Internal Linking
Definition: Internal Linking (interne Verlinkung) bezeichnet alle Hyperlinks, die innerhalb derselben Website von einer Seite auf eine andere verweisen. Es ist ein fundamentales On-Page-SEO-Element mit drei zentralen Funktionen: die Verteilung von Link Equity (PageRank) zwischen den Seiten der Website, die Verbesserung der Crawlbarkeit (Googlebot entdeckt neue und tief liegende Seiten über interne Links) sowie die Navigation und Orientierung für Nutzer.
Erläuterung
Internes Linking ist eines der wirksamsten und am häufigsten unterschätzten On-Page-SEO-Werkzeuge. Im Gegensatz zu externem Linkbuilding liegt es vollständig unter der Kontrolle des Website-Betreibers. Gut durchdachtes internes Linking kann Rankings von wichtigen Seiten deutlich verbessern, ohne eine einzige neue externe Verlinkung aufzubauen.
Die drei Funktionen des internen Linkings
- Link-Equity-Verteilung: PageRank fliesst durch interne Links. Seiten mit vielen eingehenden internen Links erhalten mehr Linkstärke – auch wenn diese vom intern erworbenen externen Backlink-Profil stammt. Die Homepage hat typischerweise die höchste interne Autorität und ist daher die beste Quelle für interne Links zu wichtigen Seiten.
- Crawlbarkeit und Indexierung: Googlebot folgt internen Links, um neue und tief verschachtelte Seiten zu entdecken. Seiten ohne interne eingehende Links (Waisenseiten) werden oft gar nicht oder selten gecrawlt.
- Nutzererfahrung: Gut verlinkte Inhalte führen Nutzer logisch durch verwandte Themen, erhöhen die Verweildauer und reduzieren die Absprungrate.
Interne Verlinkungsstrategien
Pillar-Page-Strategie (Topic Cluster): Eine umfassende Hauptseite (Pillar Page) behandelt ein breites Thema und verlinkt auf viele spezifischere Cluster-Seiten, die ihrerseits zurück zur Pillar Page verlinken. Dieses Modell stärkt die topische Autorität der Pillar Page.
Hub-and-Spoke: Ähnlich wie das Topic-Cluster-Modell, aber stärker auf die hierarchische Seitenstruktur ausgerichtet. Wichtige Kategorieseiten verlinken auf Unterseiten, die zurückverlinken.
Kontextuelles Linking: Innerhalb des Fliesstextes eines Artikels werden natürlich thematisch verwandte Seiten verlinkt – die wertvollste Form des internen Links, da der Kontext-Ankertext das stärkste Relevanzsignal trägt.
Wichtige Regeln für effektives internes Linking
- Keyword-reiche Ankertexte verwenden: Bei internen Links dürfen gezielt keyword-relevante Texte als Ankertext eingesetzt werden – hier gilt nicht die Penguin-Vorsicht wie bei externen Links
- Klicktiefe niedrig halten: Alle wichtigen Seiten sollten in maximal 3–4 Klicks von der Startseite erreichbar sein
- Waisenseiten vermeiden: Jede indexierte Seite sollte mindestens einen internen eingehenden Link haben
- Nicht übertreiben: Hunderte von Links auf einer Seite verwässern den Link-Equity-Fluss; Qualität vor Quantität
- Defekte interne Links beheben: Interne Links auf 404-Seiten verschwenden Crawl Budget und schaden der Nutzererfahrung
Waisenseiten finden und beheben
Waisenseiten (Orphan Pages) sind Seiten ohne interne eingehende Links. Sie werden von Google selten gecrawlt und kaum gerankt. Um sie zu finden:
- Screaming Frog crawlen → „Inlinks" = 0 filtern
- Sitemap-URLs mit gecrawlten URLs abgleichen – Differenz sind potenzielle Waisenseiten
- Ahrefs Site Audit → Orphan Pages Report