Marketing Glossar

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Target Impression Share

Definition: Target Impression Share (Angestrebter Anteil an möglichen Impressionen) ist eine automatische Gebotsstrategie in Google Ads, die das Gebotsmanagement mit dem Ziel übernimmt, einen vom Werbetreibenden definierten prozentualen Anteil der potenziell erreichbaren Anzeigenimpressionen zu erzielen. Sie gehört zur Kategorie der sichtbarkeitsbasierten Gebotsstrategien und ist damit konzeptionell anders ausgerichtet als performance-basierte Smart-Bidding-Strategien (Ziel-CPA, Ziel-ROAS), die auf Conversions oder Umsatz optimieren. Bei Target Impression Share legen Werbetreibende drei Parameter fest: erstens die angestrebte Anzeigenposition (Optionen: „Absolut oben auf der Seite" = Position 1, „Oben auf der Seite" = Positionen 1–3, „Beliebig auf der Seite" = alle Positionen auf der SERP); zweitens den prozentualen Impression-Share-Zielwert (z. B. 90 % bedeutet: in 90 % aller relevanten Auktionen soll die Anzeige erscheinen); und drittens optional ein maximales CPC-Limit, das verhindert, dass Google zur Erreichung des Impression-Share-Ziels unbegrenzt hohe Gebote setzt. Google passt die Gebote dann vollautomatisch auf Auktionsebene an, um den Zielwert zu erreichen. Historisch gesehen wurde Target Impression Share 2018 eingeführt als Nachfolger der früheren manuellen Position-Targeting-Methoden, die in AdWords bis etwa 2019 über Positionen 1–4 steuerbar waren. Die Strategie adressiert einen spezifischen Werbetreibenden-Bedarf: Nicht jedes SEA-Ziel lässt sich in Conversion-Kosten ausdrücken – für Sichtbarkeitsziele bei Brand-Kampagnen, für Marktdurchdringungs-KPIs oder für Verteidigungsstrategien gegen Wettbewerber-Bidding ist eine Impression-Share-basierte Steuerung das geeignete Instrument. Target Impression Share ist sowohl als Einzel-Kampagnen-Strategie als auch als Portfolio-Bid-Strategie (über mehrere Kampagnen hinweg) verfügbar. In Microsoft Advertising (Bing Ads) existiert eine analoge Funktionalität unter dem Begriff „Target Impression Share".

Erläuterung

Target Impression Share wurde in einer Zeit eingeführt, in der Google schrittweise die direkte Positionskontrolle aus der Plattform entfernte: Die früheren Durchschnittspositionen (Average Position als Metrik und als Zieloption) wurden 2019 eingestellt, da Google argumentierte, dass absolute Positionen in einem dynamischen Auktionssystem mit variierender Anzeigenzahl pro Seite keine sinnvolle Steuerungsgröße mehr seien. Target Impression Share bot als Ersatz eine Möglichkeit, Sichtbarkeit in relativen Begriffen (Anteil der möglichen Impressionen) zu steuern.

Die wichtigste Anwendung von Target Impression Share in der Praxis ist der Schutz von Brand-Kampagnen: Wenn Wettbewerber auf den eigenen Markennamen bieten (was in den meisten Märkten rechtlich zulässig ist), können Marken sicherstellen, dass ihre eigene Anzeige bei 95–100 % aller Suchanfragen mit dem eigenen Markennamen als erstes Ergebnis erscheint. Dies drängt Wettbewerber-Anzeigen auf niedrigere Positionen und schützt die Brand-eigene CTR. Ohne Target Impression Share oder sehr hohes manuelles Gebot würde der Wettbewerb um Brand-Keywords zu variablem Impression Share und gelegentlich zu Positionen führen, bei denen Konkurrenten sichtbarer sind als die Marke selbst. Für generische, nicht-Brand-Keywords ist Target Impression Share deutlich weniger empfehlenswert: Ein hohes Impression-Share-Ziel bei wettbewerbsintensiven generischen Keywords führt zu stark erhöhten CPCs und ineffizienten Ausgaben, da die Strategie keine Conversion-Rentabilität berücksichtigt. Hier sind conversion-basierte Smart-Bidding-Strategien überlegen.

Anwendungsgebiete und Targeting-Optionen

Target Impression Share vs. andere Gebotsstrategien

Praxistipp: Setzen Sie Target Impression Share für Brand-Kampagnen auf 95–100 % für „Oben auf der Seite" mit einem realistischen Max-CPC-Limit, das auf dem historischen Durchschnitts-CPC Ihrer Brand-Keywords basiert – das schützt Ihre Sichtbarkeit bei eigenen Markennamen dauerhaft. Für generische, nicht-brand-bezogene Keywords ist diese Strategie in der Regel nicht sinnvoll, da sie keine Rentabilität berücksichtigt; nutzen Sie dort Ziel-CPA oder Ziel-ROAS für effizientere Kampagnen.