Marketing Glossar

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Ähnliche Zielgruppen

Definition: Ähnliche Zielgruppen (englisch: Similar Audiences, auch Lookalike Audiences genannt) sind in Google Ads automatisch generierte Nutzersegmente, die aus dem Surf-, Such- und Interaktionsverhalten der Mitglieder einer bestehenden Quell-Zielgruppe abgeleitet werden. Google analysiert das digitale Verhaltensmuster der Nutzer in einer Remarketing-Liste oder Customer-Match-Liste und identifiziert weitere Nutzer im Google-Netzwerk, die ähnliche Verhaltensprofile aufweisen – ohne dass diese Nutzer jemals die Website des Werbetreibenden besucht haben müssen. Ähnliche Zielgruppen wurden von Google Ads erstmals 2012 für das Google Display-Netzwerk eingeführt und später auf Search, YouTube und Discovery-Kampagnen ausgeweitet. Die Quell-Liste muss für die automatische Erstellung einer ähnlichen Zielgruppe eine Mindestgröße von 1.000 aktiven Nutzern (Cookies oder gematchte Google-Konten) aufweisen, damit der Algorithmus statistisch robuste Verhaltensprofile ableiten kann. Die Größe der generierten ähnlichen Zielgruppe ist typischerweise ein Vielfaches der Quell-Liste und kann Millionen von Nutzern umfassen. Im August 2023 hat Google angekündigt, ähnliche Segmente als eigenständige Targeting-Option schrittweise abzuschalten und die Funktion vollständig in die automatisierten Systeme von Smart Bidding und optimiertem Targeting zu integrieren. Hintergrund ist die zunehmende Einschränkung von Third-Party-Cookies durch Browser-Anbieter (Apple Safari, Firefox, Google Chrome ab 2024) und datenschutzrechtliche Anforderungen unter der DSGVO sowie dem CCPA in Kalifornien. Seit Mai 2023 werden keine neuen ähnlichen Segmente mehr erstellt; bestehende Segmente können noch als Beobachtungszielgruppen genutzt werden, erlauben aber kein Ausrichtungs-Targeting mehr.

Erläuterung

Das Konzept der Lookalike Audiences hat seinen Ursprung im Direct-Mail-Marketing der 1980er-Jahre, wo Kundenadresslisten mit Merkmalsmodellen abgeglichen wurden, um ähnliche Neukunden zu identifizieren. Im digitalen Marketing wurde das Modell durch Facebook Ads populär: Meta (damals Facebook) führte 2013 Lookalike Audiences als eigenständiges Targeting-Feature ein und verzeichnete laut eigenen Angaben 50 % niedrigere Kosten pro Akquisition (CPA) gegenüber Interest-Targeting für viele Werbetreibende. Google folgte mit der Ausweitung ähnlicher Segmente auf Search-Kampagnen ab 2017 und ermöglichte damit Neukundenakquise mit verhaltensbasierter Präzision auch im Suchnetzwerk. Die technische Grundlage in Google Ads basiert auf der Analyse von Signalen wie besuchten Websites, angesehenen YouTube-Inhalten, durchgeführten Google-Suchanfragen und App-Nutzungsverhalten, die innerhalb von Googles Werbenetzwerk erfasst werden. Im Gegensatz zu Facebook, das eigene Log-in-Daten nutzt, stützt sich Google stärker auf Third-Party-Cookie-Daten und eigene First-Party-Signale aus Chrome, Search und YouTube. Der Rückgang der Cookie-Verfügbarkeit durch iOS 14.5 (App Tracking Transparency, April 2021) und die schrittweise Deprecation von Third-Party-Cookies haben die Präzision ähnlicher Zielgruppen messbar reduziert und beschleunigten Googles Entscheidung zur Abschaltung. Als moderne Alternativen empfiehlt Google Performance Max-Kampagnen mit hochwertigen Customer-Match-Eingaben sowie das optimierte Targeting in Display- und Demand-Gen-Kampagnen.

Funktionsweise und technische Basis

Moderne Alternativen nach der Abschaltung

Praxistipp: Da ähnliche Segmente als eigenständiges Targeting abgeschaltet wurden, verlagern Sie die Neukundenakquise auf Performance-Max-Kampagnen mit hochwertigen Customer-Match-Listen: Laden Sie Ihre besten 1.000–5.000 Kundendaten (E-Mail-Adressen von High-Value-Kunden) als Customer-Match-Liste hoch und nutzen Sie diese als primäres Audience Signal in PMax. Ergänzen Sie In-Market-Segmente als zweites Audience Signal. Performance Max mit diesen Inputs erzielt in der Praxis ähnliche oder bessere Ergebnisse als das frühere ähnliche-Segmente-Targeting.