Marketing Glossar

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Mailjet

Definition: Mailjet ist eine in Paris gegründete und in Europa beheimatete E-Mail-Service-Provider (ESP)-Plattform, die sowohl Marketing-E-Mail-Kampagnen als auch transaktionale E-Mails (Bestellbestätigungen, Passwortzurücksetzungen, Versandbenachrichtigungen) über eine einheitliche Infrastruktur ermöglicht und sich durch drei wesentliche Differenzierungsmerkmale auszeichnet: Echtzeit-Kollaboration im E-Mail-Editor für Teams, vollständige DSGVO-Konformität mit Datenspeicherung auf europäischen Servern sowie eine leistungsstarke REST-API und SMTP-Relay-Lösung für Entwickler und technische Teams. Mailjet wurde 2010 von Wilfried Durand und Julien Tartarin in Paris gegründet und gehört seit 2019 zur schwedischen Sinch AB (einem Kommunikationsdienstleister mit Fokus auf SMS, Voice und E-Mail), nachdem es zuvor von dem ebenfalls französischen Unternehmen Mailgun übernommen worden war. Mailjet bedient nach eigenen Angaben mehr als 40.000 Kunden in über 150 Ländern, die gemeinsam mehr als eine Milliarde E-Mails pro Monat über die Plattform versenden. Besonders im europäischen Markt – insbesondere in Frankreich, Deutschland, Spanien und den Benelux-Ländern – hat Mailjet eine starke Position als europäische Alternative zu US-amerikanischen ESPs wie Mailchimp, Klaviyo oder Constant Contact, wobei die DSGVO-Konformität und die europäische Serverinfrastruktur für viele europäische Unternehmen entscheidende Auswahlkriterien sind.

Erläuterung

Mailjet positioniert sich im hart umkämpften E-Mail-Marketing-Markt durch zwei Nischen, in denen es klare Vorteile gegenüber den dominierenden US-Playern bietet: erstens durch seine kollaborativen Team-Features und zweitens durch seine hybride Fähigkeit, sowohl Marketing- als auch transaktionale E-Mails über dieselbe Plattform zu verwalten. Viele Unternehmen haben traditionell zwei separate E-Mail-Systeme betrieben – ein ESP für Marketing-Newsletter und einen transaktionalen E-Mail-Dienst (wie AWS SES oder SendGrid) für system-generierte Nachrichten. Mailjet ermöglicht es, beide Anwendungsfälle unter einem Dach zu vereinen, was die Komplexität des E-Mail-Stacks reduziert und einheitliches Reporting für alle ausgehenden E-Mails ermöglicht.

Das Alleinstellungsmerkmal der Echtzeit-Kollaboration im E-Mail-Builder von Mailjet ist besonders für Agenturen und dezentrale Teams relevant: Ähnlich wie bei Google Docs können mehrere Nutzer gleichzeitig denselben E-Mail-Template bearbeiten, kommentieren und Änderungen vorschlagen – ohne Versionskonflikte oder das Problem, dass ein Nutzer die Arbeit eines anderen überschreibt. Zusätzliche Berechtigungsebenen ermöglichen es, bestimmten Nutzern (z. B. Kunden einer Agentur) nur bestimmte Bereiche eines Templates zu bearbeiten (z. B. den Textkörper, aber nicht Layout und Branding), was die Qualitätskontrolle erleichtert.

Für technische Teams bietet Mailjet eine umfangreiche REST-API, die das programmatische Versenden von transaktionalen E-Mails, die Verwaltung von Kontaktlisten und die Abfrage von Statistiken ermöglicht. SMTP-Relay erlaubt die Integration mit beliebigen Applikationen, die E-Mails via SMTP versenden können – ein universeller Standard, der praktisch keinerlei Entwicklungsaufwand für die Integration erfordert. Mailjets API-Dokumentation gilt als besonders entwicklerfreundlich und bietet Bibliotheken für PHP, Python, Ruby, Node.js, Java und weitere Sprachen.

Kernfunktionen im Überblick

Preismodelle (Stand 2024)

Mailjet vs. Wettbewerber

Praxistipp: Nutzen Sie Mailjets kollaborativen Template-Editor konsequent in Ihrem Team-Workflow: Legen Sie für jeden Kunden (oder jede interne Marke) eine eigene „Section" im Template fest, die nur von bestimmten Nutzern bearbeitet werden kann – das verhindert ungewollte Layout-Änderungen durch Nutzer ohne Designkenntnisse. Trennen Sie konsequent Marketing-E-Mails und transaktionale E-Mails auf verschiedene Subdomains (z. B. newsletter.ihre-domain.de vs. mail.ihre-domain.de) und nutzen Sie für transaktionale E-Mails nach Möglichkeit eine dedizierte IP – so schützen Sie die Zustellbarkeit von Bestellbestätigungen und system-kritischen E-Mails vor Reputationsschäden durch schlechte Marketing-Kampagnen-Performance. Konfigurieren Sie SPF-, DKIM- und DMARC-Einträge sofort nach der Einrichtung – diese drei DNS-Einträge sind Voraussetzung für gute Inbox-Platzierung und werden von großen E-Mail-Anbietern wie Gmail und Yahoo seit 2024 für Bulk-Sender streng kontrolliert.