Marketing Glossar

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Anzeigenrelevanz

Definition: Anzeigenrelevanz ist eine der drei Teilkomponenten des Qualitätsfaktors in Google Ads und bewertet, wie gut der Inhalt eines Anzeigentextes mit der Suchabsicht (Search Intent) des gebuchten Keywords übereinstimmt. Google bewertet die Anzeigenrelevanz auf einer dreistufigen Skala: „Unterdurchschnittlich“, „Durchschnittlich“ und „Überdurchschnittlich“. Diese Bewertung beeinflusst zusammen mit der erwarteten Klickrate und der Qualität der Zielseite den Qualitätsfaktor (1–10), der wiederum den Ad Rank und den tatsächlichen CPC mitbestimmt. Eine „Überdurchschnittliche“ Anzeigenrelevanz bedeutet, dass Google die Anzeige als hochrelevant für die mit dem Keyword assoziierten Suchanfragen einschätzt; „Unterdurchschnittlich“ signalisiert eine signifikante Diskrepanz zwischen Keyword und Anzeigeninhalt. Wichtig: Google bewertet die Anzeigenrelevanz nicht auf Basis einer einzelnen Anzeige, sondern im Vergleich zu allen anderen Werbetreibenden, die für dasselbe Keyword werben – die Bewertung ist also relativ kompetitiv, nicht absolut. Bei Responsive Search Ads (RSA) wird die Anzeigenrelevanz basierend auf der optimalen Asset-Kombination bewertet, die Google für eine bestimmte Suchanfrage aus den hinterlegten Headlines und Beschreibungen zusammenstellt. Die Anzeigenrelevanz hat im Vergleich der drei Qualitätsfaktor-Komponenten einen mittleren Einfluss: Die erwartete Klickrate hat den stärksten Einfluss, gefolgt von der Zielseiten-Qualität und der Anzeigenrelevanz. Dennoch ist eine niedrige Anzeigenrelevanz oft das einfachste und schnellste Problem, das durch Umstrukturierung der Anzeigengruppen und Anpassung der Anzeigentexte behoben werden kann, ohne an der Website selbst etwas ändern zu müssen.

Erläuterung

Google hat den Qualitätsfaktor als System 2005 eingeführt, um rein gebotsbasierte Anzeigenrankings zu verhindern und relevantere Anzeigen zu bevorzugen. Die Anzeigenrelevanz als Teilkomponente wurde transparent gemacht, als Google 2013 begann, die einzelnen Qualitätsfaktor-Unterkomponenten in der Google-Ads-Oberfläche anzuzeigen. Aus Googles Perspektive dient die Anzeigenrelevanz dem Nutzererlebnis: Eine Suchanfrage nach „rote Damensandalen Größe 38“ sollte zu einer Anzeige führen, die spezifisch auf rote Damensandalen eingeht – nicht zu einer generischen „Schuhe kaufen“-Anzeige. Der häufigste Grund für eine unterdurchschnittliche Anzeigenrelevanz ist eine zu breit gefasste Anzeigengruppe, die Keywords mit verschiedenen Suchintentionen enthält, für die kein einziger Anzeigentext optimal passen kann. Beispiel: Eine Anzeigengruppe mit Keywords wie „Sofa kaufen“, „Sofabezug waschen“ und „Sofa reinigen lassen“ hat drei unterschiedliche Suchintentionen (Kauf, DIY-Pflege, Dienstleistung), die einen gemeinsamen Anzeigentext systematisch in eine schlechte Relevanzposition bringen. Eine Studie von Search Engine Land aus dem Jahr 2018 ermittelte, dass eine Verbesserung der Anzeigenrelevanz von „Unterdurchschnittlich“ auf „Überdurchschnittlich“ im Median zu einer 15–25 % höheren Klickrate und einem 10–20 % niedrigeren CPC führt, da der verbesserte Qualitätsfaktor direkt die Berechnung des tatsächlichen CPCs beeinflusst.

Ursachen für unterdurchschnittliche Anzeigenrelevanz

Optimierungsmaßnahmen zur Verbesserung der Anzeigenrelevanz

Praxistipp: Exportieren Sie alle Keywords mit einer Qualitätsfaktor-Bewertung von 1–5 und prüfen Sie, welche davon eine „unterdurchschnittliche“ Anzeigenrelevanz aufweisen. Teilen Sie die betroffenen Anzeigengruppen in kleinere thematische Einheiten auf und erstellen Sie für jede neue Gruppe einen Anzeigentext, der das Kernthema direkt in Headline 1 adressiert. Diese Restrukturierung lässt sich in einem Google Ads Editor-Export effizient umsetzen und verbessert typischerweise den Qualitätsfaktor um 1–3 Punkte innerhalb weniger Wochen nach der Umstellung.