Marketing Glossar

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ShareASale

Definition: ShareASale ist ein US-amerikanisches Affiliate-Marketing-Netzwerk, das im Jahr 2000 von Brian Littleton in Chicago gegründet wurde und zu den ältesten und bekanntesten Partnernetzwerken in Nordamerika zählt. Die Plattform verbindet Advertiser (Merchants/Händler), die eigene Partnerprogramme betreiben möchten, mit Publishers (Affiliates/Partner), die diese Programme über Blogs, Content-Seiten, E-Mail-Listen, Social-Media-Kanäle oder Preisvergleichsportale bewerben. Im Jahr 2017 wurde ShareASale von der Awin-Gruppe (vormals Affiliate Window, London) übernommen, dem weltweit größten Affiliate-Netzwerk, das selbst Teil der Axel Springer SE und der United Internet AG ist. Durch die Übernahme profitieren Publisher von einem kombinierten Zugang zu ShareASale- und Awin-Programmen, während Merchants ihr Programm über die ShareASale-Infrastruktur betreiben, aber potenziell auf das globale Awin-Publisher-Netzwerk zugreifen können. ShareASale verzeichnet nach eigenen Angaben über 270.000 registrierte Publisher und mehr als 25.000 aktive Merchant-Programme in zahlreichen Produktkategorien.

Erläuterung

Das ShareASale-System funktioniert nach dem klassischen Affiliate-Netzwerk-Modell: Merchants hinterlegen ein Budget (Merchant-Deposit als Treuhänder-Guthaben bei ShareASale), definieren Provisionssätze und stellen Werbemittel bereit (Textlinks, Banner, Deeplinks, Produktdaten-Feeds). Publishers bewerben sich für einzelne Merchant-Programme und erhalten nach Genehmigung individuelle Tracking-Links. Wenn ein Nutzer über einen solchen Link einen Kauf abschließt (Cost-per-Sale, CPS) oder ein Formular ausfüllt (Cost-per-Lead, CPL), wird die Provision im System gutgeschrieben und nach einer Validierungsphase (typischerweise 30–60 Tage, je nach Merchant-Rückgabepolitik) an den Publisher ausgezahlt.

Das Tracking basiert primär auf First-Party-Cookies, die beim Klick auf den Affiliate-Link gesetzt werden. ShareASale hat im Zuge der Browser-Restriktionen gegen Third-Party-Cookies (Safari ITP, Firefox ETP, Chrome Privacy Sandbox) auf serverseitige Tracking-Optionen und Parameter-basiertes Tracking (Clickless Tracking via API) umgestellt, um Attributionsverluste zu minimieren. Merchants können ergänzend einen serverseitigen Postback-Pixel integrieren, der Conversions direkt vom eigenen Server an ShareASale meldet.

Die Plattform bietet Publisher-Daten, die bei der Partnerauswahl helfen: Earnings per Click (EPC – durchschnittlicher Verdienst pro 100 Klicks), Reversal Rate (Anteil stornierter Conversions), durchschnittliche Provision und Conversion Rate. Diese Kennzahlen erlauben Publishers, die Attraktivität und Rentabilität eines Merchant-Programms zu bewerten, bevor sie Traffic darauf ausrichten. Der Power Rank ist eine ShareASale-eigene Metrik, die Merchants nach Popularität bei Publishers einstuft.

ShareASale ist besonders stark in folgenden Produktkategorien: Fashion und Bekleidung, Home & Garden, Health & Beauty, Technologie-Zubehör sowie Software-as-a-Service-Produkte. Bekannte Merchant-Programme auf ShareASale sind unter anderem Reebok, Etsy (bis zur Eigenentwicklung), WP Engine, Sucuri und zahlreiche E-Commerce-Brands mit US-Fokus. Für europäische Publisher und Merchants ist in vielen Fällen das Schwester-Netzwerk Awin die bevorzugte Wahl, da es stärker auf europäische Märkte ausgerichtet ist.

Funktionen für Merchants

Funktionen für Publisher

Praxistipp: Wählen Sie als Publisher Merchant-Programme gezielt nach dem EPC-Wert (Earnings per Click) und der Reversal Rate aus, nicht nur nach der nominellen Provisionshöhe: Ein Programm mit 20 Prozent Provision und 40 Prozent Stornoquote ist weniger attraktiv als ein Programm mit 10 Prozent Provision und stabilen 5 Prozent Reversals. Als Merchant empfiehlt sich ein gestaffeltes Provisionsmodell – ein Basis-CPS plus erreichbare Bonusstufen für Publisher, die monatlich mehr als 10 oder 50 Verkäufe generieren –, da dies Top-Publisher incentiviert, Ihr Programm gegenüber vergleichbaren Wettbewerber-Programmen zu bevorzugen.