Marketing Glossar

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Standort-Erweiterung

Definition: Standort-Erweiterungen (englisch: Location Extensions, seit Googles Asset-Umbenennung 2022–2023 offiziell als „Standort-Assets" bezeichnet) sind eine Form der Anzeigenerweiterung in Google Ads, die die physische Adresse eines Unternehmens – bestehend aus Straße, Hausnummer, Ort und optionaler Entfernungsangabe zum Suchenden – direkt in der Anzeige sichtbar macht. Sie dienen dem zentralen Ziel, Nutzer mit lokalem Kaufinteresse vom digitalen Berührungspunkt (Suchanzeige) zum physischen Geschäftsort zu führen und sind damit eine Brücke zwischen Online-Werbung und stationärem Handel. Die Erweiterung wurde von Google gemeinsam mit anderen lokalen Werbeformaten entwickelt, als sich abzeichnete, dass ein erheblicher Teil der Google-Suchen lokale Intention hat – Google schätzt, dass über 30 % aller mobilen Suchanfragen einen lokalen Bezug haben. Standort-Erweiterungen werden in Google Ads durch die Verknüpfung mit dem Google Business Profile (früher: Google My Business) des Unternehmens gespeist. Das bedeutet: Werbetreibende hinterlegen ihre Unternehmensdaten im kostenlosen Google Business Profile und autorisieren Google Ads, auf diese Daten zuzugreifen – die Adressdaten werden dann automatisch in die Anzeigenerweiterung übernommen, ohne manuelle Dateneingabe im Ads-System. Auf Mobilgeräten zeigt die Erweiterung neben der Adresse auch die aktuelle Entfernung des Nutzers zum Unternehmensstandort an (z. B. „2,3 km entfernt") und bietet eine direkte Verlinkung zu Google Maps mit vorberechneter Route. Dies ist besonders wirkungsvoll für lokale „Near Me"-Suchanfragen wie „Zahnarzt in der Nähe" oder „Supermarkt jetzt geöffnet". Für Werbetreibende mit mehreren Standorten – beispielsweise Filialketten oder Franchisegeber – können mehrere Standorte im Google Business Profile hinterlegt werden, wobei Google automatisch den nächstgelegenen Standort in der Anzeige anzeigt. Eine Sonderform sind Affiliate-Standort-Erweiterungen für Hersteller, die ihre Produkte über Händler vertreiben und keine eigenen Filialen haben: Hier werden Partner-Standorte (z. B. Elektronikfachhändler, die eine bestimmte Marke führen) als Erweiterung angezeigt.

Erläuterung

Die Einführung von Standort-Erweiterungen (damals: Location Extensions) in Google AdWords fand 2009–2010 statt, parallel zur rapiden Verbreitung von Smartphones mit GPS-Funktionalität. Google erkannte frühzeitig das Potenzial, Online-Werbung mit stationärem Fußgängerverkehr zu verbinden – ein Konzept, das als „Online-to-Offline" (O2O) oder „Drive-to-Store" in der Marketingpraxis bekannt wurde. Store Visits als messbare Conversion (seit 2014 in Google Ads verfügbar) erweiterte das Konzept um eine quantifizierbare Erfolgsmessung: Google kann mit aggregierten und anonymisierten Standortdaten von eingeloggten Nutzern mit aktivierter Standorthistorie statistisch schätzen, wie viele Nutzer nach einem Anzeigenklick das Ladengeschäft besucht haben.

In der Praxis sind Standort-Erweiterungen besonders relevant für Einzelhandel, Gastronomie, Gesundheitsdienstleistungen, Finanzdienstleister, Autowerkstätten und alle Branchen, bei denen der Kunde physisch vor Ort erscheinen muss. Die Erweiterung verbessert den Ad Rank, da relevante Erweiterungen im Google-Auktionssystem positiv in die Ad-Rank-Berechnung einfließen. Wichtig für den praktischen Betrieb: Das Google Business Profile muss vollständig und aktuell gepflegt sein – veraltete Öffnungszeiten oder falsche Adressen im Profil werden direkt in der Anzeige angezeigt und können Nutzer fehlleiten. Microsoft Advertising bietet eine funktional identische Erweiterung unter der Bezeichnung „Location Extensions" an, die über Bing Places for Business gespeist wird.

Einrichtung und Konfiguration

Store-Visit-Messung und Reporting

Praxistipp: Pflegen Sie Ihr Google Business Profile vollständig mit aktueller Adresse, Öffnungszeiten, Telefonnummer und Fotos und verknüpfen Sie es mit Google Ads – die Standort-Erweiterung erscheint dann automatisch. Aktivieren Sie Store-Visit-Conversions, um zu messen, wie viele Anzeigenklicker tatsächlich Ihr Geschäft besuchen, und berücksichtigen Sie diese „offline Conversions" in Ihrer ROAS- oder CPA-Kalkulation – sonst unterschätzen Sie den Wert Ihrer SEA-Kampagnen systematisch.