Marketing Glossar

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Anzeigentexte

Definition: Anzeigentexte in Google Ads sind die textlichen Inhalte der Suchanzeigen, die in den Suchergebnisseiten (SERP) sichtbar werden und Nutzer zum Klick bewegen sollen. Seit dem 30. Juni 2022, als Google die Erstellung neuer Expanded Text Ads (ETAs) einstellte, sind Responsive Search Ads (RSA) das einzige erstellbare Anzeigenformat im Suchnetzwerk. Eine RSA besteht aus bis zu 15 Headlines (je maximal 30 Zeichen) und bis zu 4 Beschreibungen (je maximal 90 Zeichen), aus denen Google bei jeder Anzeigenausspielung automatisch 2–3 Headlines und 1–2 Beschreibungen auswählt und zur angezeigten Anzeige kombiniert. Jede Kombinationsmöglichkeit entspricht einer potenziellen Anzeigenvariante; theoretisch entstehen aus 15 Headlines und 4 Beschreibungen bis zu 43.680 verschiedene Kombinationen. Google testet diese Kombinationen kontinuierlich und bevorzugt diejenigen, die für einen bestimmten Nutzerkontext (Keyword, Gerät, Standort, Suchzeitpunkt) die höchste prognostizierte Performance aufweisen. Die Anzeige-URL besteht aus der tatsächlichen Ziel-URL (nicht sichtbar in voller Form) und zwei optionalen Pfad-Feldern (je maximal 15 Zeichen), die die angezeigte URL anpassen und Keywords einschließen können. Die „Ad Strength“-Metrik bewertet RSAs auf einer Skala von „Unvollständig“ über „Schwach“ und „Gut“ bis „Hervorragend“ basierend auf der Diversität und Anzahl der hinterlegten Assets sowie der Relevanz der Headlines für die Keywords der Anzeigengruppe. Neben der inhaltlichen Qualität sind Google-Richtlinien zu beachten: Übermäßige Großschreibung, wiederholte Interpunktion, falsche Behauptungen und irreführende Inhalte führen zur Ablehnung der Anzeige.

Erläuterung

Die Evolution der Google-Ads-Anzeigenformate spiegelt die zunehmende Automatisierung der Plattform wider. Bis 2016 waren Standard Text Ads das Standardformat mit einer einzigen Headline (25 Zeichen) und zwei Beschreibungszeilen (je 35 Zeichen) – ein sehr enges Format, das aus der frühen AdWords-Ära stammte und kaum Raum für differenzierte Botschaften ließ. Im Oktober 2016 führte Google Expanded Text Ads (ETAs) ein, die drei Headlines (je 30 Zeichen) und zwei Beschreibungen (je 90 Zeichen) erlaubten und die Anzeigengröße damit deutlich vergrößerten. ETAs galten bis 2022 als Best Practice und ermöglichten präzise, manuell kontrollierbare A/B-Tests. Die Einführung von RSA als Beta in 2018, die allgemeine Verfügbarkeit 2019 und die Abkündigung von ETAs 2022 markieren den vollständigen Wechsel zur KI-gesteuerten Anzeigenkomposition. Laut Google-Studien aus dem Jahr 2021 erzielen RSAs im Vergleich zu ETAs mit statischen Anzeigentexten im Median 7 % mehr Klicks bei gleichem Conversion-Volumen – ein Vorteil, der daraus resultiert, dass RSA die Anzeigenbotschaft an den spezifischen Nutzerkontext anpasst. Copywriting für RSA erfordert daher ein Umdenken: Statt einer kohärenten Textnarrative müssen Werbetreibende modulare, austauschbare Textbausteine verfassen, die in verschiedenen Kombinationen sinnvoll sind, ohne voneinander abhängig zu sein. Eine bewährte Methode ist die AIDA-Prinzip-Anwendung auf Headline-Ebene: Aufmerksamkeit (Headline mit Keyword), Interesse (Headline mit USP), Desire (Headline mit sozialem Beweis oder Vorteil) und Aktion (Beschreibung mit CTA).

RSA-Struktur und Zeichenlimits

Copywriting-Strategien für hochperformante RSA

Praxistipp: Erstellen Sie für jede RSA mindestens 12 Headlines und 4 Beschreibungen, die unterschiedliche Kaufmotive ansprechen: je 2–3 Headlines für Preis, Qualität, Service, Dringlichkeit und Social Proof. Prüfen Sie nach vier bis sechs Wochen in der Asset-Performance-Ansicht, welche Headlines als „Best“ bewertet werden – diese Erkenntnisse verraten, welche Kaufargumente Ihre Zielgruppe am meisten ansprechen, und können auch in E-Mail-Betreffzeilen, Landing-Page-Headings und Social-Media-Creatives genutzt werden.