Marketing Glossar

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Local Campaigns

Definition: Local Campaigns (Lokale Kampagnen) waren ein spezialisierter Google Ads-Kampagnentyp, der von 2018 bis 2023 verfügbar war und darauf ausgelegt war, Ladenbesuche, Anrufe und Weganfragen für stationäre Unternehmen durch automatisierte Anzeigen auf Google Search, Google Maps, YouTube und dem Google Display Network zu fördern. Im Jahr 2023 überführte Google Local Campaigns in Performance Max for Store Goals (PMax for Store Goals) – eine modernisierte Version mit denselben Kernzielen, aber erweiterter KI-gestützter Optimierung. Local Campaigns und ihr Nachfolger adressieren eine fundamentale Herausforderung des lokalen Marketings in der digitalen Ära: Wie können Unternehmen mit physischen Standorten – Einzelhändler, Restaurants, Filialen, Autohändler, Fachgeschäfte – den Einfluss digitaler Werbung auf Ladenbesuche messen und optimieren? Googles Ansatz ist die anonymisierte Auswertung von Standortdaten eingeloggter Nutzer mit aktiviertem Location-Tracking: Google misst, ob ein Nutzer nach dem Sehen einer lokalen Anzeige das beworbene Geschäft besucht hat. Dieses Store-Visit-Messverfahren ist nicht exakt, aber statistisch belastbar und ermöglicht erstmals die Berechnung eines Cost-per-Store-Visit als KPI. Voraussetzungen für Local Campaigns und PMax for Store Goals sind ein verifiziertes und vollständiges Google Business Profile (früher: Google My Business), eine Verknüpfung zwischen Google Ads-Konto und Google Business Profile sowie ausreichend Standort-Besuchsdaten für Googles Mess-Modell. Für Filialisten und standortgebundene Marken bietet das Format eine einzigartige Möglichkeit, digitale Werbebudgets mit messbaren stationären Ergebnissen zu verbinden – der sogenannte „Online-to-Offline"-Tracking-Ansatz.

Erläuterung

Die Geschichte lokaler Kampagnen in Google Ads ist untrennbar mit der Entwicklung von Google Maps und Google My Business (heute Google Business Profile) verbunden. Als Google Maps ab 2005 zum dominierenden Navigationsdienst wurde und lokale Suchen einen immer größeren Anteil am Suchvolumen einnahmen (heute: ca. 46 % aller Google-Suchen haben lokalen Bezug, laut Google), entstand der Bedarf nach Werbeprodukten, die gezielt Ladenbesuche als Ziel haben. Lokale Erweiterungen (Location Extensions) waren der erste Schritt; Local Campaigns 2018 der zweite, der automatisierte Kanalübergreifende Ausspielung für stationäre Ziele ermöglichte.

Die technische Grundlage der Store-Visit-Messung ist komplex und datenschutzsensitiv. Google aggregiert anonymisierte Standortdaten von Nutzern, die Google-Apps mit aktiviertem Standortverlauf verwenden, und gleicht diese mit den Öffnungszeiten und Koordinaten von Geschäften ab. Wenn ein Nutzer, der eine lokale Kampagnen-Anzeige gesehen hat, innerhalb eines definierten Zeitraums das Geschäft besucht, wird dies als Store Visit gezählt. Der Messung liegt eine statistische Hochrechnung zugrunde – Google zeigt nur Schätzungen, keine genauen Zahlen. Die Methodik wurde von Googleforschern in internen Studien beschrieben und vergleicht sich mit Methoden des Marketing-Mix-Modelings.

Performance Max for Store Goals, der Nachfolger der Local Campaigns seit 2023, kombiniert das Standortziel mit der KI-Infrastruktur von PMax. Anzeigen werden automatisch über Search, Maps (wo lokale Suchanfragen besonders relevant sind), YouTube und Display ausgespielt. Google Maps-Anzeigen – die prominent als gesponserte Einträge in der Kartendarstellung erscheinen – sind dabei besonders wertvoll, da sie Nutzer im unmittelbaren Entscheidungsmoment (aktive Navigation oder lokale Suche) ansprechen.

Voraussetzungen und technisches Setup

Messung und KPIs für lokale Kampagnen

Praxistipp: Verknüpfen Sie Ihr Google Business Profile mit Google Ads und aktivieren Sie Store-Visit-Conversions, bevor Sie mit lokalen Kampagnen starten – die Lernphase des Algorithmus dauert 2–4 Wochen und braucht Conversion-Daten aus dem Store-Visit-Tracking für sinnvolle Optimierungen. Berechnen Sie Ihren maximal vertretbaren Cost-per-Store-Visit auf Basis des durchschnittlichen Kassenbon-Werts und einer realistischen Besuchs-Konversionsrate: Bei einem Durchschnittsbon von 35 Euro und einer Rate von 30 % konvertierende Besuche zu Käufen ergibt sich ein maximal vertretbarer Cost-per-Visit von ca. 10 Euro – ein konkreter Zielwert für die Gebotsoptimierung Ihrer lokalen Kampagne.