Marketing Glossar

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Salesforce

Definition: Salesforce ist das weltweit am weitesten verbreitete cloudbasierte Customer-Relationship-Management-System (CRM) und bildet die technologische Grundlage für die Kundenstrategie von Unternehmen aller Größenordnungen – von wachstumsstarken Start-ups bis hin zu Fortune-500-Konzernen. Das Unternehmen wurde 1999 von Marc Benioff, Parker Harris, Dave Moellenhoff und Frank Dominguez in San Francisco gegründet und gilt als Pionier des Software-as-a-Service-Modells (SaaS), das proprietäre On-Premise-Software durch browserbasierte, abonnementfinanzierte Cloud-Dienste ersetzte. Salesforce gliedert sich heute in eine breite Produktfamilie: Sales Cloud (Vertriebsautomatisierung und Pipeline-Management), Marketing Cloud (E-Mail-Marketing, Customer Journeys, Social Media, Advertising), Service Cloud (Omnichannel-Kundenservice), Commerce Cloud (B2B- und B2C-E-Commerce), Data Cloud (Kundendatenplattform für First-Party-Daten-Konsolidierung), Slack (Unternehmenskommunikation, seit der Übernahme 2021) sowie MuleSoft (API-Integrationsplattform) und Tableau (Business Intelligence, ebenfalls übernommen 2019). Alle Produkte sind durch die gemeinsame Einstein-KI-Schicht verbunden, die prädiktive und generative KI-Funktionen über alle Clouds hinweg bereitstellt. Laut dem IDC-Bericht „Salesforce Economy" (2022) soll das Salesforce-Ökosystem bis 2026 weltweit 9,3 Millionen Arbeitsplätze und 1,6 Billionen US-Dollar an neuen Geschäftserlösen generieren.

Erläuterung

Die Sales Cloud ist das historische Kernprodukt von Salesforce und adressiert sämtliche Schritte des B2B-Vertriebszyklus: Lead-Erfassung und -Qualifizierung, Opportunity-Management mit Phasentracking, Angebotserstellung (CPQ – Configure, Price, Quote), Kontakt- und Account-Management sowie Prognose und Reporting. Der Unterschied zu einfacheren CRM-Lösungen wie Pipedrive oder HubSpot liegt in der Konfigurierbarkeit: Salesforce lässt sich über ein deklaratives Konfigurationssystem (Flow Builder, Process Builder) und über die proprietäre Programmiersprache Apex an nahezu jeden Vertriebsprozess anpassen, ohne proprietäre Code-Abhängigkeiten zu erzeugen.

Die Marketing Cloud ist ein eigenständiges Produkt für B2C-Marketing-Automatisierung und wurde durch die Übernahme von ExactTarget (2013) und Pardot (B2B-Marketing-Automation, heute Salesforce Marketing Cloud Account Engagement) aufgebaut. Die Marketing Cloud Journey Builder-Komponente erlaubt die visuelle Gestaltung komplexer, mehrkanaliger Customer Journeys – etwa eine Willkommenssequenz über E-Mail, SMS und Push-Notification, die sich in Echtzeit auf Kundenverhalten anpasst. Salesforce Data Cloud (ehemals Genie) vereint First-Party-Daten aus allen Touch-Points in einem einheitlichen Kundenprofil (Unified Customer Profile), das den gesamten Marketing-Stack mit konsistenten Daten versorgt.

Die KI-Plattform Einstein, 2016 eingeführt, bietet Predictive-AI-Funktionen wie Lead-Scoring (Einstein Lead Scoring), Opportunity-Erfolgsprognosen und Next-Best-Action-Empfehlungen. Mit der Einführung von Einstein GPT (2023, heute Agentforce) öffnete Salesforce die Plattform für generative KI: Vertriebsmitarbeiter können automatisch E-Mail-Entwürfe auf Basis von CRM-Daten generieren lassen; Servicemitarbeiter erhalten KI-generierte Fallzusammenfassungen; Marketing-Teams erhalten Vorschläge für Betreffzeilen und Segmentierungskriterien.

Das AppExchange-Ökosystem mit über 7.000 zertifizierten Drittanbieter-Apps ist ein weiterer Wettbewerbsvorteil: Integrationen mit SAP, Marketo, DocuSign, Zendesk, Slack-Apps und tausenden weiterer Tools erweitern die Plattform modular. Allerdings sind Implementierung und laufender Betrieb ressourcenintensiv: Salesforce-Projekte erfordern typischerweise zertifizierte Salesforce-Administratoren und oft externe Implementierungspartner (sogenannte SIs – System Integrators wie Accenture, Deloitte oder PwC), was die Gesamtbetriebskosten (Total Cost of Ownership) erheblich über die reinen Lizenzkosten hinaus treibt.

Produktfamilie im Überblick

Typische Einsatzszenarien im Marketing

Praxistipp: Definieren Sie vor einer Salesforce-Implementierung gemeinsam mit Vertrieb, Marketing und IT ein einheitliches Datenmodell: Welche Felder sind Pflicht? Wie werden Leads zu Opportunities konvertiert? Welche Lifecycle-Stages gelten für Kontakte? Ohne klare Prozessdefinition wird die Plattform zu einem teuren Datengrab. Starten Sie mit einem MVP-Scope (z. B. nur Sales Cloud und eine Pipeline), messen Sie Adoption-Raten und erweitern Sie erst dann auf weitere Produkte. Zertifizierungen wie Salesforce Certified Administrator (ADM 201) sind ein sinnvoller Schritt für interne Administratoren, um unabhängig von externen Implementierungspartnern Anpassungen vornehmen zu können.