Marketing Glossar

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Zapier

Definition: Zapier ist eine 2011 in San Francisco gegründete No-Code-Automatisierungsplattform, die Web-Applikationen über deren APIs miteinander verknüpft, ohne dass Programmierkenntnisse oder Entwicklerressourcen benötigt werden. Das Kernprinzip ist das sogenannte „Zap": Ein Zap besteht aus einem Trigger (ein Ereignis in App A löst den Workflow aus, z. B. ein neues Formular-Einreichung in Typeform) und einer oder mehreren Aktionen (automatische Reaktionen in einer oder mehreren anderen Apps, z. B. neuer Kontakt in HubSpot erstellen, Slack-Benachrichtigung senden, Google Sheets-Zeile hinzufügen). Zapier verbindet mit Stand 2024 über 7.000 Web-Applikationen, was die Plattform zur umfangreichsten Integrationslösung im No-Code-Segment macht. Im Marketing-Kontext wird Zapier primär für die Automatisierung von Lead-Routing-Prozessen, Daten-Synchronisierung zwischen Marketing-Stack-Komponenten, Team-Benachrichtigungen und repetitiven Dateneingabe-Tasks eingesetzt. Laut Zapier nutzen mehr als 2,2 Millionen Teams und Unternehmen weltweit die Plattform; der Fokus liegt explizit auf nicht-technischen Nutzern in Marketing, Vertrieb und Operations.

Erläuterung

Der Ausgangspunkt für Zapier im Marketing ist die Realität moderner Marketing-Technologie-Stacks: Ein typisches mittelständisches Unternehmen nutzt gleichzeitig ein CRM (z. B. HubSpot oder Salesforce), ein E-Mail-Marketing-Tool (z. B. Mailchimp oder Klaviyo), ein Formular-Tool (z. B. Typeform oder Gravity Forms), ein Projekt-Management-Tool (z. B. Asana oder Trello), ein Team-Kommunikationstool (z. B. Slack) und verschiedene Werbe-Plattformen. Diese Tools sprechen ohne explizite Integration-Setups nicht miteinander, was zu manuellen Datenübertragungen, Zeitverzögerungen und Fehlerquellen führt. Zapier schließt diese Lücken ohne Entwickler-Eingriff.

Ein klassisches Marketing-Szenario: Ein Interessent füllt ein Kontaktformular auf der Website aus (Trigger: Typeform-Einreichung). Zapier überträgt die Kontaktdaten automatisch in HubSpot als neuen Kontakt (Aktion 1), sendet eine Slack-Benachrichtigung an den zuständigen Vertriebsmitarbeiter (Aktion 2), erstellt eine Aufgabe in Asana für das Follow-up (Aktion 3) und fügt den Kontakt zu einer Mailchimp-Lead-Nurturing-Liste hinzu (Aktion 4). Dieser Workflow, der manuell 5–10 Minuten dauern würde, läuft mit Zapier in Sekunden vollautomatisch ab – und zwar für jeden Lead, rund um die Uhr. Zapier-eigene Daten zeigen, dass Teams, die Zapier für Lead-Management einsetzen, im Durchschnitt 10+ Stunden pro Woche an manueller Dateneingabe einsparen.

Fortgeschrittenere Zaps nutzen Filter (der Workflow wird nur ausgeführt, wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind, z. B. Budget-Feld über 50.000 EUR) und Formatter-Schritte (Textformatierungen, Datumsumwandlungen, Zahlenberechnungen). Mehrstufige Zaps (Multi-Step Zaps, ab dem Starter-Plan) ermöglichen komplexe Workflows mit mehreren Aktionen und Verzweigungen. Zapier Tables und Zapier Interfaces (2023 eingeführt) erweitern die Plattform um eigene Datenbanken und simple No-Code-Apps, was die Einsatzmöglichkeiten deutlich erweitert.

Typische Marketing-Automations mit Zapier

Preismodell, Grenzen und Alternativen

Praxistipp: Beginnen Sie mit Zapier beim größten manuellen Schmerz in Ihrem Marketing-Workflow: Welche Dateneingabe führen Sie täglich oder wöchentlich repetitiv durch? Der häufigste Quick-Win ist das Lead-Routing: Verbinden Sie Ihr Hauptkontaktformular direkt mit Ihrem CRM und Ihrem Slack-Channel, sodass kein Lead mehr manuell übertragen werden muss und Ihr Team sofort benachrichtigt wird. Überprüfen Sie alle eingerichteten Zaps wöchentlich kurz im Zapier-Fehlerprotokoll – fehlgeschlagene Tasks fallen sonst monatelang unbemerkt aus, was zu Datenlücken im CRM führt.