Marketing Glossar

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Google Display Network

Definition: Das Google Display Network (GDN) ist ein Werbenetzwerk aus über zwei Millionen Websites, Apps und Google-eigenen Diensten wie Gmail, YouTube und Google Finance, auf denen Werbetreibende visuelle Anzeigen in Form von Bannern, Bildern, animierten GIFs und Videos schalten können. Nach Angaben von Google erreicht das GDN mehr als 90 Prozent aller Internetnutzer weltweit und bietet damit eine der breitesten Werbereichweiten überhaupt. Das Netzwerk entstand aus Googles Akquisition des Displayvermarkters DoubleClick im Jahr 2008, durch die Google seine Infrastruktur für Display-Werbung grundlegend ausbaute. Das GDN unterscheidet sich fundamental von Googles Search-Netzwerk: Während Suchanzeigen Nutzer im Moment einer aktiven Suchanfrage ansprechen (Pull-Prinzip), werden Display-Anzeigen während des normalen Browsens ausgespielt (Push-Prinzip). Werbetreibende erreichen damit potenzielle Kunden in einem frühen Stadium der Customer Journey – bevor diese aktiv nach einem Produkt suchen. Die Nutzung des GDN erfolgt über Google Ads; die Abrechnung erfolgt wahlweise per CPC (Cost-per-Click), CPM (Cost-per-Mille, d. h. pro tausend Impressionen) oder CPV (Cost-per-View bei Video). Wichtige GDN-Platzierungen umfassen Nachrichtenseiten wie Spiegel Online oder Zeit.de, Fachportale, App-Inventar in Android-Anwendungen, Gmail-Postfächer sowie YouTube-Seitenleisten. Das GDN-Inventar ist in drei Qualitätsstufen eingeteilt: Premium-Platzierungen (gesicherte Qualitätssites), Standard-Inventar und Long-Tail-Inventar (kleine, weniger bekannte Publisher). Die Kombination aus enormer Reichweite, vielfältigen Targeting-Optionen und visuellen Formaten macht das GDN zu einem unverzichtbaren Bestandteil einer vollständigen digitalen Werbestrategie, insbesondere für Markenaufbau, Remarketing und Upper-Funnel-Kampagnen.

Erläuterung

Das Google Display Network hat sich seit seiner Gründung zu einem der leistungsfähigsten Display-Werbesysteme der Welt entwickelt. Im Kern funktioniert das GDN wie eine Vermittlungsplattform: Publisher – also Websitebetreiber und App-Entwickler – stellen Werbeflächen zur Verfügung und werden über Googles AdSense-Programm vergütet. Werbetreibende buchen diese Flächen über Google Ads und zahlen entweder pro Klick oder pro tausend Impressionen. Die Platzierungsentscheidung trifft Googles Algorithmus in Echtzeit über eine programmatische Auktion.

Für die Zielgruppenansprache bietet das GDN ein breites Spektrum an Targeting-Methoden. Kontextuelles Targeting platziert Anzeigen auf Seiten, deren Inhalt thematisch zu den gewählten Keywords oder Themen passt – eine Sportausrüstungs-Anzeige erscheint beispielsweise auf Seiten mit Sportberichten. Demografisches Targeting ermöglicht die Eingrenzung nach Alter, Geschlecht und Haushaltseinkommen. Interessens-Targeting nutzt das Surfverhalten von Nutzern, um Personen mit bestimmten Interessen zu identifizieren. Darüber hinaus können Werbetreibende spezifische Placements buchen, also gezielt einzelne Websites oder Apps auswählen. Diese Methoden lassen sich kombinieren, um sehr präzise Zielgruppen zu erreichen.

Ein besonders wichtiger Einsatzbereich des GDN ist Remarketing: Nutzer, die eine Website bereits besucht haben, werden auf anderen GDN-Websites erneut mit relevanten Anzeigen angesprochen. Studien von Google zeigen, dass Remarketing-Kampagnen im GDN Conversion Rates erzielen können, die deutlich über denen von reinen Erstansprachen liegen. Dynamic Remarketing geht noch weiter und zeigt Nutzern exakt die Produkte, die sie sich zuvor auf einer E-Commerce-Seite angesehen haben.

Anzeigenformate im GDN

Targeting-Optionen und Ausschlussmöglichkeiten

Praxistipp: Trennen Sie GDN-Kampagnen immer von Search-Kampagnen in separate Kampagnen – bei aktivierter Display-Erweiterung in Search-Kampagnen verlieren Sie Budget- und Platzierungskontrolle vollständig. Aktivieren Sie in jeder neuen GDN-Kampagne sofort Placement-Berichte und schließen Sie App-Inventar, Parkdomains und thematisch irrelevante Websites nach den ersten zwei Wochen als Placements aus. Erfahrungsgemäß entfallen 30–50 % der Display-Impressionen auf Inventar mit sehr niedrigen Conversion Rates; ein sauberes Placement-Management kann den effektiven CPA einer Display-Kampagne halbieren.