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Adobe Analytics

Definition: Adobe Analytics ist eine Enterprise-Web- und Digital-Analytics-Plattform aus der Adobe Experience Cloud, die Unternehmen eine umfassende Messung, Segmentierung und Analyse des Nutzerverhaltens über Websites, mobile Apps, vernetzte TV-Dienste und andere digitale Kanäle hinweg ermöglicht. Die Wurzeln der Plattform reichen auf Omniture zurück, ein 1996 in Provo, Utah, von Josh James und John Wall gegründetes Analytics-Unternehmen, das Adobe im Jahr 2009 für rund 1,8 Milliarden US-Dollar übernahm – eine der größten Akquisitionen in Adobes Geschichte. Aus dem Omniture-Produkt SiteCatalyst entstand über die Jahre Adobe SiteCatalyst, später umbenannt zu Adobe Analytics. Das Tool richtet sich primär an mittlere und große Unternehmen mit komplexen, omni-channel-getriebenen Analyseanforderungen und ist in Branchen wie Handel, Medien, Finanzdienstleistungen und Reise besonders verbreitet. Im Gartner Magic Quadrant für Digital Experience Platforms und Analytics wird Adobe regelmäßig als Leader eingestuft. Das Pricing-Modell ist Enterprise-basiert und wird nicht öffentlich kommuniziert; Marktbeobachter schätzen Jahreslizenzen auf 30.000 bis mehrere Millionen US-Dollar, abhängig von Traffic-Volumen, Benutzeranzahl und genutzten Modulen. Adobe Analytics konkurriert direkt mit Google Analytics 4 (GA4) im Enterprise-Segment sowie mit Lösungen wie Mixpanel, Amplitude und Piwik PRO.

Erläuterung

Die Geschichte der Web-Analytics beginnt mit einfachen Logfile-Analysen der 1990er-Jahre und entwickelte sich mit Tools wie WebTrends (1993) und später Google Analytics (2005, durch die Übernahme von Urchin Software) zu einem komplexen Markt. Omniture SiteCatalyst setzte sich im Enterprise-Segment durch seine Fähigkeit durch, benutzerdefinierte Variablen (eVars, Props, Events) ohne starre vorgegebene Datenmodelle zu erfassen – ein entscheidender Vorteil gegenüber starrer Lösung. Nach der Adobe-Übernahme 2009 wurde SiteCatalyst schrittweise in die Adobe Marketing Cloud (heute Experience Cloud) integriert und mit Adobe Target (Personalisierung), Adobe Audience Manager (DMP) und Adobe Campaign (E-Mail-Marketing) zu einem umfassenden Ökosystem verknüpft. Ein Wendepunkt für die Benutzerfreundlichkeit war der Launch von Analysis Workspace im Jahr 2016: Dieses frei konfigurierbare Drag-and-Drop-Interface ersetzte de facto die starren Report-Suites der Vorgängergeneration und ermöglicht es Analysten, in Minuten individuelle Kohorten-, Trichter- und Pfadanalysen zu erstellen. Laut IDC-Studie (2022, beauftragt von Adobe) erzielten Unternehmen, die Adobe Analytics vollständig implementierten, einen durchschnittlichen Return on Investment von 385 % über drei Jahre. Die technische Grundlage der Datenerfassung ist der Adobe Experience Platform Web SDK (ehemals AppMeasurement.js), der Daten an Adobe-Rechenzentren (primär USA, EU-Optionen verfügbar) sendet. Mit der Adobe Experience Platform (AEP) und Customer Journey Analytics (CJA) hat Adobe einen modernen Layer auf Basis von Apache Parquet und SQL ergänzt, der Big-Data-Analysen über Quellsysteme hinweg ermöglicht und Adobe Analytics als Datenzulieferer integriert.

Datenerfassung und Implementierung

Analyse und Reporting

Integration in die Adobe Experience Cloud

Praxistipp: Investieren Sie vor der Implementierung in eine detaillierte Solution Design Reference (SDR): Dieses Dokument definiert, welche eVars, Props und Events für welche Geschäftsfragen benötigt werden. Eine saubere SDR verhindert das verbreitete Problem inkonsistenter Datenerfassung über verschiedene Seiten und Teams hinweg. Erstellen Sie außerdem von Beginn an mindestens zwei Virtual Report Suites – eine für das gesamte Unternehmen und eine je Geschäftsbereich – um abteilungsspezifische Datensichten ohne Datenvermischung zu ermöglichen. Nutzen Sie die Anomalieerkennung in Analysis Workspace nicht reaktiv, sondern richten Sie wöchentliche Alert-Digests für Ihre fünf wichtigsten KPIs ein.