Marketing Glossar

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Marktdaten

Definition: Marktdaten sind systematisch erhobene quantitative und qualitative Informationen über einen abgegrenzten Markt, die Auskunft über Marktgröße, Wachstumsraten, Wettbewerbsstrukturen, Nachfrageverhalten, Preisniveaus und demografische Verteilungen geben. Sie entstammen Primär- oder Sekundärquellen und bilden die empirische Grundlage für strategische Unternehmens- und Marketingentscheidungen. Marktdaten können absolut (z. B. Gesamtumsatz einer Branche in Euro) oder relativ (z. B. Marktanteil in Prozent) vorliegen und beziehen sich stets auf einen definierten geografischen Raum sowie einen spezifischen Zeitraum. Die Unterscheidung zwischen vergangenheitsbezogenen Ist-Daten und zukunftsorientierten Prognosedaten ist dabei ebenso wesentlich wie die Differenzierung zwischen angebotsseitigen Daten (Produktionsmengen, Kapazitäten) und nachfrageseitigen Daten (Konsumausgaben, Kaufhäufigkeiten). Hochwertige Marktdaten sind aktuell, repräsentativ, methodisch sauber erhoben und nachvollziehbar dokumentiert – Eigenschaften, die von kommerziellen Datenproviders wie Statista, Nielsen, GfK und Euromonitor durch standardisierte Erhebungsverfahren sichergestellt werden.

Erläuterung

Marktdaten sind das Rückgrat aller marktorientierten Unternehmensplanung. Ohne verlässliche Marktinformationen bleiben Wachstumsstrategien, Produkteinführungen und Budgetentscheidungen weitgehend dem Zufall überlassen. Die Marktforschung unterscheidet dabei klassisch zwischen zwei Hauptquellen: Primärdaten, die direkt für einen bestimmten Forschungszweck erhoben werden (z. B. durch Befragungen, Beobachtungen oder Experimente), und Sekundärdaten, die aus bereits vorliegenden Quellen wie amtlichen Statistiken, Branchenberichten oder wissenschaftlichen Publikationen gewonnen werden (vgl. Meffert/Burmann/Kirchgeorg, Marketing, 13. Aufl. 2019).

Im digitalen Zeitalter sind neue Kategorien von Marktdaten entstanden: Web-Analytics-Plattformen wie Google Analytics liefern Echtzeitdaten über Konsumentenverhalten im Internet. E-Commerce-Marktplätze wie Amazon oder Zalando generieren kontinuierlich Preisvergleichs- und Kaufdaten. Social-Listening-Tools aggregieren Stimmungsbilder aus sozialen Netzwerken. Diese digitalen Marktdaten ergänzen klassische Erhebungen und ermöglichen eine granularere Segmentierung. Forrester Research (2022) betont, dass Unternehmen, die Erst-, Zweit- und Drittanbieter-Daten konsequent integrieren, deutlich bessere Prognosegenauigkeiten erzielen als jene, die nur eine Datenquelle nutzen.

Das Statistikamt der Europäischen Union (Eurostat) sowie nationale Statistikbehörden wie das Statistische Bundesamt (Destatis) stellen umfangreiche Marktdaten kostenlos zur Verfügung, die als verlässliche Benchmarks dienen. Handelskammern, Branchenverbände und internationale Organisationen wie die OECD ergänzen das Angebot durch spezialisierte Branchendaten. Kommerzielle Datenanbieter wie Nielsen IQ, Mintel und IBISWorld bieten darüber hinaus tief segmentierte Marktstudien mit Wettbewerbsprofilen und Forecasts an, die Unternehmen gegen Lizenzgebühren beziehen können.

Typen von Marktdaten

Qualitätskriterien für Marktdaten

Praxistipp: Unterscheiden Sie bei der Nutzung von Marktdaten stets zwischen Ist-Daten und Prognosewerten sowie zwischen angebots- und nachfrageseitigen Quellen. Kombinieren Sie mindestens zwei bis drei unabhängige Quellen und prüfen Sie die Konsistenz der Werte gegeneinander – Abweichungen von mehr als 15–20 % zwischen Quellen sind ein Warnsignal für unterschiedliche Marktabgrenzungen oder Erhebungsmethoden. Halten Sie in internen Reports stets die Herkunft und das Erhebungsdatum jedes Datenpunkts fest, damit andere Teammitglieder die Belastbarkeit der Aussagen einschätzen können.