Marketing Glossar

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Smart Content

Definition: Smart Content ist ein Begriff aus der Marketing-Automation und Webpersonalisierung, der Inhalte bezeichnet, die sich automatisch und kontextabhängig an den individuellen Betrachter anpassen. Die Anpassung basiert auf CRM-Daten, Lifecycle-Stage, Browsing-Verhalten, geografischem Standort, Gerätetyp oder der Zugehörigkeit zu bestimmten Kontaktlisten. Smart Content ist eine spezifische Implementierung von Dynamic Content und wurde besonders durch HubSpot als proprietären Feature-Begriff geprägt, der seit ca. 2013 in der HubSpot-Plattform für website-seitige Personalisierungsmodule verwendet wird. Das Konzept ist konzeptionell verwandt mit Recommendation Engines, die Amazon ab 1999 unter Jeff Bezos als „Collaborative Filtering" zur Produktempfehlung einsetzte und die laut einer internen Amazon-Studie aus dem Jahr 2003 für rund 35 Prozent des damaligen Umsatzes verantwortlich waren. Im B2B-Marketing-Automation-Kontext zeigen Smart Content Module, dass Personalisierung nicht nur im E-Commerce, sondern entlang des gesamten B2B-Entscheidungsprozesses signifikante Konversionssteigerungen erzielen kann: Laut einer HubSpot-Analyse aus 2016 konvertierten Smart-Content-CTAs um 202 Prozent besser als generische Standard-CTAs. Salesforce berichtete in seinem „State of Marketing"-Report 2023, dass 73 Prozent der Kunden eine personalisierte Erfahrung erwarten und 62 Prozent frustriert sind, wenn diese ausbleibt.

Erläuterung

Die konzeptionellen Wurzeln von Smart Content liegen in der Weiterentwicklung der Webseitengestaltung von statischen zu dynamischen Erlebnissen. Nicholas Negroponte, Gründer des MIT Media Lab, beschrieb bereits 1995 in seinem Buch „Being Digital" die Idee des personalisierten „Daily Me" – einer vollständig auf den Nutzer zugeschnittenen Informationsumgebung. Diese Vision wurde in den 2010er Jahren durch das Zusammenwachsen von CRM-Systemen, Cookies-basiertem Tracking und Marketing-Automation-Plattformen technisch realisierbar. Im HubSpot-Kontext funktioniert Smart Content über sogenannte Smart Rules: Webseitenmodule werden mit Standardversionen und mehreren personalisierten Varianten konfiguriert, wobei jede Variante einer oder mehreren Smart-Rule-Bedingungen zugeordnet wird. HubSpot identifiziert bekannte Besucher über einen Cookie (HubSpot-Tracking-Code) und gleicht sie mit dem CRM-Kontaktdatensatz ab. Das Content Management System lädt dann in Echtzeit die passende Variante – ein Prozess, der in der Regel unter 100 Millisekunden dauert, um die Seitenladegeschwindigkeit nicht zu beeinträchtigen. Auch Salesforce Marketing Cloud bietet mit „Personalization" (ehemals Interaction Studio) eine leistungsstarke Smart-Content-Schicht für Enterprise-Szenarien, die auf ML-Modellen basiert und auch anonym besuchende Nutzer über Verhaltensprofile personalisiert bedienen kann. Eine Studie des Baymard Institute aus dem Jahr 2020 zur E-Commerce-Personalisierung zeigte, dass relevanter dynamischer Content die Abbruchrate im Checkout-Prozess um bis zu 26 Prozent reduzieren kann. Adobe Target, eine Plattform für A/B-Testing und Personalisierung innerhalb der Adobe Experience Cloud, ermöglicht Smart-Content-Szenarien über Machine Learning (Auto-Target), bei denen das System automatisch die beste Content-Variante für jeden Nutzer auswählt.

Anwendungsfälle für Smart Content

Smart-Content-Implementierung

Praxistipp: Beginnen Sie Smart Content mit dem wichtigsten CTA auf Ihrer zentralen Landingpage und definieren Sie drei Varianten: eine für Erstbesucher, eine für Leads in der Evaluationsphase und eine für bestehende Kunden. Messen Sie über mindestens vier Wochen, welche Variante welche Konversionsrate erzielt, und optimieren Sie auf Basis der Daten. Stellen Sie sicher, dass Ihr Cookie-Consent-Management (z. B. Cookiebot oder OneTrust) korrekt konfiguriert ist, bevor Sie Smart Content aktivieren.