Marketing Glossar

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Microsoft Advertising

Definition: Microsoft Advertising (bis 2019 unter dem Namen Bing Ads bekannt) ist die Online-Werbeplattform des amerikanischen Technologiekonzerns Microsoft Corporation, die es Werbetreibenden ermöglicht, bezahlte Suchanzeigen im Microsoft Search Network zu schalten. Dieses Netzwerk umfasst die Suchmaschinen Bing, Yahoo (in den USA und ausgewählten Märkten), DuckDuckGo (über eine Partnerschaft), MSN, AOL sowie den in Windows 10 und 11 integrierten Cortana-Assistenten. Die Plattform wurde zunächst als MSN adCenter gestartet, dann 2006 zu Microsoft adCenter und schließlich 2012 zu Bing Ads umbenannt, bevor 2019 der heutige Name Microsoft Advertising eingeführt wurde, um den Ausbau des Angebots über reine Bing-Suchwerbung hinaus zu signalisieren. Microsoft Advertising funktioniert nach demselben Auktionsprinzip wie Google Ads: Werbetreibende bieten auf Keywords, Anzeigen erscheinen bei passenden Suchanfragen, und abgerechnet wird im Cost-per-Click-Modell (Pay-per-Click). Der globale Marktanteil von Bing als Suchmaschine liegt je nach Quelle zwischen 3 und 8 % weltweit; in der DACH-Region (Deutschland, Österreich, Schweiz) sind es typischerweise 5–10 %. Diese Zahlen mögen gering erscheinen, resultieren aber in einem erheblichen absoluten Suchvolumen: Microsoft gibt an, dass über das Microsoft Search Network weltweit monatlich rund 14 Milliarden Suchanfragen gestellt werden. Ein entscheidendes Alleinstellungsmerkmal von Microsoft Advertising gegenüber Google Ads ist die tiefe Integration mit LinkedIn, dem größten professionellen sozialen Netzwerk der Welt (ebenfalls im Microsoft-Konzern). Werbetreibende können ihre Microsoft-Suchanzeigen nach LinkedIn-Profilattributen wie Branche, Unternehmensgröße, Berufsbezeichnung und Dienstjahren ausrichten – ein Targeting, das in dieser Form auf Google Ads nicht verfügbar ist und Microsoft Advertising für B2B-Unternehmen besonders interessant macht. Die Plattform bietet zudem einen direkten Import von Google-Ads-Kampagnen, was den Einstieg ohne aufwändige Neukonfiguration ermöglicht.

Erläuterung

Microsoft Advertising wird in der deutschsprachigen Marketingpraxis häufig als Ergänzungskanal zu Google Ads eingesetzt. Während Google Ads die weitaus größere Reichweite bietet, hat Microsoft Advertising strukturelle Vorteile, die in bestimmten Zielgruppen-Szenarien zu besseren Ergebnissen führen können. Das Nutzerprofil des Bing-Nutzers unterscheidet sich statistisch messbar vom typischen Google-Nutzer: Bing-Nutzer sind im Durchschnitt älter (ein höherer Anteil der Nutzer ist über 35 Jahre alt), häufiger im beruflichen Kontext unterwegs (da Bing standardmäßig in vielen Unternehmensumgebungen mit Windows-Betriebssystemen und Microsoft-Edge-Browser vorinstalliert ist), haben ein tendenziell höheres Haushaltseinkommen und nutzen überproportional häufig Desktop-Geräte. Für E-Commerce-Händler im Premium-Segment, für Finanzdienstleister, für Versicherungsprodukte und für B2B-Software sind diese demografischen Merkmale oft vorteilhaft. Ein weiterer struktureller Vorteil ist der typischerweise niedrigere Wettbewerb auf Microsoft Advertising: Da viele Werbetreibende ausschließlich auf Google Ads fokussiert sind, ist die Auktionsdichte auf Bing in vielen Branchen geringer, was zu niedrigeren CPCs führt. Studien und Erfahrungsberichte aus der Praxis berichten häufig von 20–40 % günstigeren Klickpreisen im Vergleich zu Google Ads bei vergleichbaren Keywords. In manchen B2B-Segmenten fallen die Unterschiede noch deutlicher aus. Auch im Bereich Shopping-Anzeigen bietet Microsoft Advertising ein zu Google Shopping analoges Format (Microsoft Shopping Campaigns), das über das Microsoft Merchant Center mit Produktfeeds gespeist wird. Die Import-Funktion von Microsoft Advertising ermöglicht es, bestehende Google-Ads-Kampagnen inklusive Keywords, Anzeigentexten, Erweiterungen und Kampagneneinstellungen direkt zu importieren und bei Bedarf automatisch regelmäßig zu synchronisieren. Dies reduziert den Initialsaufwand erheblich und macht Microsoft Advertising für Agenturen und Werbetreibende, die bereits in Google Ads investiert haben, besonders zugänglich.

Unterschiede und Besonderheiten im Vergleich zu Google Ads

Zielgruppen und Einsatzszenarien

Praxistipp: Starten Sie Microsoft Advertising mit einem Google-Ads-Import Ihrer drei performantesten Such-Kampagnen und setzen Sie ein anfängliches Budget von ca. 15–20 % des entsprechenden Google-Budgets. Aktivieren Sie das LinkedIn-Profil-Targeting für mindestens eine Zielgruppen-Schicht (z.B. Unternehmensgröße oder Branche), um den B2B-Vorteil auszuspielen. Vergleichen Sie nach vier Wochen die CPAs beider Plattformen; liegt der Microsoft-CPA unter dem Google-CPA, rechtfertigt das eine schrittweise Budget-Erhöhung auf bis zu 25–30 % des Google-Budgets.