Keyword-Planer
Definition: Der Google Keyword-Planer (englisch: Keyword Planner) ist ein kostenloses Tool innerhalb von Google Ads, das Werbetreibenden und SEA-Managern bei der Keyword-Recherche, Suchvolumen-Analyse und Kampagnenplanung hilft. Das Tool, das 2013 den früheren Google AdWords-Keyword-Tool ablöste, bietet zwei Hauptfunktionen: die Generierung von Keyword-Ideen auf Basis von Eingabe-Keywords, URL-Analyse oder Kategorieauswahl sowie die Anzeige von Suchvolumen-Prognosen und Gebotsschätzungen für bestehende Keyword-Listen. Der Keyword-Planer ist das einzige Tool, das direkte Suchvolumen-Daten aus dem Google-Suchnetzwerk liefert – allerdings sind diese Daten nicht vollständig transparent: Ohne aktive Google-Ads-Ausgaben zeigt der Planer Suchvolumen in groben Bereichen (z. B. 1.000–10.000 statt exakter Zahlen). Werbetreibende mit aktiven Kampagnen erhalten deutlich genauere Daten. Das Tool erlaubt geografische Filterung nach Land, Bundesland, Stadt oder Postleitzahl sowie sprachliche Filterung, was besonders für lokale Kampagnen oder internationale Werbetreibende wertvoll ist. Obwohl der Keyword-Planer primär für PPC-Zwecke konzipiert ist, nutzen ihn viele SEO-Praktiker als kostenlosen Ausgangspunkt für Suchvolumen-Recherchen – in Kombination mit Tools wie Semrush, Ahrefs oder Sistrix, die auf Basis des Keyword-Planers eigene Suchvolumen-Modelle entwickelt haben. Das Prognose-Tool des Keyword-Planers ermöglicht die Simulation von Klick- und Impressions-Prognosen für definierte Gebote und Budgets über einen gewählten Zeitraum – eine nützliche Funktion für die Budgetplanung und den Nachweis von Potenzialschätzungen gegenüber Kunden oder internen Stakeholdern.
Erläuterung
Die Geschichte des Google Keyword-Planers beginnt mit dem AdWords Keyword Suggestion Tool, das Google kurz nach der AdWords-Einführung im Jahr 2000 bereitstellte. Das Tool wurde mehrfach überarbeitet; die grundlegende Umbenennung in „Keyword-Planer" erfolgte 2013. Ein wesentlicher Wendepunkt war 2016, als Google begann, Nutzern ohne aktive Kampagnenausgaben nur noch gerundete Suchvolumen-Ranges statt exakter Zahlen anzuzeigen – eine Entscheidung, die als Anreiz zur Aktivierung von Kampagnen interpretiert wurde und die Branche zu stärkerer Nutzung alternativer Tools trieb.
Die Funktionsweise des Keyword-Ideengenerators basiert auf mehreren Quellen: Googles eigenem Such-Index (welche Keywords werden tatsächlich gesucht?), dem Inhalt einer eingegebenen URL (welche Themen behandelt diese Seite?) und vordefinierten Produktkategorien nach Google-Taxonomie. Das Tool gibt für jedes vorgeschlagene Keyword das durchschnittliche monatliche Suchvolumen der letzten 12 Monate, den Wettbewerbsgrad (niedrig, mittel, hoch), das Gebot für Suchergebnisse oben (oberer Bereich) und untere (unterer Bereich) Bereich an sowie Saisonalitätsgraphen.
Ein kritischer Aspekt der Keyword-Planer-Nutzung ist das Verständnis, was die Daten bedeuten und was nicht. Das angezeigte Suchvolumen ist ein Durchschnitt der letzten 12 Monate – saisonale Peaks oder aktuelle Trends spiegelt es nicht unmittelbar wider. Zudem fasst Google nahe Varianten (Singular/Plural, Tippfehler, etc.) im Suchvolumen zusammen, was die Zahlen für einzelne Keyword-Varianten verzerren kann. Für präzise Volumen-Forecasts und Wettbewerbsanalysen empfehlen SEA-Experten die Kombination des Keyword-Planers mit kostenpflichtigen Tools wie Semrush oder Ahrefs.
Hauptfunktionen des Keyword-Planers
- Neue Keywords entdecken: Eingabe von Seed-Keywords, URLs oder Kategorien generiert Hunderte von Keyword-Ideen mit Suchvolumen, Wettbewerbsgrad und Gebotsschätzungen; ideal für die erste Keyword-Recherche und Erweiterung bestehender Keyword-Sets.
- Suchvolumen abrufen: Upload einer bestehenden Keyword-Liste und Abruf von Suchvolumen und Prognosen für diese spezifischen Keywords; ermöglicht Priorisierung nach Volumen und Wettbewerb.
- Prognose-Tool: Simulation von Klick- und Impressions-Prognosen für definierte Gebote und Budgets; zeigt die Auswirkung von Gebotsänderungen auf erwartete Klickmengen und Kosten; nützlich für Budgetplanung und Kundenpräsentationen.
- Geografische Filterung: Daten auf Länder-, Regions- oder Stadtebene; ermöglicht Vergleich zwischen Märkten und Lokalisierung der Keyword-Strategie für regionale Kampagnen.
- Saisonalitätsansicht: Monatliche Suchvolumen-Grafik für jedes Keyword; ermöglicht Identifikation von Saisonspitzen und entsprechende Budget-Planung für Hochsaisonkampagnen.
Grenzen und Ergänzungstools
- Gerundete Suchvolumen ohne Kampagnen: Ohne aktive Google-Ads-Ausgaben nur Ranges statt exakter Zahlen; für präzise Volumen-Planung sind kostenpflichtige Tools wie Semrush, Ahrefs oder Sistrix (DACH) empfehlenswert.
- Keine Long-Tail-Abdeckung: Der Planer zeigt keine Keywords mit sehr niedrigem Suchvolumen (unter ca. 10–20 Suchen pro Monat); für Long-Tail-Strategien sind Suchanfragen-Reports aus aktiven Kampagnen wertvoller.
- Keine Wettbewerber-Keyword-Analyse: Der Planer zeigt nicht, auf welche Keywords die Konkurrenz bietet; für Competitor-Keyword-Research sind Tools wie Semrush (Advertising Research), Ahrefs (PPC Research) oder SpyFu besser geeignet.
- URL-Analyse für Konkurrenten: Eine Stärke des Planers: Durch Eingabe der URL einer Konkurrenzseite zeigt er Keywords, für die diese Seite relevant ist – ein einfacher Weg, profitable Keywords der Konkurrenz zu identifizieren.