Marketing Glossar

2.413 Fachbegriffe aus 22 Bereichen des Online Marketings

Kampagnentypen

Definition: In Google Ads stehen Werbetreibenden verschiedene Kampagnentypen zur Verfügung, die sich in Anzeigenformat, Ausspielungsnetzwerk, Targeting-Optionen und Optimierungszielen grundlegend unterscheiden. Die Wahl des richtigen Kampagnentyps ist die erste und fundamental wichtigste Entscheidung in der Kampagnenstrategie: Jeder Typ ist für spezifische Marketingziele und Funnel-Phasen optimiert. Die verfügbaren Haupttypen sind: Search (Textanzeigen in der Google-Suche), Display (Banner und Bildinhalte im Google Display Network), Shopping (Produktanzeigen aus dem Merchant Center), Video (YouTube- und Video-Partner-Anzeigen), App (App-Download und -Engagement auf allen Google-Plattformen), Performance Max (KI-gesteuerte kanalübergreifende Kampagne) und Demand Gen (Nachfragegenerierung auf YouTube, Discover und Gmail). Zusätzlich existieren Smart-Kampagnen als vereinfachte Einstiegsoption für Kleinunternehmen ohne Google-Ads-Expertise. Die Abgrenzung zwischen Kampagnentypen hat sich in den letzten Jahren durch KI-gestützte Automatisierung verändert: Während früher jeder Kanal strikt getrennt betrieben wurde, verwischen Performance Max und Demand Gen die Grenzen, indem sie automatisch über mehrere Kanäle hinweg optimieren. Für professionelle Werbetreibende ist das Verständnis der Stärken, Schwächen und Interaktionen der verschiedenen Kampagnentypen essenziell, um ein kohärentes und effizientes Multi-Channel-Setup in Google Ads aufzubauen.

Erläuterung

Die Evolution der Google-Ads-Kampagnentypen spiegelt die Entwicklung des digitalen Marketings wider. In den frühen 2000er-Jahren existierten ausschließlich Search-Anzeigen. Mit Googles Übernahme von DoubleClick (2008) und der Integration des Display-Netzwerks wurden Bannerwerbung und Remarketing möglich. Shopping-Anzeigen (2012) revolutionierten den E-Commerce-Bereich; YouTube-Anzeigen (ca. 2008) eröffneten Video-Marketing im großen Stil. Die Einführung von Smart Bidding (2016) und Performance Max (2021) läutete das KI-Zeitalter der Google-Werbung ein.

Ein wichtiger Aspekt der Kampagnentypenwahl ist das Funnel-Mapping: Search-Kampagnen eignen sich am besten für den Lower Funnel – Nutzer, die bereits wissen, was sie wollen, und aktiv suchen. Display-Kampagnen sind klassisch für Awareness (Upper Funnel) und Remarketing (Lower Funnel). Video-Kampagnen auf YouTube decken alle Funnel-Phasen ab, sind aber besonders stark für Brand Building. Shopping-Kampagnen sind transaktional und Lower-Funnel-fokussiert. Performance Max versucht alle Phasen gleichzeitig zu adressieren.

Die Interaktionen zwischen Kampagnentypen im selben Konto sind ein oft unterschätztes Thema. Performance Max priorisiert sich gegenüber Search- und Shopping-Kampagnen, wenn es thematische Überschneidungen gibt. Display-Kampagnen können durch Placement-Overlaps mit YouTube-Kampagnen interferieren. Um diese Interaktionen zu kontrollieren, sind klare Budget-Allokation, Kampagnenpriorisierungen und Negativlisten auf Kontoebene entscheidend.

Übersicht der Google Ads Kampagnentypen

Auswahlkriterien nach Geschäftsziel

Praxistipp: Starten Sie stets mit dem Kampagnentyp, der am direktesten Ihrem primären Geschäftsziel entspricht: Für Direktverkäufe ist das eine Search-Kampagne, für App-Downloads eine App-Kampagne, für E-Commerce eine Shopping-Kampagne. Fügen Sie weitere Kampagnentypen erst hinzu, wenn der erste Typ profitabel läuft und ausreichend Conversion-Daten vorhanden sind – jeder zusätzliche Kampagnentyp benötigt eigene Lernphasen und Budgetalloktionen. Ein zu frühes Diversifizieren über viele Typen zersplittert Budgets und verlangsamt den Algorithmus-Lernprozess aller beteiligten Kampagnen.