit agieren. Beide Teams teilen gemeinsame Ziele, gemeinsame KPIs, gemeinsame Definitionen (z. B. von MQL und SQL) und eine gemeinsame Verantwortung für den gesamten Revenue-Funnel. Der Begriff wurde ab 2008 von HubSpot geprägt und popularisiert – insbesondere durch die Inbound-Marketing-Methodik, die HubSpot-Gründer Brian Halligan und Dharmesh Shah im gleichnamigen Buch „Inbound Marketing" (2009, John Wiley & Sons) beschrieben. HubSpot-Marketingchefin Kipp Bodnar und Jon Miller, Mitgründer von Marketo (2006), gelten als wichtige frühe Fürsprecher des strukturierten Marketing-Sales-Alignments in der B2B-Softwareindustrie. Laut einer umfangreichen Studie von Aberdeen Group aus dem Jahr 2014 mit 1.100 Unternehmen erzielten Organisationen mit hohem Sales-Marketing-Alignment eine durchschnittliche Umsatzwachstumsrate von 20 Prozent pro Jahr, während Unternehmen mit geringem Alignment einen durchschnittlichen Umsatzrückgang von 4 Prozent verzeichneten – ein Unterschied von 24 Prozentpunkten. Eine Meta-Analyse von LinkedIn B2B Institute aus dem Jahr 2020 belegte, dass fehlende Abstimmung zwischen Marketing und Vertrieb der größte einzelne Treiber von Budgetverschwendung im B2B-Marketing ist.

Erläuterung

Das Problem der fehlenden Marketing-Sales-Abstimmung ist so alt wie die Existenz beider Abteilungen als separate Einheiten in Unternehmen. Philip Kotler, Hermawan Kartajaya und Iwan Setiawan beschreiben in „Marketing 4.0" (2016, Wiley) das traditionelle Verhältnis als strukturell konfliktär: Marketing misst Erfolg an Leads, Vertrieb an Abschlüssen – und beide optimieren für ihre jeweiligen Metriken, ohne die Gesamtoptimierung des Revenue-Funnels im Blick zu haben. Das Smarketing-Modell löst diesen Widerspruch, indem es eine geteilte Verantwortlichkeit für den gesamten Funnel – von der ersten Impression bis zum abgeschlossenen Deal – etabliert. Technologisch wird Smarketing durch zwei Voraussetzungen ermöglicht: ein gemeinsames CRM-System als „Single Source of Truth" für beide Teams sowie eine Marketing-Automation-Plattform, die Lead-Daten nahtlos in das CRM überträgt. Salesforce-Forschung aus dem Jahr 2022 ergab, dass 85 Prozent der Vertriebsleiter angaben, dass fehlende Transparenz über Marketing-Aktivitäten die Vertriebsarbeit behindere. HubSpot quantifizierte in einem eigenen Studie 2023, dass Unternehmen mit vollständig integrierten Marketing- und Sales-Technologiestacks eine 36 Prozent höhere Customer Retention Rate aufweisen als Unternehmen ohne Integration. Das Revenue Operations (RevOps) Modell, das ab 2017 an Bedeutung gewann und Marketing, Sales und Customer Success in einer gemeinsamen operativen Einheit zusammenführt, ist die konsequente Weiterentwicklung des Smarketing-Gedankens und wird heute von Analysten wie Gartner und Forrester als Best Practice für skalierbare B2B-Go-to-Market-Strategien beschrieben.

Strukturelle Elemente des Smarketing

Smarketing-Meetings und Kommunikation

Praxistipp: Starten Sie Smarketing mit einem gemeinsamen Workshop, in dem Marketing und Sales die MQL-Definition und den Übergabeprozess von Grund auf neu erarbeiten. Etablieren Sie dann ein festes wöchentliches 30-Minuten-Meeting mit Pflichtanwesenheit beider Teamleitungen und einem geteilten Dashboard im CRM als gemeinsamer Gesprächsgrundlage. Die kulturelle Veränderung braucht Zeit – planen Sie mindestens sechs Monate für eine spürbare Verbesserung der Zusammenarbeit ein.