Marketing Glossar

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Time to Conversion

Definition: Time to Conversion (auch: Sales Cycle Length oder Lead-to-Close-Zeit) bezeichnet die durchschnittliche Zeitspanne vom ersten messbaren Marketing-Kontakt – also der Erstellung eines Lead-Datensatzes im CRM – bis zur Durchführung einer definierten Zielaktion, typischerweise ein Kaufabschluss, Vertragsunterzeichnung oder eine qualifizierte Registrierung. Die Kennzahl ist sowohl im B2C- als auch im B2B-Kontext relevant, unterscheidet sich aber erheblich in ihrer Dimension: Im E-Commerce kann die Time to Conversion Minuten oder Stunden betragen, im B2B-Enterprise-Softwarevertrieb hingegen sechs bis zwölf Monate oder mehr. Laut einer Analyse von Salesforce aus dem Bericht „State of Sales" (2022, n = 7.700 Sales-Professionals weltweit) beträgt die durchschnittliche Sales-Cycle-Length im B2B über alle Industrien hinweg 84 Tage. Eine HubSpot-Analyse von 2023 ergab, dass die Time to Conversion stark von der Unternehmensgröße des Kunden abhängt: Bei Klein- und Mittelunternehmen (KMU) als Zielkunden liegt sie im Durchschnitt bei 35–45 Tagen, bei Enterprise-Kunden (mehr als 1.000 Mitarbeiter) bei 90–120 Tagen. Autopilot (heute Ortto), eine australische Marketing-Automation-Plattform, veröffentlichte 2019 Daten, nach denen Unternehmen, die Lead-Nurturing-Automation einsetzten, ihre Time to Conversion im Durchschnitt um 23 Prozent reduzierten.

Erläuterung

Die Time to Conversion ist eine mehrschichtige Kennzahl, die Aufschluss über die Effizienz von Marketing, Lead-Nurturing und Vertriebsprozessen gibt. Sie wird im CRM berechnet, indem das Datum der Konversion (z. B. Deal Closed Won) vom Datum der Lead-Erstellung abgezogen wird. Dabei müssen Unternehmen sorgfältig definieren, was als „erster Kontakt" gilt: den ersten Website-Besuch, die erste Formulareinreichung oder den ersten aktiven Outreach-Kontakt. Diese Definition ist entscheidend für die Vergleichbarkeit der Kennzahl über Zeit und zwischen Segmenten. Das Konzept der Customer Journey Length wurde durch das Modell des Buyer's Journey – Awareness, Consideration, Decision – von HubSpot's Marketing-Theoretikern strukturiert, das auf frühen Arbeiten von Elias St. Elmo Lewis (AIDA-Modell, 1898) und dem späteren Purchasing Funnel-Konzept aufbaut. Im modernen digitalen Umfeld haben McKinsey-Forscher in einer 2009 im McKinsey Quarterly veröffentlichten Analyse das klassische Trichtermodell durch den „Consumer Decision Journey"-Ansatz erweitert, der die zirkuläre Natur des Kaufentscheidungsprozesses betont – was die Messung der Time to Conversion methodisch komplexer, aber relevanter macht. Forrester Research, ein in Cambridge, Massachusetts ansässiges Marktforschungsinstitut, berichtete 2020, dass bis zu 80 Prozent der B2B-Buying-Journey selbstgesteuert stattfindet, bevor ein Prospect überhaupt mit einem Vertriebsmitarbeiter spricht – ein Befund mit direkten Implikationen für die Verlängerung der gemessenen Time to Conversion, wenn nur CRM-seitig erfasste Kontakte einbezogen werden. Marketing-Automation-Systeme können die Time to Conversion durch präzises Timing von Nurturing-Inhalten, progressive Profilerstellung und automatisierte Übergabe ans Sales-Team am richtigen Zeitpunkt im Entscheidungsprozess signifikant reduzieren.

Einflussfaktoren auf die Time to Conversion

Optimierung der Time to Conversion

Praxistipp: Segmentieren Sie die Time to Conversion nach Lead-Quelle, Unternehmensgröße und Kanal und identifizieren Sie, welche Segmente überproportional lange brauchen. Setzen Sie an diesen Stellen gezielte Beschleuniger ein – z. B. ein personalisiertes Video, eine individuelle Demo-Einladung oder ein zeitlich begrenztes Angebot. Eine Reduktion der Time to Conversion um 20 Prozent entspricht bei gleichbleibender Lead-Menge einer effektiven Umsatzsteigerung ohne Mehrinvestition in die Lead-Generierung.