Marketing Glossar

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Search Term Report

Definition: Der Search Term Report (offiziell: „Suchbegriffe-Bericht") in Google Ads ist ein Diagnose- und Optimierungs-Bericht, der die tatsächlichen Suchanfragen von Nutzern auflistet, die zur Auslieferung einer Anzeige geführt haben. Er unterscheidet sich grundlegend von der Keyword-Liste einer Kampagne: Während Keywords die definierten Targeting-Parameter sind, zeigt der Search Term Report die reale Schnittmenge zwischen Suchverhalten und Keyword-Matching-Algorithmus. Ein Broad-Match-Keyword wie „Laufschuhe kaufen" kann beispielsweise Suchanfragen wie „Sportschuhe Damen günstig" oder „Nike Sneaker Herren" auslösen – erst der Search Term Report macht diese Verbindung sichtbar. Der Bericht enthält für jeden Suchbegriff die zugehörigen Leistungsdaten: Impressionen, Klicks, CTR, durchschnittlicher CPC, Kosten, Conversions und Conversion-Rate. Diese Kombination ermöglicht drei Kernentscheidungen: Erstens die Identifikation wertvoller Suchbegriffe, die als neue Keywords – vorzugsweise im Exact-Match-Format – hinzugefügt werden sollten. Zweitens die Erkennung irrelevanter oder unrentabler Suchbegriffe, die als Negative Keywords ausgeschlossen werden sollten, um Budgetverschwendung zu verhindern. Drittens die Entdeckung neuer Themenfelder und Nutzerintentionen, die Inspiration für neue Anzeigengruppen, Landing Pages oder sogar neue Produktlinien liefern können. Ein wichtiger Einschnitt in der Geschichte des Search Term Reports war September 2020, als Google ankündigte, aus Datenschutzgründen (Mindest-Schwellenwerte für Suchanfrage-Häufigkeit) nicht mehr alle Suchbegriffe anzuzeigen. Seither fehlen statistisch seltene Suchanfragen im Bericht, was die Abdeckung je nach Kampagnengröße auf 70–90 % der tatsächlichen Suchanfragen reduziert. Diese Datenlücke ist ein wesentlicher Kritikpunkt an Googles zunehmender Intransparenz und hat den Wert des Berichts für kleinstbudgetierte Kampagnen verringert.

Erläuterung

Der Search Term Report wurde mit der Einführung von Google AdWords in der Frühphase der Plattform verfügbar und war zunächst nur auf Anfrage zugänglich. Mit der Weiterentwicklung von AdWords wurde er fester Bestandteil der Plattform-UI. Historisch war er besonders wichtig bei der Verwendung von Broad-Match-Keywords, da Googles Algorithmus bei Broad Match sehr weit interpretiert, was als semantisch verwandt gilt. Mit der Einführung von Phrase Match und exakten Keyword-Varianten (2019 wurde das exakte Matching weiter gelockert) hat die Bedeutung des Search Term Reports sogar zugenommen, weil nun auch Phrase- und Exact-Match-Keywords Variationen auslösen, die nicht im Original-Keyword enthalten sind.

Der Zugriff auf den Bericht erfolgt in Google Ads über den Pfad Kampagnen → Keywords → Suchbegriffe oder alternativ über den Bereich Berichte. Für Microsoft Advertising (Bing Ads) existiert ein analoger Bericht unter der Bezeichnung „Search Term Report" mit vergleichbarer Funktionalität. In Google Ads Editor, der Desktop-Management-Anwendung für Google Ads, lässt sich der Bericht exportieren und nach bestimmten Mustern filtern. Best Practice ist die wöchentliche Analyse kombiniert mit einer strukturierten Entscheidungsmatrix: Suchanfragen mit Conversions und unter Ziel-CPA werden als Exact-Match-Keywords ergänzt, Suchanfragen mit hohem CPC und null Conversions werden als Negative Keywords ergänzt, Suchanfragen mit vielen Impressionen aber geringer CTR signalisieren einen Mismatch zwischen Keyword und Suchintention.

Analyse-Workflows für den Search Term Report

Einschränkungen und Datenschutz-Kontext

Praxistipp: Exportieren Sie den Search Term Report wöchentlich und gehen Sie ihn systematisch durch: Markieren Sie Suchanfragen mit guter Performance als neue Exact-Match-Keywords, identifizieren Sie irrelevante Muster für die Negative-Keywords-Liste, und notieren Sie wiederkehrende Themen als Ideen für neue Anzeigengruppen oder Content-Formate. Nutzen Sie Filter (z. B. Kosten über 5 EUR, null Conversions) um schnell die größten Budgetverschwendungen zu identifizieren – oft lassen sich 10–20 % des Budgets durch konsequente Negative-Keyword-Pflege einsparen.